Im Jahr 2025 präsentiert sich der Stromverbrauch in Italien als ein komplexes Bild aus fossilen Brennstoffen und kohlenstoffarmer Energie. Fossile Brennstoffe spielen mit etwas mehr als 40% eine bedeutende Rolle, wobei Gas beinahe 38% der Elektrizität ausmacht. Kohlenstoffarme Quellen, zu denen Solarenergie (fast 13%), Wasserkraft (rund 12%) und Wind (etwa 8%) zählen, tragen etwa 35% zur Stromerzeugung bei. Eine bemerkenswerte Rolle spielen zudem Netto-Importe, welche fast 19% der Energieversorgung sichern. Während Kohle und Biokraftstoffe gemeinsam weniger als 5% ausmachen, ist es positiv zu vermerken, dass Italien auf emissionsarme Technologien setzt. Jedoch bleibt das deutlich höhere Wachstum kohlenstoffarmer Energien erstrebenswert, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
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Wächst der Strom in Italien?
Italien erfährt bedauerlicherweise einen Rückgang im Stromverbrauch pro Person. Mit 4553 kWh pro Kopf liegt der Konsum deutlich unter dem Rekordstand von 6112 kWh aus dem Jahr 2006. Ein ähnlicher Trend zeigt sich in der Erzeugung kohlenstoffarmer Elektrizität, die von einem Höhepunkt im Jahr 2024 bei 2202 kWh pro Person auf 1605 kWh zurückgegangen ist. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, denn sie signalisiert nicht nur eine Abnahme des Konsums, sondern auch eine gefährliche Verlangsamung im Ausbau umweltfreundlicher Stromquellen. Um den zukünftigen Energiebedarf und die Herausforderungen der Dekarbonisierung zu bewältigen, sollte Italien dringend Maßnahmen zur Erhöhung seines Elektrizitätsverbrauchs, insbesondere aus kohlenstoffarmen Quellen, in Betracht ziehen.
Vorschläge
Für Italien erscheint die Erweiterung der Solarenergie als eine vielversprechende Strategie, um die kohlenstoffarme Stromerzeugung zu verstärken. Italien kann von Ländern wie Kalifornien oder Nevada lernen, die einen großen Teil ihrer Elektrizität aus Solarenergie beziehen. Weiterhin sollte auch der Ausbau der Kernenergie in Erwägung gezogen werden, da Länder wie Frankreich und die Slowakei zeigen, wie effektiv diese Technologie zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen beitragen kann. Windenergie darf ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden, wie erfolgreiche Modelle in Dänemark und Iowa eindrucksvoll demonstrieren. Durch eine verstärkte Investition in diese bewährten Technologien kann Italien seine Energiezukunft nachhaltig und umweltfreundlich gestalten.
Geschichte
Historisch gesehen gab es in Italien erhebliche Schwankungen bei der Erzeugung kohlenstoffarmer Elektrizität, insbesondere im Bereich der Wasserkraft. In den 1980er Jahren führte ein Rückgang der Kernenergienutzung zu Herausforderungen, die das Wachstum kohlenstoffarmer Energie beeinträchtigten. Insbesondere die Rückgänge in der Wasserkrafterzeugung, wie etwa 2025 mit einem Rückgang von mehr als 21 TWh, wirken sich negativ auf die kohlenstoffarme Infrastruktur aus. Der inkonsequente Ausbau und Rückgang der Kapazitäten, vor allem bei der Kernenergie, erfordert dringend eine strategische und langfristige Planung, um eine nachhaltige und grüne Energieversorgung für die Zukunft zu sichern.