Im Jahr 2025 zeichnet sich der Stromverbrauch in der EU durch einen bedeutenden Anteil an kohlenstoffarmer Stromerzeugung aus, der mehr als die Hälfte der gesamten Erzeugung ausmacht. Konkret stammen etwa 72% des Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen. Der größte Anteil davon wird durch Kernenergie gedeckt, die ungefähr ein Viertel der gesamten Elektrizität ausmacht. Windkraft trägt knapp 18% bei, während Wasserkraft mit etwa 13% und Solarenergie mit rund 12% folgen. Die fossile Stromerzeugung steht mit einem Anteil von etwa 26% deutlich im Schatten der kohlenstoffarmen Optionen. Gas spielt noch eine wesentliche Rolle innerhalb der fossilen Brennstoffkategorie und macht rund 16% des gesamten Mixes aus, während Kohle auf etwa 10% zurückgefallen ist. Biokraftstoffe haben mit rund 4% eine sehr geringe Präsenz.
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Wächst der Strom in EU?
Derzeit scheint der Stromverbrauch in der EU zu stagnieren oder sogar zurückzugehen. Der aktuelle Stromverbrauch pro Person liegt bei 5618 kWh, was einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Spitzenwert von 6868 kWh im Jahr 2008 darstellt. Dies deutet auf eine Abnahme des Pro-Kopf-Stromverbrauchs um 1250 kWh hin. Auch die Erzeugung von kohlenstoffarmer Elektrizität hat im Vergleich zu 2024 um 155 kWh pro Person abgenommen, was einen besorgniserregenden Rückgang auf 4045 kWh pro Person bedeutet. Angesichts der Notwendigkeit, den CO₂-Ausstoß weiter zu reduzieren und die Elektrifizierung voranzutreiben, ist dieser Rückgang eine ernstzunehmende Herausforderung.
Vorschläge
Um den Anteil an kohlenstoffarmer Stromerzeugung in der EU zu erhöhen, sollten bestehende Kernkraftwerke ausgebaut und in Solar- und Windenergie weiter investiert werden. Frankreich und die Slowakei dienen mit ihrem hohen Anteil an Kernenergie von 70% bzw. 66% als Beispiele für eine erfolgreiche Nutzung dieser Technologie. Darüber hinaus kann die EU von Iowa und Dänemark lernen, die mit etwa 60% und 59% einen bemerkenswert hohen Windenergieanteil verzeichnen. Auch in der Solartechnologie gibt es Lehren zu ziehen, insbesondere von Ländern wie Nevada, wo Solarenergie etwa 33% der Erzeugung ausmacht. Diese Beispiele zeigen, dass eine Kombination aus Kernenergie und Wind- sowie Solarenergie eine vielversprechende Strategie für den Ausbau kohlenstoffarmer Elektrizität in der EU sein kann.
Geschichte
In der Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in der EU gab es Phasen signifikanter Zuwächse und Rückgänge. In den 1980er Jahren war die Einführung der Kernenergie signifikant, mit Zuwächsen, die zu dieser Zeit mehr als 100 TWh erreichten. Allerdings gab es auch Rückgänge, wie im Jahr 2009, als die Kernenergie um fast 60 TWh zurückging. Besorgniserregend sind die jüngsten Trends mit einem starken Rückgang der Kernenergie um ca. 118 TWh im Jahr 2022. Die Entwicklung der Windenergie stellt jedoch einen positiven Aspekt dar, besonders im Jahr 2023 mit einem Anstieg von 58 TWh. Angesichts der Herausforderungen einer nachhaltigen Energiewende ist es entscheidend, die kohlenstoffarme Elektrizität entschlossen auszubauen und den kommenden Herausforderungen in Bezug auf Klimawandel und steigenden Energiebedarf zu begegnen.