Frankreich hat kürzlich bedeutende Fortschritte im Bereich der kohlenstoffarmen Stromerzeugung erzielt. Von Juni 2025 bis Mai 2026 stammten über 95% des Stroms in Frankreich aus kohlenstoffarmen Quellen, was eine bemerkenswerte Leistung darstellt. Der Großteil dieses Stroms kommt aus der Kernenergie, die etwa zwei Drittel des Gesamtstroms liefert. Zudem spielen Wasserkraft und Windkraft wichtige Rollen, mit Anteilen von rund 11% bzw. 9%. Solarenergie trägt etwa 6% bei. Im Gegensatz dazu machen fossile Brennstoffe weniger als 5% der Stromerzeugung aus, wobei Gas der Hauptanteil dieser kleinen Gruppe ist. Diese kohlenstoffarmen Energien positionieren Frankreich als bedeutenden Nettoexporteur von Strom und helfen, die Emissionen in benachbarten Regionen zu senken. Der nächste Schritt für Frankreich besteht darin, größere Teile des Verkehrs, der Heizung und der Industrie zu elektrifizieren, was künftig eine Erhöhung des Strombedarfs erfordern wird.
Wächst der Strom in Frankreich?
Aktuell scheint der Stromverbrauch in Frankreich allerdings eine stagnierende Tendenz zu zeigen. Der Pro-Kopf-Stromverbrauch lag 2026 bei 8430 kWh, was deutlich unter dem historischen Höchstwert von 9384 kWh aus dem Jahr 2004 liegt. Dies entspricht einem Rückgang um 954 kWh. Auch bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung zeigt sich ein Rückgang: Die Erzeugung pro Person liegt bei 8027 kWh, was einen Rückgang von 404 kWh im Vergleich zum Rekord von 2004 darstellt. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass der Stromverbrauch und die Erzeugung nicht mit den Anforderungen der Zukunft Schritt halten, insbesondere in Anbetracht der Notwendigkeit, andere Sektoren zu elektrifizieren und auf nachhaltigere Energielösungen zu setzen.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung zu steigern, könnte Frankreich die bestehenden Kapazitäten in der Kernenergie weiter ausbauen. Kernenergie ist bereits ein bedeutender Bestandteil des nationalen Energiemixes und kann schnell skalieren, um den zukünftigen Strombedarf zu decken. Parallel dazu sollte auch in den Ausbau von Solarenergie investiert werden, da sie sich schnell als effizienter und kostengünstiger Weg zur grünen Energieversorgung erwiesen hat. Diese Entwicklungen würden dazu beitragen, fossile Brennstoffe weiter zu verdrängen und die Umweltbelastung zu verringern, während gleichzeitig ein stabiler und wachsender Strombedarf gedeckt werden kann.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
In der Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Frankreich hat sich vor allem die Kernenergie im Laufe der Jahrzehnte als dominierende Kraft etabliert. Besonders in den frühen 1980er Jahren gab es durchgehende jährliche Zuwächse in der Kernenergienutzung, die bedeutend zur Stromversorgung beitrugen. In den 2000er Jahren trat jedoch eine Stagnation und sogar ein Rückgang ein, besonders bemerkenswert in den Jahren 2009 und 2016. Trotzdem verzeichnete die Kernenergie in den Jahren 2021 und 2023 wieder einen positiven Trend, was auf eine Wiederbelebung der Investitionen hinweist. Solange der Ausbau der Kernenergie fortgesetzt und durch innovative Energielösungen wie Solar ergänzt wird, kann Frankreich weiterhin seine kohlenstoffarme Strominfrastruktur verstärken und seiner Rolle als Vorreiter in der sauberen Energie treu bleiben.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.












