Derzeit verbraucht Polen seinen Strom überwiegend aus fossilen Brennstoffen, die etwa zwei Drittel des Gesamtbedarfs ausmachen. Von dieser Kategorie stammt der größte Anteil, über die Hälfte, aus Kohle. Der Anteil kohlenstoffarmer bzw. sauberer Energiequellen wie Wind, Solar und Biofuels, die zusammen mehr als ein Drittel der Stromerzeugung ausmachen, ist deutlich geringer. Die Windenergie trägt etwa 15% bei, während die Solarenergie rund 12% ausmacht. Biofuels und Wasserkraft stellen zusammen einen kleinen Anteil der sauberen Energien dar. Trotz der aktuellen Dominanz fossiler Brennstoffe ist ein signifikanter, wenn auch ausbaufähiger, Anteil der sauberen Energie zu verzeichnen, was Polen auf einen Weg zu nachhaltigerer Stromerzeugung bringen könnte.
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Wächst der Strom in Polen?
Obwohl Polens Gesamtstromverbrauch derzeit bei etwa 4162 kWh pro Person liegt, hat er seit dem Rekordjahr 2018 mit 4596 kWh pro Person abgenommen. Trotzdem zeigt sich ein positiver Trend bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung, die jetzt einen individuellen Beitrag von 1357 kWh erreicht hat, gegenüber 1304 kWh im Vorjahr. Diese Zunahme deutet darauf hin, dass Polen Fortschritte in der Stromerzeugung aus sauberen Energiequellen macht, auch wenn der allgemeine Stromverbrauch gesunken ist. Für eine nachhaltige Zukunft ist es entscheidend, den Verbrauch an kohlenstoffarmen Stromquellen weiter zu steigern und den allgemeinen Verbrauch trendmäßig wieder anzuheben, um den wachsenden Bedarf zu decken.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung weiter zu steigern, sollte Polen seine bestehenden Wind- und Solarkapazitäten ausbauen. Dies könnte durch die Implementierung von Technologien und Strategien aus führenden Regionen wie Dänemark mit einem Windenergieanteil von 55% oder Nevada mit einem Solarenergieanteil von 33% unterstützt werden. Ebenfalls könnte Polen von Frankreichs oder der Slowakeis Erfahrung im Ausbau der Kernenergie, welche dort über 65% zur Stromerzeugung beiträgt, lernen. Ein solcher Ausbau würde nicht nur den Anteil an sauberem Strom erhöhen, sondern Polen auch in eine führende Position bei der nachhaltigen Elektrizitätsversorgung bringen.
Geschichte
In der Vergangenheit erlebte Polen eine wechselvolle Entwicklung in der kohlenstoffarmen Stromerzeugung. In den 1990er Jahren wurde ein bescheidener Zuwachs durch Wasserkraft verzeichnet. Seit 2009 ist insbesondere der Ausbau der Windenergie außerordentlich, mit vielen Jahren, in denen die Kapazitäten um rund 2 bis 4 TWh gestiegen sind, trotz eines Rückschlags im Jahr 2018. Ab 2021 zeichnete sich auch die Solarenergie durch bemerkenswerte Wachstumsraten aus, mit einem konstanten Anstieg bis 2025. Diese Investitionen in Solar- und Windkraft haben Polen geholfen, den Anteil der sauberen Energie im Strommix zu vergrößern, doch ein nachhaltiges Wachstum erfordert kontinuierliche Investitionen und eine kluge Energiepolitik.