Südkoreas Stromverbrauch wurde in den zwölf Monaten von Juni 2025 bis Mai 2026 weiterhin überwiegend durch fossile Brennstoffe gedeckt: Ihr Anteil lag bei rund 62 %. Davon entfielen etwa 34 % des gesamten Stromverbrauchs auf Kohle und 27 % auf Gas. Kohlenstoffarmer Strom erreichte dagegen rund 36 %. Kernenergie lieferte mit gut 25 % den größten sauberen Beitrag, gefolgt von Solarenergie mit etwa 7 %. Biokraftstoffe und Wasserkraft trugen jeweils rund 1–2 % bei. Damit bleibt die Stromversorgung stark von fossilen Brennstoffen abhängig, deren Nutzung Klimawandel und Luftverschmutzung verursacht.
Wächst der Strom in Südkorea?
Der Stromverbrauch wächst in Südkorea derzeit nur geringfügig: Der jüngste Wert für 2026 beträgt 12.214 kWh pro Person und übertrifft den bisherigen Rekord von 12.183 kWh im Jahr 2025 um lediglich 31 kWh beziehungsweise rund 0,3 %. Bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung ist die Entwicklung hingegen enttäuschend: Sie sank auf 4.398 kWh pro Person und liegt damit 272 kWh beziehungsweise knapp 6 % unter dem Rekord von 2025. Der minimale Verbrauchszuwachs wird somit nicht von einem Wachstum sauberer Stromerzeugung begleitet. Angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI braucht Südkorea einen deutlich stärkeren Ausbau kohlenstoffarmer Stromproduktion.
Vorschläge
Dafür sollte Südkorea seine bereits bedeutende Kernenergieerzeugung ausbauen, bestehende Anlagen langfristig nutzen und zusätzliche Kapazitäten schaffen. Frankreich zeigt mit einem Kernenergieanteil von rund 67 %, wie diese Technologie den Großteil einer Stromversorgung tragen kann; Finnland erreicht rund 38 %. Zugleich bietet Solarenergie erhebliches Ausbaupotenzial, etwa auf Dächern und industriellen Flächen: Deutschland erzeugt rund 20 % seines Stroms aus Solarenergie, der US-Bundesstaat Kalifornien sogar rund 31 %. Für die ergänzende Windstromerzeugung, insbesondere auf See, sind das Vereinigte Königreich mit rund 30 % und Dänemark mit rund 57 % interessante Vorbilder. Südkorea kann von diesen Regionen lernen, indem es den Ausbau von Kernenergie, Solar- und Windenergie mit leistungsfähigen Stromnetzen und einer vorausschauenden Planung verbindet.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch wurde Südkoreas kohlenstoffarme Stromerzeugung vor allem durch kräftige Zuwächse der Kernenergie geprägt. In den späten 1980er-Jahren stieg deren jährliche Erzeugung in den aufgeführten Jahren um jeweils 7 bis 11 TWh; in den 1990er-Jahren kamen weitere jährliche Zuwächse von etwa 8 bis 13 TWh hinzu. Auch die 2000er-Jahre brachten starke Fortschritte, darunter gut 16 TWh zusätzlich im Jahr 2005. Die späteren Rückgänge waren dagegen erhebliche Rückschritte für die saubere Stromversorgung: 2013 sank die Kernenergieerzeugung um knapp 12 TWh, 2017 und 2018 um rund 14 beziehungsweise 15 TWh. Dazwischen und danach gab es erfreuliche Erholungen, insbesondere 2014 mit knapp 18 TWh, 2019 mit rund 12 TWh und 2022 mit gut 17 TWh zusätzlicher Erzeugung. Nach einem weiteren Plus von knapp 8 TWh im Jahr 2024 ist der Rückgang um rund 15 TWh im jüngsten Datenstand 2026 besonders besorgniserregend: Solche Verluste erschweren den dringend notwendigen Ausbau kohlenstoffarmer Stromversorgung.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.


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