Schweden erreicht bereits einen beeindruckenden Anteil von knapp 99 % kohlenstoffarmem Strom. In den zwölf Monaten von Oktober 2025 bis September 2026 entfielen rund 40 % auf Wasserkraft, 25 % auf Kernenergie und 24 % auf Wind. Biokraftstoffe lieferten knapp 7 % und Solar rund 3 %. Fossile Brennstoffe machten dagegen nur gut 1 % aus. Zudem ist Schweden ein bedeutender Nettoexporteur von Strom und hilft dadurch benachbarten Regionen, ihre Emissionen zu senken. Die nächste große Aufgabe ist die Elektrifizierung von Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie: Dafür wird deutlich mehr sauberer Strom benötigt.
Wächst der Strom in Schweden?
Gemessen an den historischen Höchstständen ist der Stromverbrauch pro Kopf bislang nicht gewachsen. Der jüngste Wert für 2026 liegt bei rund 15.400 kWh pro Person, gegenüber rund 18.200 kWh im Rekordjahr 2001. Das sind etwa 2.700 kWh beziehungsweise 15 % weniger. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung liegt mit rund 15.200 kWh pro Person unter ihrem Rekord von rund 17.500 kWh im Jahr 2001 – ein Rückstand von etwa 2.200 kWh oder 13 %. Diese Lücke ist angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI besorgniserregend. Aus dem Vergleich mit dem Rekordjahr allein lässt sich allerdings nicht ablesen, ob die Stromversorgung zuletzt gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung zu steigern, sollte Schweden insbesondere Kernenergie und Wind ausbauen: Beide liefern bereits jeweils ungefähr ein Viertel des Stroms und bilden damit eine starke Grundlage für weiteres Wachstum. Leistungssteigerungen bestehender Kernkraftwerke und zusätzliche Reaktoren könnten die saubere Stromversorgung stärken. Weitere Windparks könnten ebenfalls erhebliche zusätzliche Strommengen liefern. Ergänzend sollte Schweden den Ausbau von Solar vorantreiben. Zusammen mit stärkeren Stromnetzen würde dies helfen, die Elektrifizierung im Inland zu ermöglichen und weiterhin kohlenstoffarmen Strom für Nachbarländer bereitzustellen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch wurde Schwedens kohlenstoffarme Stromerzeugung von kräftigen Zuwächsen, aber auch erheblichen Rückschlägen geprägt. Die Kernenergie legte 1981 und 1986 jeweils um gut 11 TWh zu. In den 1990er-Jahren schwankten Kernenergie und Wasserkraft stark: 1992 sank die Kernstromerzeugung um rund 13 TWh, während Wasserkraft um 11 TWh zulegte; 1994 standen knapp 16 TWh weniger Wasserkraft rund 12 TWh zusätzlichem Kernstrom gegenüber. Auf einen weiteren Wasserkraftrückgang von gut 16 TWh im Jahr 1996 folgte 1997 ein Zuwachs von gut 17 TWh. Besonders bedauerlich waren die Kernstromrückgänge um rund 16 TWh im Jahr 2000 und knapp 12 TWh im Jahr 2009, auch wenn 2001 eine kräftige Erholung um fast 15 TWh gelang. Die Wasserkraft verlor 2002 und 2003 jeweils rund 13 TWh, gewann 2005 knapp 13 TWh und verlor 2006 wieder 11 TWh. Auch in den 2010er-Jahren wechselten deutliche Zuwächse und Rückgänge: plus rund 13 TWh 2012, minus knapp 18 TWh 2013, plus knapp 12 TWh 2015 und minus rund 13 TWh 2016. Der besonders starke Einbruch der Kernstromerzeugung um gut 19 TWh im Jahr 2020 war schließlich ein gravierender Rückschritt für die Bereitstellung kohlenstoffarmen Stroms und unterstreicht, wie wichtig es ist, bestehende saubere Erzeugung zu stärken und zusätzliche Kapazitäten aufzubauen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.












