Brasilien deckt bereits rund 86 % seines Stromverbrauchs aus kohlenstoffarmen Quellen – ein großer Erfolg für eine saubere Stromversorgung. In den zwölf Monaten von Juni 2025 bis Mai 2026 lieferte Wasserkraft etwas mehr als die Hälfte des Stroms, Wind etwa 15 % und Solar rund 11 %. Hinzu kamen Biokraftstoffe mit gut 7 % und Kernenergie mit knapp 2 %. Fossile Brennstoffe machten dagegen rund 14 % aus: knapp 11 % entfielen auf Gas, etwa 3 % auf Kohle und 1 % auf Öl. Die nächste Herausforderung besteht darin, Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie stärker zu elektrifizieren. Dafür wird Brasilien deutlich mehr sauberen Strom benötigen.
Wächst der Strom in Brasilien?
Wächst der Stromverbrauch in Brasilien? Die neuesten Zahlen für 2026 zeigen pro Kopf eher Stagnation als Wachstum: Mit 3.584 kWh liegt der Stromverbrauch praktisch auf dem bisherigen Rekordniveau von 3.590 kWh aus dem Jahr 2024, allerdings um 6 kWh darunter. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Kopf bleibt mit rund 3.067 kWh unter ihrem Höchststand von 3.116 kWh im Jahr 2024 – ein Rückgang um rund 50 kWh. Diese Entwicklung ist angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI-Anwendungen besorgniserregend. Die Pro-Kopf-Zahlen allein zeigen allerdings nicht, ob der gesamte Stromverbrauch des Landes gewachsen ist.
Vorschläge
Brasilien sollte vor allem Wind und Solar weiter ausbauen, da beide Technologien bereits große Mengen kohlenstoffarmen Stroms liefern. Mehr Solaranlagen auf Gebäuden und in großen Solarparks sowie zusätzliche Windparks können die saubere Stromerzeugung deutlich steigern. Ergänzend sollte Brasilien einen Ausbau der Kernenergie prüfen, um seine kohlenstoffarme Stromversorgung weiter zu stärken. Investitionen in Stromnetze und Speicher würden helfen, die zusätzliche Erzeugung nutzbar zu machen. Damit könnte das Land den wachsenden Strombedarf decken und fossile Stromerzeugung samt ihren Beiträgen zu Klimawandel und Luftverschmutzung weiter zurückdrängen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Brasiliens wurde lange vor allem durch Wasserkraft geprägt. Bereits 1984 stieg deren Erzeugung um rund 15 TWh. Nach einem starken Rückgang um etwa 37 TWh im Jahr 2001 folgte von 2002 bis 2005 eine Erholung mit jährlichen Zuwächsen zwischen rund 15 und 20 TWh; weitere große Steigerungen gab es 2007, 2009 und 2011 mit jeweils etwa 21 bis 25 TWh. Auf Rückgänge von rund 24 und 18 TWh in den Jahren 2013 und 2014 folgten Zuwächse von etwa 21 TWh 2016 und 18 TWh 2018. In den 2020er-Jahren wurde die Entwicklung breiter: 2021 sank die Wasserkrafterzeugung um rund 33 TWh, während Wind etwa 15 TWh hinzugewann. 2022 legte Wasserkraft um beeindruckende 64 TWh zu. 2023 wuchsen Solar um rund 20 TWh und Wind um 14 TWh; 2024 brachte Solar nochmals etwa 19 TWh zusätzlich. Der Wasserkraftrückgang um rund 24 TWh im Jahr 2025 unterstreicht, wie wichtig weiteres Wachstum bei Solar, Wind und ergänzender Kernenergie für eine starke saubere Stromversorgung ist.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.








