Von August 2025 bis Juli 2026 stammten in Kanada rund 79 % des verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen und rund 21 % aus fossilen Brennstoffen. Wasserkraft lieferte mit etwa 55 % mehr als die Hälfte des Stroms. Hinzu kamen Kernenergie mit gut 12 %, Wind mit rund 8 %, Biokraftstoffe mit knapp 2 % und Solar mit gut 1 %. Bei den fossilen Brennstoffen dominierte Gas mit knapp 18 % des gesamten Stromverbrauchs; Kohle trug etwas mehr als 2 % bei. Kanada verfügt damit bereits über eine überwiegend saubere Stromversorgung, kann aber durch zusätzliche kohlenstoffarme Erzeugung fossilen Strom und die damit verbundenen Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen weiter verdrängen.
Wächst der Strom in Kanada?
Beim Stromverbrauch pro Kopf liegt Kanada deutlich unter seinen historischen Höchstständen. Der jüngste Wert für 2026 beträgt rund 15.900 kWh pro Person, gegenüber etwa 19.600 kWh im Rekordjahr 2000. Das entspricht einem Rückgang um rund 3.700 kWh oder 19 %. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Kopf liegt mit knapp 12.600 kWh unter ihrem Rekord von rund 15.300 kWh aus dem Jahr 1996 – ein Minus von etwa 2.700 kWh oder 18 %. Diese Entwicklung ist angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI besorgniserregend. Die Rekordvergleiche allein zeigen allerdings weder den jüngsten jährlichen Wachstumstrend noch die Entwicklung des gesamten Stromverbrauchs, da sie sich auf Werte pro Person beziehen.
Vorschläge
Kanada sollte seine bestehende Kernenergie ausbauen und zugleich Solar- und Windstrom deutlich steigern. Kernenergie liefert bereits einen erheblichen Beitrag und bietet eine starke Grundlage für zusätzliche saubere Stromerzeugung. Als Vorbilder eignen sich etwa Frankreich mit rund 67 % Kernenergie sowie der US-Bundesstaat Ontario nicht – Ontario ist eine kanadische Provinz; relevante Vergleichsregionen aus den vorliegenden Daten sind vielmehr der US-Bundesstaat Illinois mit 49 % und Finnland mit 37 %. Finnland zeigt außerdem mit 25 % Windstrom, wie beide kohlenstoffarmen Quellen zusammenwirken können. Für den Ausbau der Windkraft sind auch Schweden mit 24 % und der US-Bundesstaat North Dakota mit 36 % interessante Bezugspunkte. Bei Solar kann Kanada unter anderem vom US-Bundesstaat Maine lernen, wo diese Technologie 18 % des Stroms liefert, sowie von Deutschland mit 20 %. Solche Beispiele bieten Orientierung für einen an Kanadas regionale Bedingungen angepassten Ausbau.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch wurde Kanadas kohlenstoffarme Stromerzeugung stark durch den Ausbau und die jährlichen Schwankungen der Wasserkraft geprägt. Zwischen 1978 und Mitte der 1980er-Jahre gab es mehrfach Zuwächse von etwa 15 bis 20 TWh, bevor die Erzeugung 1989 um rund 16 TWh sank. In den 1990er-Jahren setzte die Kernenergie wichtige Wachstumsimpulse: 1993 und 1994 kamen jeweils rund 14 TWh hinzu. Die Wasserkraft legte 1996 um knapp 20 TWh zu, verlor 1998 etwa 19 TWh und gewann 1999 rund 14 TWh zurück. In den 2000er-Jahren folgten auf einen Wasserkraftrückgang von 25 TWh im Jahr 2001 mehrere kräftige Zuwächse; zusätzlich stieg die Kernstromerzeugung 2004 um rund 16 TWh. Auf einen weiteren Wasserkraftrückgang 2010 folgte 2011 ein Plus von etwa 24 TWh. Besonders ernüchternd ist die jüngste Entwicklung: Nach einem Zuwachs von 15 TWh im Jahr 2022 sank die Wasserkrafterzeugung 2023 um knapp 37 TWh und 2024 nochmals um rund 14 TWh. Diese Rückgänge unterstreichen, wie wichtig zusätzliche kohlenstoffarme Erzeugung aus Kernenergie, Solar und Wind für weiteres sauberes Stromwachstum ist.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













