Kanada hat in den letzten zwölf Monaten einen bemerkenswerten Erfolg erzielt, indem es über 80% seines Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen bezieht. Von Juli 2024 bis Juni 2025 stammte der größte Teil dieser sauberen Energie aus Wasserkraft, die mehr als die Hälfte der gesamten Stromerzeugung ausmachte. Kernenergie liefert ebenfalls einen signifikanten Teil mit fast 14%, während Windenergie für knapp 8% verantwortlich ist. Der restliche Anteil an fossilen Energien, hauptsächlich Gas, ist mit fast 20% deutlich geringer. Dies zeigt einen klaren Fokus auf saubere und nachhaltige Energieproduktion in Kanada und hebt die Notwendigkeit hervor, andere Sektoren wie Transport, Heizung und Industrie zu elektrifizieren, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen weiter zu reduzieren.
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Wächst der Strom in Kanada?
Trotz dieses hohen Anteils an kohlenstoffarmer Stromerzeugung zeigt der Stromverbrauch in Kanada eine stagnierende oder gar rückläufige Tendenz. Der Pro-Kopf-Stromverbrauch im Jahr 2025 liegt bei 15.747 kWh, was signifikant niedriger ist als der Rekordwert von 19.607 kWh im Jahr 2000. Auch die kohlenstoffarme Stromproduktion pro Kopf ist seit ihrem Höchststand im Jahr 1996 zurückgegangen, von damals 15.263 auf derzeit 12.610 kWh. Diese Entwicklungen sind besorgniserregend, da sie auf einen Rückgang sowohl des allgemeinen als auch des kohlenstoffarmen Stromverbrauchs hinweisen und die Herausforderung verdeutlichen, genügend saubere Elektrizität zur Unterstützung einer umfassenden Elektrifizierung bereitzustellen.
Vorschläge
Um den Anteil der kohlenstoffarmen Stromerzeugung zu erhöhen, sollte Kanada die bestehende Kernenergie weiter ausbauen. Da Kernenergie bereits einen erheblichen Beitrag zur sauberen Stromproduktion leistet, bietet ihre Erweiterung eine schnelle und effiziente Möglichkeit, um die wachsende Nachfrage und die Ziele zur CO₂-Reduktion zu erreichen. Neben der Kernenergie könnte auch die Solarenergie ausgebaut werden, um die Diversifizierung der sauberen Stromquellen zu unterstützen. Durch die Priorisierung dieser zukunftsfähigen Technologien kann Kanada seinen Weg zu einem nachhaltigen Energiesystem fortsetzen.
Geschichte
Ein Blick in die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Kanada zeigt sowohl beeindruckende Anstiege als auch Herausforderungen. In den frühen 1980er Jahren gab es beispielsweise signifikante Zuwächse in der Wasserkraft, mit bemerkenswerten Anstiegen von bis zu 20,2 TWh pro Jahr. Die 1990er Jahre erlebten ebenfalls starke Zuwächse vor allem in der Kernenergie, welche sich in den Jahren 1993 und 1994 stark erhöhte. Allerdings zeigen die Daten auch Rückgänge, wie etwa die bedeutenden Einbrüche in der Wasserkraft um die Jahrtausendwende und zuletzt in den Jahren 2023 und 2024. Diese Rückgänge, insbesondere der kritische Rückgang der Kernenergie, sollten als dringende Aufforderung betrachtet werden, in die Stabilität und den Ausbau der kohlenstoffarmen Stromerzeugung zu investieren, um Kanada zukunftssicher und umweltfreundlich zu machen.