Von Oktober 2025 bis September 2026 stammten in Polen rund zwei Drittel des verbrauchten Stroms aus fossilen Brennstoffen. Kohle lieferte mit etwa 51 % mehr als die Hälfte, Gas weitere 14 %. Kohlenstoffarmer Strom deckte dagegen rund ein Drittel des Verbrauchs: Wind trug etwa 14 %, Solar knapp 13 %, Biokraftstoffe 4 % und Wasserkraft knapp 2 % bei. Wind und Solar bilden damit bereits die tragenden Säulen der sauberen Stromversorgung. Die weiterhin hohe Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen unterstreicht jedoch, wie wichtig mehr kohlenstoffarmer Strom zur Verringerung von Klimabelastung und Luftverschmutzung ist.
Wächst der Strom in Polen?
Beim Stromverbrauch pro Kopf liegt Polen noch unter seinem bisherigen Höchststand: Der jüngste Wert für 2026 beträgt rund 4.370 kWh pro Person, gegenüber etwa 4.600 kWh im Rekordjahr 2018. Das sind 229 kWh beziehungsweise rund 5 % weniger. Diese Zahlen belegen keinen aktuellen jährlichen Rückgang, zeigen aber, dass der frühere Höchststand bislang nicht wieder erreicht wurde. Erfreulich ist dagegen der neue Rekord bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie erreichte rund 1.450 kWh pro Person und übertraf den bisherigen Bestwert von 2025 um 69 kWh beziehungsweise etwa 5 %. Dieser Ausbau sollte weiter beschleunigt werden, damit sauberer Strom den zusätzlichen Bedarf durch Elektrifizierung und KI decken kann.
Vorschläge
Polen sollte seine bereits bedeutende Wind- und Solarstromerzeugung weiter ausbauen und zugleich Kernenergie als zusätzliche kohlenstoffarme Säule aufbauen. Für Wind bieten nahe gelegene Regionen besonders relevante Beispiele: In Dänemark liefert Wind rund 59 % der Stromerzeugung, in Litauen 41 % und in Deutschland 31 %. Beim Solarstrom zeigen Nordmazedonien mit 40 % und der US-Bundesstaat Kalifornien mit 31 %, welche großen Beiträge möglich sind. Für den Aufbau der Kernenergie lohnt sich insbesondere der Blick auf die Nachbarländer Slowakei und Tschechien, wo sie etwa 66 % beziehungsweise 41 % der Stromerzeugung stellt; Frankreich erreicht sogar 67 %. Polen kann aus diesen Erfahrungen bei langfristiger Planung, verlässlichen Ausbauprogrammen und dem passenden Ausbau der Stromnetze lernen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Polen zeigt mehrere Ausbauphasen. 1990 stieg die Wasserkrafterzeugung gegenüber dem Vorjahr um 1,7 TWh. Bei Biokraftstoffen gab es 2009 und 2012 Zuwächse von 1,6 beziehungsweise 2,5 TWh, gefolgt von einem Rückgang um 2 TWh im Jahr 2016. In den 2010er-Jahren gewann vor allem Wind an Bedeutung: Die aufgeführten jährlichen Zuwächse lagen meist zwischen 1,5 und 3,2 TWh. Nach einem Rückgang um 2,1 TWh im Jahr 2018 folgte 2019 wieder ein Plus von 2,2 TWh. Seit 2021 prägt zusätzlich ein kräftiger Solarzubau die Entwicklung: Die jährlichen Mehrmengen reichten bis zu 6,6 TWh im Jahr 2024; 2025 und 2026 kamen weitere 2,6 und 2,1 TWh hinzu. Wind legte 2022 und 2023 ebenfalls deutlich zu, um 3,5 beziehungsweise 4,4 TWh. Diese Fortschritte sind eine starke Grundlage für einen noch schnelleren Ausbau sauberer Stromerzeugung.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













