Deutschland befindet sich auf einem bemerkenswerten Weg, wenn es um die Stromerzeugung aus kohlenstoffarmen und fossilen Quellen geht. Aktuell liefern kohlenstoffarme Energieträger mehr als die Hälfte des erzeugten Stroms, wobei Windkraft fast ein Drittel und Solarenergie mehr als ein Sechstel ausmachen. Wasserkraft und Biokraftstoffe tragen ebenfalls signifikant bei, obwohl sie kleinere Anteile haben. Dennoch bleiben fossile Brennstoffe bedeutend, vor allem Kohle, die mehr als ein Fünftel des Stroms liefert, und Gas mit einem Anteil von über einem Zehntel. Angesichts des Trends zur Förderung sauberer Energie sind diese fossilen Anteile beunruhigend, da sie sowohl Umweltabschottung als auch die Vision einer nachhaltigeren Energielandschaft herausfordern.
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Wächst der Strom in Deutschland?
In Bezug auf das Wachstum des Stromverbrauchs in Deutschland sieht die Situation weniger rosig aus. Der aktuelle Pro-Kopf-Stromverbrauch von 5315 kWh liegt deutlich unter dem historischen Spitzenwert von 7906 kWh im Jahr 2008. Auch bei kohlenstoffarmer Erzeugung gibt es einen Rückgang mit 3216 kWh pro Person im Vergleich zu einem Höchststand von 3825 kWh im Jahr 2019. Diese Rückgänge sind besorgniserregend, da sie auf ein sehr gemächliches Wachstum beziehungsweise einen Rückgang hinweisen, was den Fortschritten im Kampf gegen Klimawandel und fossile Abhängigkeit schadet.
Vorschläge
Um den Anteil kohlenstoffarmer Energie zu erhöhen, sollte Deutschland intensiv in den Ausbau von Wind- und Solaranlagen investieren, da diese bereits erheblich zur Stromproduktion beitragen. Ein Blick auf erfolgreiche Länder könnte wertvolle Erkenntnisse liefern: Frankreich und die Slowakei generieren beispielsweise mehr als 60% ihres Stroms aus Kernenergie. Auch in den USA zeigen Staaten wie Iowa, dass ein massiver Anteil an Windenergie möglich ist. Deutschland könnte diese Best-Practice-Beispiele berücksichtigen, insbesondere bei der Betrachtung von Erfolgen im Solarsektor in Kalifornien und Nevada. Die Kombination dieser Strategien könnte den Anteil kohlenstoffarmer Stromerzeugung erheblich steigern und Deutschland auf einen nachhaltigen Kurs bringen.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromproduktion in Deutschland zeigt ein gemischtes Bild. In den späten 1970er und 1980er Jahren erlebte die Kernenergie beachtenswerte Zuwächse. Deutlich zu kritisieren sind jedoch die Rückgänge in den 2000er Jahren, besonders ab 2007, als die Erzeugung aus Kernenergie scharfe Einbrüche erlebte. Gleichzeitig gab es in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte bei der Windenergie, insbesondere 2015 und 2017. Die Schwankungen in der kohlenstoffarmen Erzeugung spiegeln die wechselhafte Energiepolitik wider, was heute eine verstärkte und konsequente Ausrichtung auf den Ausbau von Windkraft, Solarenergie und eventuell der Wiederbelebung von Kernenergie erfordert, um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern.