In den letzten zwölf Monaten von August 2024 bis Juli 2025 wurden in Kanada mehr als drei Viertel der gesamten Stromproduktion aus kohlenstoffarmen Quellen erzeugt, was auf einen bedeutenden Beitrag dieser Technologie zur sauberen Energieerzeugung hinweist. Insbesondere macht die Wasserkraft mit etwa 55 % mehr als die Hälfte der Energieerzeugung aus. Kernenergie trägt rund 14 % bei, was die zweitgrößte Quelle für kohlenstoffarmen Strom darstellt. Windenergie trägt fast 8 % bei. Trotz dieser Anstrengungen kommt immer noch etwa ein Fünftel der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen, wobei Gas mit über 15 % die Hauptquelle ist und Kohle mit weniger als 4 % beteiligt ist. Es gibt auch einen geringen, aber wachsenden Beitrag von Solar- und Biokraftstoffen, wobei jede dieser Quellen rund 1 % ausmacht.
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Wächst der Strom in Kanada?
Hinsichtlich des Wachstums der Stromnachfrage in Kanada haben sich die aktuellen Konsumzahlen von 2025 auf 15.697 kWh pro Kopf reduziert, was im Vergleich zum Hoch aus dem Jahr 2000, als der Verbrauch bei 19.607 kWh pro Person lag, einen Rückgang von 3.910 kWh bedeutet. Der Anteil der kohlenstoffarmen Stromerzeugung liegt bei 12.547 kWh pro Kopf, was deutlich hinter dem Rekordwert von 1996 liegt, welcher bei 15.263 kWh pro Person stand – also ein Rückgang von 2.716 kWh. Diese Zahlen sind besorgniserregend, da sie auf einen übergreifenden Rückgang des Verbrauchs und der Stromerzeugung hinweisen, was nicht mit den Anforderungen der Zukunft in Einklang steht, insbesondere angesichts der Bedeutung von Elektrifizierung und AI-getriebener Nachfrage.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Kanada zu steigern, wäre die Erweiterung bestehender Kernkraftanlagen vorteilhaft, da Kernenergie bereits einen großen Beitrag liefert. Kanada kann von Regionen lernen, die in bestimmten Bereichen erfolgreich sind: Frankreich und die Slowakei generieren beispielsweise einen Großteil ihres Stroms mit Kernenergie (69 % bzw. 67 %), während Staaten wie Iowa und South Dakota bedeutende Anteile ihrer Elektrizität aus Windenergie beziehen (60 % bzw. 57 %). Diese Beispiele zeigen, dass sowohl die Ausweitung der Kernkraft als auch die Investition in Windenergie realisierbare Wege nach vorne sind. In Bezug auf Solarenergie könnten erfolgreiche Regionen wie Nevada und Libanon, die jeweils 30 % und 31 % ihrer Energie aus Solarenergie beziehen, als Modell dafür dienen, wie Kanada seine Solarkapazitäten erhöhen kann.
Geschichte
Ein Rückblick auf die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Kanada verdeutlicht einige bemerkenswerte Trends: In den frühen 1980er Jahren gab es signifikante Anstiege bei der Wasserkrafterzeugung, wie etwa 1978 und 1985. Die 1990er Jahre brachten Zuwächse im Kernenergiesektor, insbesondere Mitte der Dekade. Jedoch folgten im frühen 21. Jahrhundert beunruhigende Rückgänge bei der Wasserkrafterzeugung – ein deutliches Minus 2001 und erneut 2010. Besonders kritisch ist die jüngste Entwicklung, in der die Wasserkrafterzeugung 2023 und 2024 abnahm. Dies unterstreicht die Dringlichkeit, Kanadas kohlenstoffarme Kapazitäten gezielt zu stärken, um einen Rückgang in der künftigen Stromerzeugung zu vermeiden und den Weg für eine nachhaltigere Energiezukunft zu sichern.