Im Jahr 2025 befindet sich der Stromverbrauch in der EU in einem Zustand, bei dem kohlenstoffarme Energiequellen mehr als zwei Drittel der gesamten Stromerzeugung ausmachen. Die größten Anteile innerhalb der kohlenstoffarmen Energiequellen entfallen auf Kernenergie, die fast ein Viertel der Gesamtstromerzeugung bereitstellt, gefolgt von Wind mit fast 18 %, Wasserkraft mit mehr als 13 % und Solarenergie mit rund 13 %. Auf der anderen Seite stehen die fossilen Brennstoffe, die für etwa 28 % der Stromerzeugung verantwortlich sind, wobei Gas mit fast 16 % und Kohle mit etwas mehr als 10 % die Hauptanteile bilden. Öl trägt einen sehr kleinen Anteil zur Stromerzeugung bei. Diese Aufteilung zeigt, dass die EU bedeutende Fortschritte in Richtung kohlenstoffarmer Stromerzeugung gemacht hat.
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Wächst der Strom in EU?
Der Stromverbrauch in der EU ist derzeit rückläufig, was Anlass zur Sorge gibt. Der aktuelle durchschnittliche Stromverbrauch in der EU beträgt 5.773 kWh pro Person, was einen Rückgang gegenüber dem Höchststand von 6.868 kWh pro Person im Jahr 2008 bedeutet. Auch die Erzeugung von kohlenstoffarmem Strom hat im Jahr 2025 leicht abgenommen und beträgt 4.146 kWh pro Person im Vergleich zu 4.200 kWh pro Person im Jahr 2024. Dieser Rückgang ist alarmierend, da die steigende Elektrifizierung und der steigende Bedarf an sauberer Energie für den Klimaschutz eine Zunahme des Stromverbrauchs insbesondere aus kohlenstoffarmen Quellen erfordern.
Vorschläge
Um die Erzeugung von kohlenstoffarmem Strom in der EU zu steigern, sollte der Ausbau der bereits etablierten Technologien wie Kernenergie, Wind und Solar forciert werden. Die EU kann von Ländern wie Frankreich und der Slowakei lernen, die einen erheblichen Anteil ihrer Stromerzeugung aus Kernenergie decken, nämlich 68 % beziehungsweise 67 %. Auch der Ausbau der Windenergie könnte von Regionen wie Dänemark oder den US-Bundesstaaten Iowa und South Dakota, die mehr als 50 % ihres Stroms durch Windkraft erzeugen, inspirieren. Im Bereich der Solarenergie kann die EU von Nevada lernen, wo Solarenergie 33 % der Stromerzeugung ausmacht. Derartige Vorbilder zeigen, dass eine starke Fokussierung auf kohlenstoffarme Energien möglich und notwendig ist, um nachhaltige Energielösungen in der EU sicherzustellen.
Geschichte
In den 1980er Jahren erlebte die EU einen deutlichen Anstieg der kernenergiegetragenen Stromerzeugung, besonders in den Jahren 1984 und 1985 mit Zuwächsen von über 100 TWh. Diese Phase der Expansion geriet allerdings ins Stocken und zeigte in den 2000er Jahren erhebliche Rückschläge. Zu den besonders kritischen Momenten gehört das Jahr 2009 mit einem Rückgang um fast 60 TWh und das Jahr 2020, in dem die Kernenergieerzeugung um fast 118 TWh abnahm. Trotz gelegentlicher Zuwächse in den Jahren wie 2021, in denen die Kernenergie um etwa 47 TWh zunahm, verdeutlichen diese Daten eine Geschichte, die von starken Schwankungen geprägt ist und dringend einer stabileren und kontinuierlichen Entwicklung zugunsten kohlenstoffarmer Elektrizität bedarf. Auch die Bewegungen in der Wasserkraft zeigen zwischen den Jahren 2002 und 2023 signifikante Rückgänge und Erholungen, was darauf hinweist, dass in den kommenden Jahren strategische Investitionen und Optimierungen notwendig sind, insbesondere bei Kern- und Solarenergie.