In Russland macht der Anteil der fossilen Brennstoffe mehr als die Hälfte des Gesamtstromverbrauchs aus, was hauptsächlich durch Gas bei fast 45 % und Kohle bei ungefähr 18 % geprägt ist. Im Gegensatz dazu decken kohlenstoffarme Energiequellen knapp 37 % des Verbrauchs ab. Kernenergie stellt dabei etwa die Hälfte der kohlenstoffarmen Energie dar, mit einem Anteil von rund 18 %, während Wasserkraft fast 18 % erreicht. Diese Zahlen verdeutlichen die Bedeutung fossiler Brennstoffe im Energiemix Russlands, obwohl ein erheblicher Teil auch aus kohlenstoffarmen Energien stammt.
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Wächst der Strom in Russland?
Der Stromverbrauch pro Kopf hat einen neuen Rekord erreicht und liegt nun bei 8042 kWh pro Person, was gegenüber dem bisherigen Höchststand im Jahr 2021 ein Wachstum von 108 kWh bedeutet. Allerdings hat die Produktion von kohlenstoffarmer Elektrizität einen leichten Rückgang um 82 kWh im Vergleich zum Rekordjahr 2021 zu verzeichnen. Während also der allgemeine Stromverbrauch in Russland wächst, was positiv für die Deckung des steigenden Bedarfs ist, gibt es Besorgnis über den Rückgang der kohlenstoffarmen Stromerzeugung, die für eine nachhaltige Zukunft essentiell ist.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Russland zu steigern, sollte das Land den Ausbau der bestehenden Kernenergie weiterverfolgen, da sie ohnehin einen bedeutenden Teil der kohlenstoffarmen Energie ausmacht. Auch der Blick auf erfolgreiche Regionen könnte Anregungen geben: Frankreich und die Slowakei erzeugen über 65 % ihres Stroms durch Kernenergie, während Iowa und Dänemark mit knapp 60 % einen großen Anteil an ihrer Stromerzeugung durch Wind erreichten. Diese Beispiele könnten Russland als Vorbilder dienen, um Strategien zur Steigerung des Anteils an emissionsfreier Elektrizität zu entwickeln, insbesondere durch den Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie Kernkraft.
Geschichte
Historisch gesehen hat die Entwicklung kohlenstoffarmer Elektrizität in Russland interessante Phasen durchlaufen. In den späten 1980er Jahren und frühen 1990er Jahren war ein bemerkenswerter Rückgang in der Kernenergieproduktion zu beobachten, insbesondere um 1990 und 1994. Mitte der 1990er Jahre folgte eine Erholung durch einen Anstieg der Kernenergieproduktion, wenn auch mit Schwankungen. Seit 2000 erlebt die Wasserkraft ebenfalls einige Veränderungen, mit Zuwächsen in mehreren Jahren, wie 2013 und 2016, aber auch Rückgängen, wie zuletzt 2022. Diese gemischte Entwicklung hebt die Notwendigkeit hervor, strategisch zukunftsgerichtete Entscheidungen für das Wachstum kohlenstoffarmer Energiequellen zu treffen, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen weiter zu reduzieren.