Von Juli 2025 bis Juni 2026 stammten in den Vereinigten Staaten rund 56 % des verbrauchten Stroms aus fossilen Brennstoffen und rund 44 % aus kohlenstoffarmen Quellen. Gas stellte mit etwa 39 % den größten Anteil, Kohle lieferte knapp 16 %. Unter den sauberen Stromquellen führte Kernenergie mit rund 17 %, gefolgt von Wind mit gut 10 %, Solar mit knapp 9 % und Wasserkraft mit rund 6 %. Bei Solar entfielen knapp 7 % auf Versorgungsbetriebe und gut 2 % auf Eigenverbrauchsanlagen; Biokraftstoffe trugen etwa 1 % zur Stromversorgung bei. Damit liefern fossile Brennstoffe weiterhin mehr als die Hälfte des Stroms – ein deutliches Argument für mehr saubere Stromerzeugung, um Klimawandel und Luftverschmutzung zu begrenzen.
Wächst der Strom in Vereinigte Staaten?
Ob der Stromverbrauch wächst, lässt sich aus dem Vergleich mit historischen Höchstständen allein nicht für das letzte Jahr beantworten. Der aktuelle Wert für 2026 liegt bei rund 13.400 kWh pro Person und damit etwa 1.200 kWh beziehungsweise 8 % unter dem Rekord von 2005 mit rund 14.600 kWh. Dieser Abstand ist angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und künstliche Intelligenz bedenklich. Erfreulich ist dagegen der neue Höchststand bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Mit rund 5.900 kWh pro Person liegt sie etwa 220 kWh oder 4 % über dem bisherigen Rekord von 2025. Sauberer Strom erreicht somit einen neuen Spitzenwert, während der gesamte Pro-Kopf-Stromverbrauch unter seinem früheren Maximum bleibt.
Vorschläge
Die Vereinigten Staaten sollten ihre bereits bedeutende Kernenergie- und Windstromerzeugung ausbauen und zugleich Solar deutlich stärken. Besonders relevante Vorbilder finden sich im eigenen Land: In den US-Bundesstaaten South Carolina und New Hampshire liefert Kernenergie jeweils rund 52 % des Stroms, in Illinois fast die Hälfte. Frankreich zeigt mit etwa zwei Dritteln Kernenergieanteil ebenfalls, wie diese saubere Technologie eine Stromversorgung prägen kann. Für Wind bieten die US-Bundesstaaten Iowa und South Dakota mit jeweils mehr als der Hälfte sowie Kansas mit fast der Hälfte überzeugende Orientierung. Beim Solarstrom zeigen die US-Bundesstaaten Nevada mit 35 % und Kalifornien mit 31 %, dass wesentlich höhere Anteile möglich sind. Zusätzliche Kernkraftwerke, eine stärkere Nutzung bestehender Anlagen sowie mehr Wind- und Solaranlagen könnten zusammen mit dem Netzausbau die saubere Stromversorgung für wachsenden Bedarf erweitern.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juli 2025 – Juni 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung zeigt mehrere kräftige Ausbauphasen. Kernenergie legte 1975 und 1977 jeweils um gut 60 TWh zu; weitere große Zuwächse folgten 1985 mit rund 59 TWh, 1988 mit 76 TWh und 1990 mit 50 TWh. Die Wasserkraft schwankte stärker: Auf einen Rückgang um 64 TWh im Jahr 1977 folgte 1978 ein Plus von 61 TWh; auch in den 1980er- und 1990er-Jahren wechselten deutliche Rückgänge und Zuwächse. Der Verlust von rund 49 TWh Kernstrom 1997 war ein bedauerlicher Rückschritt für die saubere Stromversorgung, wurde jedoch durch kräftige Zuwächse 1998 und 1999 überwunden. Bei Wasserkraft folgte auf ein Minus von 65 TWh im Jahr 2001 ein Plus von 77 TWh 2002; 2011 und 2012 brachten erneut starke gegenläufige Veränderungen. Besonders bedauerlich war der Rückgang der Kernstromerzeugung um rund 54 TWh im Jahr 2020: Solche Verluste kohlenstoffarmer Erzeugung erschweren den notwendigen Ausbau sauberer Stromversorgung. Einen erfreulichen Wachstumsimpuls lieferte dagegen Wind 2022 mit zusätzlichen 56 TWh.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juli 2025 – Juni 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Juli 2025 – Juni 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
















