Von August 2025 bis Juli 2026 stammten in den Vereinigten Staaten rund 55 % des verbrauchten Stroms aus fossilen Brennstoffen und 44 % aus kohlenstoffarmen Quellen. Gas stellte mit knapp 39 % den größten Anteil, gefolgt von Kernenergie mit 17 % und Kohle mit knapp 16 %. Zum sauberen Strommix trugen außerdem Wind mit gut 10 %, Solar mit rund 9 %, Wasserkraft mit gut 6 % und Biokraftstoffe mit etwa 1 % bei. Der Solarstrom entfiel auf Anlagen der Versorgungsbetriebe mit gut 7 % und Anlagen für den Eigenverbrauch mit knapp 2 %. Damit dominieren fossile Brennstoffe weiterhin den Stromverbrauch; mehr kohlenstoffarmer Strom kann helfen, Klimabelastung und Luftverschmutzung zu verringern.
Wächst der Strom in Vereinigte Staaten?
Ob der Stromverbrauch wächst, lässt sich anhand dieser Angaben nur pro Kopf und im Vergleich zum bisherigen Höchststand beurteilen, nicht für den Gesamtverbrauch oder gegenüber dem unmittelbaren Vorjahr. Der jüngste Wert für 2026 liegt bei rund 13.500 kWh pro Person und damit etwa 1.100 kWh beziehungsweise 8 % unter dem Rekord von 2005 mit rund 14.600 kWh. Dieser Rückstand ist angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI besorgniserregend. Erfreulich ist dagegen der neue Höchststand bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie erreichte rund 5.900 kWh pro Person und übertraf damit den bisherigen Rekord von 2025 um etwa 260 kWh beziehungsweise knapp 5 %. Sauberer Strom legt also gegenüber seinem bisherigen Rekord zu, während der gesamte Pro-Kopf-Verbrauch unter seinem historischen Höchstwert bleibt.
Vorschläge
Die Vereinigten Staaten sollten ihre bereits bedeutende Kernenergie- und Winderzeugung ausbauen und zugleich Solarstrom deutlich verstärken. Besonders relevante Vorbilder finden sich im eigenen Land: In den US-Bundesstaaten South Carolina und New Hampshire liefert Kernenergie jeweils rund 52 % des Stroms, in Illinois knapp die Hälfte. Frankreich zeigt mit einem Kernenergieanteil von rund zwei Dritteln ebenfalls, welches Gewicht diese saubere Stromquelle erreichen kann. Beim Wind liefern die US-Bundesstaaten Iowa mit 57 % und South Dakota mit 56 % überzeugende Beispiele; Dänemark erreicht sogar 59 %. Für Solarstrom bieten die US-Bundesstaaten Nevada mit 35 % und Kalifornien mit 31 % besonders passende Orientierung. Solche Beispiele sprechen für einen ambitionierten Ausbau von Kernenergie, Wind und Solar, begleitet von stärkeren Stromnetzen und Speichern, um zusätzlichen Bedarf mit kohlenstoffarmem Strom zu decken.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch prägten kräftige Zuwächse der Kernenergie und deutliche Schwankungen der Wasserkraft die kohlenstoffarme Stromerzeugung. In den 1970er-Jahren nahm die Kernenergie 1975 und 1977 jeweils um gut 60 TWh zu; bei der Wasserkraft folgte auf einen Rückgang von rund 64 TWh im Jahr 1977 eine Erholung um rund 61 TWh 1978. In den 1980er-Jahren und 1990 wuchs die Kernenergie erneut stark, darunter um 76 TWh im Jahr 1988 und 50 TWh 1990. Die Wasserkraft verzeichnete 1982, 1989 und 1995 Zuwächse von jeweils etwa 48 bis 54 TWh, unterbrochen von einem Rückgang um 57 TWh 1987. Beim Kernstrom wurde das Minus von rund 49 TWh 1997 durch Zuwächse von 48 TWh 1998 und 58 TWh 1999 mehr als ausgeglichen. Auch zu Beginn des neuen Jahrtausends schwankte die Wasserkraft stark: Auf minus 65 TWh 2001 folgten plus 77 TWh 2002, auf plus 58 TWh 2011 folgten minus 46 TWh 2012. Der Rückgang der Kernstromerzeugung um rund 54 TWh im Jahr 2020 war ein erheblicher Rückschritt für die Bereitstellung sauberen Stroms. Ein erfreuliches Wachstumssignal setzte dagegen die Windkraft 2022 mit einem Zuwachs von rund 56 TWh.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.














