In Italien entfielen in den zwölf Monaten von September 2025 bis August 2026 rund 45 % des Stromverbrauchs auf fossile Brennstoffe. Gas dominierte mit gut 41 %, während Öl knapp 2 % und Kohle etwa 1 % beitrugen. Kohlenstoffarmer Strom deckte rund 40 % des Verbrauchs: Solar lieferte gut 15 %, Wasserkraft knapp 12 %, Wind rund 7 %, Biokraftstoffe knapp 5 % und Geothermie knapp 2 %. Hinzu kamen gut 13 % Netto-Importe, deren Zusammensetzung nach Stromquellen aus diesen Daten nicht hervorgeht. Damit bleibt Italiens Stromversorgung erheblich von fossilen Brennstoffen abhängig, die zum Klimawandel und zur Luftverschmutzung beitragen.
Wächst der Strom in Italien?
Ein Wachstum gegenüber den bisherigen Höchstständen ist nicht erkennbar; ob der Stromverbrauch zuletzt gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist, lässt sich aus den vorliegenden Angaben jedoch nicht feststellen. Der jüngste Wert für 2026 beträgt rund 5.230 kWh pro Person und liegt damit etwa 880 kWh beziehungsweise 14 % unter dem Verbrauchsrekord von 2006. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung liegt mit rund 2.120 kWh pro Person unter ihrem bisherigen Höchststand: Gegenüber dem Rekordjahr 2024 fehlen etwa 84 kWh beziehungsweise 4 %. Dieser Rückstand ist besorgniserregend, denn die Elektrifizierung und der wachsende Strombedarf durch KI erfordern eine deutlich stärkere Versorgung mit sauberem Strom.
Vorschläge
Italien sollte insbesondere seine bereits bedeutende Solarstromerzeugung ausbauen und dafür mehr Dachflächen sowie geeignete Freiflächen nutzen. Als Orientierung dienen die US-Bundesstaaten Kalifornien und Nevada, in denen Solar rund 31 % beziehungsweise 35 % der Stromerzeugung liefert. Zugleich sollte Italien den Aufbau von Kernenergie prüfen: Die Nachbarländer Frankreich und Slowenien zeigen mit Kernenergieanteilen von rund 67 % beziehungsweise 40 %, welchen großen Beitrag diese kohlenstoffarme Technologie leisten kann. Ergänzend bietet sich ein Ausbau von Wind an; die Mittelmeerländer Spanien und Griechenland erzeugen damit jeweils rund ein Fünftel ihres Stroms. Ein stärkeres Zusammenspiel von Solar, Wind und Kernenergie, begleitet von Netzausbau und Speichern, könnte Italiens saubere Stromerzeugung deutlich steigern.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Italiens ist durch starke Schwankungen der Wasserkraft und wichtige Fortschritte bei Solar geprägt. Die Wasserkraft legte 1977 um 12 TWh zu, sank 1989 um knapp 7 TWh und gewann 1991 wieder gut 10 TWh. Besonders bedauerlich war der Rückgang der Kernenergie um 8,6 TWh im Jahr 1987: Er bedeutete einen erheblichen Verlust sauberer Stromerzeugung. In den 2000er-Jahren folgten Wasserkraftrückgänge von jeweils rund 7 TWh in den Jahren 2002 und 2005 sowie ein Zuwachs von knapp 9 TWh 2008. Solar machte 2011 und 2012 mit zusammen 17 TWh zusätzlicher Erzeugung einen erfreulichen Sprung. Die Wasserkraft schwankte auch danach stark: Auf einen Zuwachs von knapp 11 TWh 2013 folgten Rückgänge 2015 und 2017, bevor sie 2018 um rund 13 TWh stieg. Nach einem Einbruch von 17 TWh 2022 erholte sie sich 2023 und 2024 um zusammen knapp 24 TWh, verlor jedoch 2025 und 2026 erneut zusammen knapp 18 TWh. Der Solarzuwachs von gut 8 TWh im Jahr 2025 war deshalb besonders willkommen und unterstreicht, wie wichtig ein kontinuierlicher Ausbau kohlenstoffarmer Stromerzeugung ist.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
















