Der aktuelle Stand des Stromverbrauchs in den Niederlanden zeigt eine nahezu ausgewogene Aufteilung zwischen kohlenstoffarmen und fossilen Brennstoffen, wobei mehr als die Hälfte (etwa 52%) des Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen stammt. Innerhalb dieser Gruppe bildet Windenergie den größten Anteil mit fast einem Viertel (23%), gefolgt von Solarenergie mit knapp 19% und Biokraftstoffen mit rund 6%. Kernenergie trägt einen sehr kleinen Teil von etwa 3% bei. Fossile Brennstoffe machen knapp 48% aus, wobei Gas mit mehr als einem Drittel (35%) der dominierende fossile Brennstoff ist, gefolgt von Kohle (10%) und Öl (etwa 1%). Betrachtet man den Zeitraum von Juli 2024 bis Juni 2025, wird deutlich, dass die Niederlande einen bedeutenden Anteil ihres Stroms durch Quellen mit niedrigem CO2-Ausstoß erzeugen.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen Ember, Eurostat, IEA und World Bank. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Niederlande?
Was das Wachstum der Stromerzeugung betrifft, stagnieren die aktuellen Zahlen in den Niederlanden. Im Jahr 2025 beträgt der Stromverbrauch 6760 kWh pro Person, was einen Rückgang von 675 kWh pro Person im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2008 bedeutet. Auch der Anteil der kohlenstoffarmen Elektrizität pro Kopf ist rückläufig: 2025 wurden 3493 kWh pro Person aus kohlenstoffarmen Quellen verbraucht, gegenüber 3528 kWh im Jahr 2024. Diese Rückgänge sind besorgniserregend, besonders angesichts der steigenden Nachfrage nach Strom aufgrund von Elektrifizierung und neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz. Es ist dringend erforderlich, Maßnahmen zur Steigerung der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in die Wege zu leiten.
Vorschläge
Zur Steigerung der kohlenstoffarmen Stromerzeugung könnten die Niederlande ihre Kapazitäten in Wind- und Solarenergie weiter ausbauen, da diese bereits bedeutende Anteile am Strommix einnehmen. Zusätzlich wäre es sinnvoll, von Ländern wie Frankreich zu lernen, das einen bemerkenswert hohen Anteil seiner Elektrizität durch Kernenergie abdeckt (70%). Auch Staaten wie Iowa und Dänemark, die stark auf Windkraft setzen, könnten als Vorbilder dienen. Ein stärkerer Fokus auf den Ausbau der Kernenergie würde helfen, den Anteil kohlenstoffarmer Elektrizität erheblich zu steigern. Angesichts der Erfolge dieser Länder könnte eine verstärkte Investition in Kernreaktoren und den Ausbau der Wind- und Solarnutzung die richtige Strategie für die Niederlande sein, um ihre Energieziele zu erreichen.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in den Niederlanden zeigt seit den 2000er Jahren bedeutende Entwicklungen. Seit 2015, als die Windenergie um 1,8 TWh zunahm, gab es positive Fortschritte. Besonders in den Jahren 2020 bis 2024 wurde erheblicher Fortschritt erzielt, insbesondere im Bereich Wind- und Solarenergie mit einem Wachstum von mehreren TWh jährlich. Jedoch gab es in jüngerer Zeit einige Rückschläge, besonders im Jahr 2025, als die Windstromerzeugung um 3,7 TWh zurückging. Im Vergleich dazu zeigte die Solarenergie ein stetiges Wachstum und trug dazu bei, einige der Verluste auszugleichen. Die unzureichende Erzeugung und der Rückgang bei der Kernenergie seit 1997, insbesondere der starke Rückgang von 1,8 TWh, sind jedoch besorgniserregend und könnten die Fortschritte bei der Dekarbonisierung des niederländischen Stromsektors behindern. Eine stärkere und kontinuierliche Unterstützung für kohlenstoffarme Technologien, insbesondere Kernenergie neben Wind und Solar, ist essenziell.