Von Juni 2025 bis Mai 2026 wurde Japans Stromverbrauch zu rund 63 % durch fossile Brennstoffe und zu etwa 35 % durch kohlenstoffarme Quellen gedeckt. Fossile Brennstoffe dominieren damit weiterhin: Gas lieferte rund 30 % des Stroms, Kohle etwa 28 % und Öl gut 2 %. Kohlenstoffarmer Strom kam vor allem aus Solar mit knapp 11 %, Kernenergie mit rund 9 % und Wasserkraft mit gut 8 %. Biokraftstoffe trugen etwa 5 % und Wind gut 1 % bei. Damit stammt erst etwas mehr als ein Drittel des Stroms aus sauberen Quellen; der weiterhin hohe Einsatz fossiler Brennstoffe belastet Klima und Luftqualität.
Wächst der Strom in Japan?
Gemessen an den historischen Höchstständen ist Japans Stromverbrauch pro Kopf nicht gewachsen. Der jüngste Wert für 2026 beträgt rund 7.900 kWh pro Person und liegt damit etwa 1.240 kWh beziehungsweise 14 % unter dem Rekord von 2010 mit rund 9.130 kWh. Noch deutlicher ist der Rückstand beim kohlenstoffarmen Strom: Die jüngste Erzeugung von rund 2.780 kWh pro Person liegt etwa 770 kWh beziehungsweise 22 % unter dem Höchststand von 1998. Diese Rückstände sind besorgniserregend, denn Elektrifizierung und die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz erfordern mehr sauberen Strom. Ein Vergleich mit früheren Rekorden zeigt allerdings nicht, ob der Stromverbrauch zuletzt gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist.
Vorschläge
Japan sollte insbesondere seine bereits bedeutende Solarstromerzeugung ausbauen und zugleich die Kernenergie stärken. Als technologisch und wirtschaftlich relevantes Vergleichsland zeigt Südkorea mit einem Kernenergieanteil von 25 %, dass diese saubere Quelle deutlich mehr beitragen kann als derzeit in Japan; Frankreich erreicht sogar rund 67 %. Für Solar bieten die US-Bundesstaaten Kalifornien und Nevada mit Anteilen von rund 31 % beziehungsweise 35 % hilfreiche Orientierung, etwa für den Ausbau auf Dächern und geeigneten Freiflächen sowie die Integration zusätzlicher Erzeugung ins Stromnetz. Auch Wind sollte stärker genutzt werden: Das Vereinigte Königreich erzeugt rund 30 % seines Stroms daraus und ist als Inselregion ein besonders interessanter Bezugspunkt für Japan. Ein gemeinsamer Ausbau von Solar, Kernenergie, Wind und Stromnetzen könnte die kohlenstoffarme Stromversorgung erheblich vergrößern und fossile Stromerzeugung ersetzen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte des kohlenstoffarmen Stroms in Japan wurde stark von der Kernenergie geprägt. Ende der 1970er Jahre und in den 1980er Jahren gab es kräftige Zuwächse: 1978 stieg die Kernstromerzeugung um rund 28 TWh, und 1984, 1985 sowie 1987 jeweils um etwa 20 bis 25 TWh. Auch Anfang und Mitte der 1990er Jahre kamen mehrfach rund 19 bis 26 TWh hinzu, während die Wasserkraft 1994 um etwa 30 TWh zurückging. Die 2000er Jahre verliefen wechselhaft: Auf Kernstromverluste von rund 25 und 55 TWh in den Jahren 2002 und 2003 folgten deutliche Erholungen, jedoch auch ein erneuter Rückgang um rund 40 TWh im Jahr 2007. Besonders gravierend waren die Einbrüche von 2011 und 2012 mit zusammen rund 272 TWh weniger Kernstrom – ein schwerer Rückschlag für Japans saubere Stromversorgung, dessen Ausmaß äußerst kritisch zu bewerten ist. Die Zuwächse von rund 32 TWh im Jahr 2018 und 26 TWh im Jahr 2023 sind erfreulich, während der Rückgang um etwa 21 TWh im Jahr 2020 unterstreicht, wie wichtig ein dauerhaft verlässlicher Wachstumspfad für kohlenstoffarmen Strom ist.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.


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