Brasilien deckt bereits rund 86 % seines Stromverbrauchs mit kohlenstoffarmen Quellen – ein beachtlicher Erfolg. In den zwölf Monaten von August 2025 bis Juli 2026 entfiel mehr als die Hälfte des Stroms auf Wasserkraft, rund 14 % auf Wind und knapp 12 % auf Solar. Biokraftstoffe steuerten etwa 7 % und Kernenergie knapp 2 % bei. Fossile Brennstoffe lieferten die übrigen rund 14 %: hauptsächlich Gas mit gut 10 %, daneben Kohle mit knapp 3 % und Öl mit etwa 1 %. Die nächste große Aufgabe ist die Elektrifizierung von Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie. Dafür wird Brasilien deutlich mehr sauberen Strom benötigen.
Wächst der Strom in Brasilien?
Der Stromverbrauch pro Kopf wächst bislang nur minimal: Der jüngste Wert für 2026 liegt bei rund 3.602 kWh und damit lediglich 12 kWh über dem bisherigen Rekord von 3.590 kWh aus dem Jahr 2024. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 0,3 % und damit eher einer Stagnation als einem kräftigen Wachstum. Bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung ist die Entwicklung noch unbefriedigender: Mit 3.088 kWh pro Kopf liegt sie 28 kWh beziehungsweise knapp 1 % unter dem bisherigen Höchststand von 3.116 kWh aus dem Jahr 2024. Für die bevorstehende Elektrifizierung braucht es einen deutlich stärkeren Anstieg der sauberen Stromerzeugung.
Vorschläge
Brasilien sollte insbesondere Wind- und Solaranlagen weiter ausbauen, da beide Technologien bereits große Mengen kohlenstoffarmen Stroms liefern. Zusätzliche Anlagen, leistungsfähigere Stromnetze und Speicher können helfen, ihre Beiträge weiter zu erhöhen und den wachsenden Strombedarf zu decken. Ergänzend sollte Brasilien die Erweiterung seiner Kernenergieerzeugung prüfen, um das Angebot an sauberem Strom weiter zu vergrößern. Ein solcher Ausbau kann die Elektrifizierung unterstützen und fossile Stromerzeugung samt ihren klimaschädlichen Emissionen und ihrer Luftverschmutzung zurückdrängen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch wurde der Ausbau kohlenstoffarmer Stromerzeugung in Brasilien zunächst vor allem von Wasserkraft getragen: 1984 stieg ihre Erzeugung um rund 15 TWh. Nach dem Rückgang um etwa 37 TWh im Jahr 2001 folgte zwischen 2002 und 2005 eine Reihe jährlicher Zuwächse von jeweils etwa 15 bis 20 TWh; 2007, 2009 und 2011 kamen weitere kräftige Steigerungen um rund 21 bis 25 TWh hinzu. Die 2010er-Jahre zeigten wechselnde Jahreswerte, mit Rückgängen 2013 und 2014 sowie Zuwächsen von etwa 21 TWh im Jahr 2016 und 18 TWh im Jahr 2018. In den 2020er-Jahren wurde der Ausbau vielfältiger: Wind legte 2021 um rund 15 TWh zu, während die Wasserkraft 2022 einen besonders großen Zuwachs von fast 64 TWh verzeichnete. 2023 wuchsen Solar um rund 20 TWh und Wind um 14 TWh; 2024 kamen bei Solar weitere knapp 19 TWh hinzu. Diese Erfolge unterstreichen, wie wichtig ein kontinuierlicher Ausbau mehrerer sauberer Stromquellen für Brasiliens Zukunft ist.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













