In Japan, der Anteil an Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen macht mehr als die Hälfte des Gesamtverbrauchs aus, nämlich rund 64%. Genauer gesagt, stammt fast ein Drittel des Stroms aus Gas, während knapp 28% auf Kohle entfallen und etwas mehr als 2% aus Öl. Die kohlenstoffarme Stromerzeugung deckt dagegen etwa 35% der Gesamtnachfrage, wobei Solarenergie mit mehr als 10% die Spitze anführt. Kernenergie liefert fast ein Zehntel des gesamten Stroms, gefolgt von fast 9% Wasserkraft und rund 4% Biokraftstoffe. Windenergie trägt mit einem geringen Anteil von knapp über 1% zur Energieerzeugung bei. Während sich Japan auf dem Weg zu nachhaltigeren Quellen befindet, dominieren immer noch fossile Brennstoffe den Energiemix.
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Wächst der Strom in Japan?
Betrachtet man das gegenwärtige Stromverbrauchsniveau in Japan, ist ein Rückgang im Vergleich zum historischen Höchststand festzustellen. Der neueste Wert aus 2025 zeigt einen individuellen Stromverbrauch von 7833 kWh, gegenüber dem Rekordniveau von 9134 kWh im Jahr 2010. Dies entspricht einem Rückgang von 1302 kWh. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung verzeichnete einen deutlichen Rückgang; der neueste Wert liegt bei 2713 kWh pro Person, verglichen mit 3543 kWh im Jahr 1998, ein Minus von 830 kWh. Angesichts der Herausforderungen durch den Klimawandel und die steigende Nachfrage nach Elektrifizierung und neuen Technologien besteht ein dringender Bedarf, diese Zahlen zu verbessern und den Anteil der kohlenstoffarmen Energie zu erhöhen.
Vorschläge
Japan kann durch den Ausbau bestehender Solaranlagen und die verstärkte Nutzung der Kernenergie die kohlenstoffarme Stromerzeugung steigern. Ein Blick auf erfolgreiche Regionen weist den Weg: Frankreich erzielt beeindruckende 70% seiner Stromerzeugung aus Kernenergie, während Nevada beeindruckende 33% aus Solarenergie bezieht. Auch Kalifornien mit 29% Solarenergie bietet wertvolle Erkenntnisse. Japan sollte von diesen Beispielen lernen und Investitionen in Solar- und Kernenergie priorisieren. Die Erfahrungen dieser Regionen zeigen, dass durch gezielte politische Maßnahmen und technische Innovationen der Übergang zu einer nachhaltigeren Stromerzeugung erfolgreich gestaltet werden kann.
Geschichte
Ein Rückblick in die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Japan zeigt bemerkenswerte Entwicklungen, insbesondere im Bereich der Kernenergie. In den späten 1970er- und frühen 80er-Jahren wurden erhebliche Kapazitäten aufgebaut, insbesondere mit einem Anstieg von 27,7 TWh im Jahr 1978 und wiederholt über 20 TWh in den folgenden Jahren. Allerdings gab es in den 2000er-Jahren erhebliche Rückschläge, speziell 2003 mit einem dramatischen Rückgang von über 55 TWh in der Kernenergieproduktion. 2011 führte dann ein weiterer drastischer Einschnitt zu einer Reduzierung von 186,5 TWh, gefolgt von weiteren Rückgängen in den folgenden Jahren. Trotz dieser Herausforderungen hat sich die kerntechnische Kapazität in jüngster Zeit stabilisiert, wie die Zunahme um 32 TWh im Jahr 2018 und um 25,8 TWh im Jahr 2023 zeigt. Der Weg zu einer stabilen und wachsenden kohlenstoffarmen Energiezukunft bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die entschlossenes Handeln erfordert.