Derzeit basiert mehr als die Hälfte des italienischen Stromverbrauchs auf fossilen Brennstoffen, insbesondere Gas, das fast 40% des Energie-Mixes ausmacht. Kohlenstoffarme Energien spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle und decken etwas mehr als 40% des Strombedarfs ab. Die maßgeblichen kohlenstoffarmen Energiequellen sind Solarenergie und Wasserkraft, die jeweils etwa 14% und 13% beitragen. Der verbleibende Teil der kohlenstoffarmen Energie stammt aus Wind und Biokraftstoffen, ergänzt durch Geothermie. Netto-Importe machen fast 16% des Verbrauchs aus. In Italien besteht eindeutig das Potenzial, durch den Ausbau sauberer Energien die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Netto-Importe zu senken.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen ENTSOE, Eurostat, IEA und World Bank. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Italien?
Die Stromnutzung in Italien zeigt eine besorgniserregende Abnahme. Der aktuelle Stromverbrauch pro Person liegt bei 5368 kWh, deutlich unterhalb des Höchstwertes von 6112 kWh pro Person im Jahr 2006. Diese negative Veränderung ist ein Zeichen für die Dringlichkeit, in saubere Elektrizität zu investieren, um die steigende Nachfrage zu befriedigen und die Ziele der Elektrifizierung und Nachhaltigkeit zu erreichen. Besonders bedauerlich ist, dass auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung im Rückgang ist, mit einem leichten Rückgang von 2202 kWh pro Person im Jahr 2024 auf 2177 kWh im Jahr 2025. Diese Entwicklung erfordert unverzüglich Maßnahmen, um das Potenzial der kohlenstoffarmen Energiequellen besser auszuschöpfen.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Italien zu steigern, sollte insbesondere die Solarenergie weiter ausgebaut werden, da diese bereits einen bedeutenden Beitrag leistet. Italien kann von den Erfolgen anderer Länder lernen, die auf Solar- und Kernkraft setzen. Ein Blick auf Kalifornien und Nevada zeigt, dass fortschrittliche Solarenergie-Technologien einen großen Unterschied machen können, wobei Nevada ein Drittel seines Stroms aus Solarenergie erzeugt. Des Weiteren könnte Italien von Ländern wie Frankreich und der Slowakei lernen, die über 60% ihrer Elektrizität aus Kernenergie beziehen. Kernenergie in Kombination mit Solarenergie könnte erheblich zur Diversifizierung und Dekarbonisierung des italienischen Strommixes beitragen, Klimawandel und Luftverschmutzung entgegenwirken und die zukünftige Stromnachfrage decken.
Geschichte
In der Vergangenheit hat Italien erhebliche Schwankungen in der kohlenstoffarmen Stromerzeugung erlebt, wobei die Wasserkraft im Mittelpunkt stand. In den 1970er und 1980er Jahren gab es bemerkenswerte Zuwächse, insbesondere während der späten 1970er und frühen 1990er Jahre, gefolgt von signifikanten Einbrüchen. Die frühen 2000er Jahre waren gekennzeichnet durch Rückgänge in der Wasserkrafterzeugung, während die 2010er Jahre ein Auf und Ab zeigten. Die Einführung der Solarenergie im Jahr 2011 zeigte ein Wachstum mit bedeutenden Erträgen. Trotz des Rückgangs der Wasserkraft im Jahr 2025 gibt es Potenzial für Erholung und Wachstum durch weitere Investitionen in Solarenergie, die kürzlich um 8,3 TWh gestiegen ist. Es ist an der Zeit, dass Italien eine nachhaltige Vereinbarkeit von Wachstum und Stabilität in der kohlenstoffarmen Stromerzeugung erreicht.





