Frankreich hat bemerkenswerte Fortschritte im Bereich der kohlenstoffarmen Stromerzeugung erzielt, wobei beeindruckende 96,53 % der Elektrizität aus sauberen Quellen stammen. Dabei spielt die Kernenergie mit einem Anteil von fast 70 % die führende Rolle. Wasserkraft trägt mit fast 12 % bei, gefolgt von Wind mit knapp 9 % und Solar mit rund 6 %. Lediglich ein kleiner Teil des Strombedarfs wird durch fossile Brennstoffe gedeckt, nämlich 3,32 %, von denen fast alles aus Gas stammt. Als bedeutender Nettoexporteur von Elektrizität unterstützt Frankreich auch seine Nachbarregionen dabei, ihre Emissionen zu senken. Die nächste Herausforderung besteht darin, andere Sektoren wie Verkehr, Heizung und Industrie zu elektrifizieren, was eine erhebliche Steigerung des Elektrizitätsbedarfs erfordert.
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Wächst der Strom in Frankreich?
In Bezug auf den Elektrizitätsverbrauch in Frankreich zeigt sich jedoch ein rückläufiger Trend. Der aktuelle Verbrauch liegt bei 8085 kWh pro Person, was einen Rückgang von 1299 kWh im Vergleich zum Rekordjahr 2004 bedeutet, als der Verbrauch pro Person 9384 kWh betrug. Auch die Erzeugung von kohlenstoffarmer Elektrizität ist rückläufig, mit einem Wert von 7805 kWh pro Person, was 627 kWh weniger sind als der historische Höchststand von 8432 kWh im Jahr 2004. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, insbesondere angesichts der Notwendigkeit, den Elektrizitätsverbrauch zu steigern und gleichzeitig den Kohlenstoffausstoß zu verringern.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Frankreich zu steigern, bietet sich die Expansion der bereits etablierten Kernenergie an, da sie bereits einen Großteil der Elektrizität liefert. Die Nutzung von Solarenergie bietet ebenfalls ein erhebliches Potenzial, das genutzt werden sollte. Der verstärkte Ausbau dieser Technologien könnte erheblich dazu beitragen, den zukünftigen Strombedarf zu decken und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen weiter zu verringern.
Geschichte
In der Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Frankreich war das Wachstum der Kernenergie besonders bemerkenswert. In den frühen 1980er Jahren erlebte die Kernenergie massive Zuwächse, insbesondere zwischen 1980 und 1985, als die Erzeugung jährlich um bis zu 47 TWh zunahm. Die Wasserkraft hingegen erlitt 1989 einen bedeutenden Rückgang. In nachfolgenden Jahren wurden teils negative Entwicklungen verzeichnet, insbesondere in den Jahren 2009, 2016 und 2022, als die Kernenergieerzeugung signifikant abfiel. Dies sind Gelegenheiten, aus denen gelernt werden kann, um sicherzustellen, dass die kohlenstoffarme Stromproduktion stabil bleibt und weiter ausgebaut wird, um den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. In den Jahren 2023 und 2024 zeigte sich jedoch eine positive Trendwende mit erneuten Zuwächsen in der Kernenergieerzeugung, was optimistisch stimmt und die Notwendigkeit von Investitionen in solche Technologien unterstreicht.