Im Jahr 2025 ist der Stromverbrauch in Kroatien durch eine bemerkenswerte Dominanz kohlenstoffarmer Energien geprägt. Über die Hälfte des erzeugten Stroms stammt aus kohlenstoffarmen Quellen, darunter fast 27% aus Wasserkraft, und fast 17% aus Windenergie. Fossile Brennstoffe hingegen, insbesondere Gas und Kohle, tragen nur wenig mehr als 16% bei. Nettostromimporte machen fast ein Drittel der Stromversorgung aus, was darauf hindeutet, dass Kroatien nicht alle seine Strombedürfnisse selbst decken kann. Solare Energieformen machen hingegen knapp 3% der Gesamtstromerzeugung aus, was Spielraum für erhebliches Wachstum lässt. Der Anteil der Bioenergie liegt bei etwa 3,6%, während unspezifizierte erneuerbare Energien fast keine Rolle spielen.
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Wächst der Strom in Kroatien?
Es zeigt sich jedoch, dass der Stromverbrauch in Kroatien rückläufig ist, was eine besorgniserregende Entwicklung darstellt. Im Jahr 2025 beträgt der Pro-Kopf-Stromverbrauch 4782 kWh, was einen Rückgang von 388 kWh gegenüber dem Rekordwert aus dem Vorjahr bedeutet. Besonders bedauerlich ist der Rückgang bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung, die von 3120 kWh im Jahr 2023 auf 2491 kWh im Jahr 2025 fiel. Dieser Rückgang um 629 kWh im Bereich der sauberen Energie ist besonders alarmierend und verdeutlicht die Notwendigkeit, den Fokus wieder verstärkt auf die Förderung zuverlässiger und sauberer Energiequellen zu legen.
Vorschläge
Um den Anteil an kohlenstoffarmer Stromerzeugung zu erhöhen, sollte Kroatien die bestehende Windenergie weiter ausbauen, da diese bereits jetzt signifikante Mengen an Strom liefert. Gleichzeitig könnte Kroatien von Ländern wie Dänemark durch deren beeindruckenden Erfolg im Bereich der Windenergie lernen, die fast 60% ihrer Energie aus dieser Quelle gewinnt. Zudem wäre die Betrachtung der Kernenergieerfolge in Ländern wie Frankreich und der Slowakei, wo der Großteil der Energie aus Kernkraft stammt, von Vorteil. Auch die Fokussierung auf solare Energie, ähnlich wie in Regionen wie Nevada, wo der Anteil der Solarenergie 33% beträgt, könnte Kroatien helfen, seinen Energiemix zu diversifizieren und die Stromproduktion zu steigern.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Kroatien ist durch starke Schwankungen in der Wasserkrafterzeugung geprägt. In den frühen 1990er Jahren wurde ein Wachstum verzeichnet, insbesondere im Jahr 1991 mit einem Anstieg von 1,6 TWh. Auch 1996 stieg die Produktion um 2,2 TWh an. Dennoch wechselten sich in den folgenden Jahrzehnten Jahre mit Anstiegen, wie 2013 mit einem beeindruckenden Zuwachs von 3,7 TWh, mit Jahren der Reduktion ab, etwa 2011 mit einem Rückgang von 4,1 TWh. Diese Instabilität lenkt den Blick auf die Notwendigkeit, zuverlässigere und stabilere kohlenstoffarme Energiequellen zu entwickeln, um die Energiezukunft Kroatiens zu sichern.