Frankreich erreicht bereits einen herausragenden Anteil von rund 95 % kohlenstoffarmem Strom. In den zwölf Monaten von September 2025 bis August 2026 entfielen etwa zwei Drittel der Stromversorgung auf Kernenergie, rund 11 % auf Wasserkraft, 9 % auf Wind und 7 % auf Solar. Biokraftstoffe trugen weitere 1,5 % bei und zählen ebenfalls zu den kohlenstoffarmen Quellen. Fossile Brennstoffe lieferten dagegen weniger als 5 % des Stroms, hauptsächlich Gas mit rund 3,5 %. Frankreich ist zudem ein bedeutender Nettoexporteur von Strom und hilft damit benachbarten Regionen, ihre Emissionen zu senken. Die nächste große Aufgabe ist die Elektrifizierung von Verkehr, Heizung und Industrie: Dafür wird deutlich mehr sauberer Strom benötigt.
Wächst der Strom in Frankreich?
Ob Frankreichs Stromverbrauch zuletzt gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist, lässt sich aus dem Vergleich mit historischen Rekorden allein nicht erkennen. Klar ist jedoch: Der aktuelle Stromverbrauch liegt 2026 mit rund 8.460 kWh pro Person deutlich unter dem Rekord von 2004 mit rund 9.380 kWh. Das entspricht einem Rückstand von 920 kWh beziehungsweise knapp 10 %. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung liegt mit rund 8.070 kWh pro Person unter ihrem bisherigen Höchststand von rund 8.430 kWh aus dem Jahr 2004 – ein Minus von 361 kWh oder etwa 4 %. Dieser Abstand ist angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI besorgniserregend und unterstreicht die Bedeutung eines neuen Wachstumskurses.
Vorschläge
Frankreich sollte deshalb seine bereits starke Kernenergie ausbauen: Die bestehende Flotte langfristig nutzen, ihre Stromproduktion steigern und zusätzliche Reaktoren errichten. Kernenergie liefert schon heute den größten Teil des französischen Stroms und bietet damit eine starke Grundlage für mehr kohlenstoffarme Erzeugung. Parallel sollte Frankreich Solar deutlich ausbauen, sowohl auf Dächern als auch durch große Anlagen. Ergänzende Investitionen in Stromnetze, Speicher und flexible Stromnutzung können helfen, die zusätzliche saubere Erzeugung effizient einzusetzen. So lässt sich der wachsende Strombedarf decken und die Nutzung fossiler Brennstoffe samt Klimabelastung und Luftverschmutzung weiter zurückdrängen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch wurde Frankreichs kohlenstoffarme Stromerzeugung vor allem durch den Ausbau der Kernenergie geprägt. Nach einem Wasserkraftzuwachs von rund 28 TWh im Jahr 1977 folgten in den 1980er Jahren große jährliche Kernenergiezuwächse von etwa 21 bis 47 TWh. 1989 sank die Wasserkrafterzeugung um rund 30 TWh, während Kernenergie rund 28 TWh hinzugewann. Weitere deutliche Kernenergiezuwächse folgten 1993, 1996 und 2000 mit etwa 30, 20 und 21 TWh. Die späteren Produktionseinbrüche waren gravierende Rückschritte für die saubere Stromversorgung: rund 30 TWh weniger 2009, 34 TWh weniger 2016, 64 TWh weniger 2020 und besonders alarmierende 82 TWh weniger 2022. Erholungen gab es 2010 und 2021 mit rund 19 beziehungsweise 25 TWh zusätzlich. Besonders erfreulich waren schließlich die kräftigen Zuwächse von jeweils rund 41 TWh in den Jahren 2023 und 2024 – ein wichtiger Schritt zurück zu einer stärkeren kohlenstoffarmen Stromerzeugung.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.














