Der aktuelle Zustand des Stromverbrauchs in Kanada zeigt eine starke Tendenz zu kohlenstoffarmer Energie. In den letzten zwölf Monaten, von Dezember 2024 bis November 2025, stammt mehr als die Hälfte des Stroms aus Wasserkraft, die eine bedeutende Rolle spielt und 54,86 % des gesamten Stromverbrauchs ausmacht. Die gesamte kohlenstoffarme Energie beträgt rund 79 %, inklusive Kernenergie mit fast einem Drittel. Windenergie steuert ebenfalls zur kohlenstoffarmen Stromerzeugung bei und macht etwa 8 % aus. Auf der anderen Seite macht Strom aus fossilen Brennstoffen etwa 21 % des Gesamtverbrauchs aus, wobei Gas davon den größten Teil ausmacht. Kohle ist fast kein Teil des Verbrauchs, was positiv im Hinblick auf die Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu sehen ist.
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Wächst der Strom in Kanada?
Der Stromverbrauch pro Kopf in Kanada war 2025 mit 15.640 kWh deutlich geringer als der Höchststand im Jahr 2000, der bei 19.607 kWh lag. Dies entspricht einem Rückgang um fast 4.000 kWh pro Kopf. Auch der Anteil der kohlenstoffarmen Energie hat im Vergleich zu seinem Höchststand 1996 abgenommen, was eine Abnahme von rund 2.800 kWh pro Kopf bedeutet. Diese Zahlen sind besorgniserregend, zumal die Nachfrage nach Strom aufgrund der Dekarbonisierung und der zunehmenden Digitalisierung weiter steigen wird. Ein Rückgang in der Stromproduktion, besonders in der kohlenstoffarmen Stromerzeugung, ist kontraproduktiv angesichts der notwendigen Umstellung auf saubere Energietechnologien zur Bekämpfung des Klimawandels.
Vorschläge
Kanada könnte die kohlenstoffarme Stromproduktion durch den Ausbau der Kernenergie erheblich steigern. Da Kernenergie bereits eine bedeutende Rolle im Energiemix Kanadas spielt, wäre es sinnvoll, diesen Bereich weiter auszubauen. Länder wie Frankreich und die Slowakei zeigen mit über 65 % Kernenergieanteil, wie stark der Beitrag von Kernenergie zur kohlenstoffarmen Stromerzeugung sein kann. Zudem könnte Kanada von den Erfahrungen von Staaten wie Nevada, das etwa ein Drittel seines Stroms aus Solarenergie bezieht, profitieren. Es wäre ratsam, auch die Kapazitäten für Solar- und Windenergie zu erweitern, um eine vielfältigere und nachhaltigere Energiezukunft zu sichern.
Geschichte
In der Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Kanada gab es mehrere Höhen und Tiefen. In den frühen 1980er Jahren stieg die Wasserkraftproduktion gewaltig an, später jedoch folgten teilweise erhebliche Rückgänge, wie 1989 und besonders dramatisch 2023. Im Gegensatz dazu erlebte die Kernenergie in den frühen 1990er Jahren eine Renaissance mit einem deutlichen Anstieg. Doch es ist kritisch anzumerken, dass trotz dieser Potenziale in den letzten Jahren nicht ausreichend auf den Ausbau dieser sauberen Energien gesetzt wurde. Die jüngsten Rückgänge insbesondere in der Wasserkraft deuten darauf hin, dass dringend zusätzliche Investitionen und strategische Planungen notwendig sind, um Kanadas Führungsrolle in kohlenstoffarmer Stromproduktion zu sichern und auszubauen.




