Von August 2025 bis Juli 2026 stammte in den Niederlanden etwas mehr als die Hälfte des verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen: rund 52 %. Wind lieferte etwa ein Viertel des Stroms, Solar rund 19 %, Biokraftstoffe knapp 5 % und Kernenergie etwa 2,5 %. Fossile Brennstoffe deckten dagegen noch rund 47 % des Stromverbrauchs. Dabei dominierte Gas mit 36 %, gefolgt von Kohle mit 9 % und Öl mit etwa 1 %. Sauberer Strom hat damit einen knappen Vorsprung, doch die weiterhin hohe fossile Stromerzeugung verursacht klimaschädliche Emissionen und Luftverschmutzung.
Wächst der Strom in Niederlande?
Beim Stromverbrauch pro Kopf ist bislang kein neuer Höchststand erreicht: Der aktuelle Wert für 2026 liegt bei rund 7.380 kWh und damit etwa 56 kWh beziehungsweise knapp 1 % unter dem bisherigen Rekord von 2008. Dieser Vergleich zeigt allerdings nicht, ob der Verbrauch gegenüber dem unmittelbar vorherigen Jahr gewachsen ist. Erfreulich ist der neue Rekord bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie erreicht rund 3.850 kWh pro Kopf und übertrifft den bisherigen Höchstwert von 2025 um 137 kWh beziehungsweise knapp 4 %. Sauberer Strom wächst somit über seinen bisherigen Rekord hinaus, während der gesamte Pro-Kopf-Verbrauch noch darunter bleibt. Angesichts des künftigen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI sollte die saubere Stromerzeugung weiter deutlich zulegen.
Vorschläge
Dafür sollten die Niederlande ihre bereits starken Wind- und Solarkapazitäten weiter ausbauen und zusätzlich die Kernenergie erweitern. Das nahe gelegene Dänemark zeigt mit einem Windanteil von 59 %, welches Potenzial diese Technologie bietet; auch Litauen erreicht bereits 41 %. Bei Solar liefern Spanien-unabhängige Beispiele wie der US-Bundesstaat Kalifornien mit 31 % und der US-Bundesstaat Nevada mit 35 % Anregungen für einen ambitionierten Ausbau, auch wenn ihre Standortbedingungen anders sind. Für Kernenergie sind insbesondere europäische Regionen relevant: Frankreich erzeugt rund zwei Drittel seines Stroms damit, Finnland 37 % und Schweden ein Viertel. Die Niederlande können aus diesen Erfahrungen beim langfristigen Ausbau, bei der Projektumsetzung und bei der Einbindung zusätzlicher sauberer Stromerzeugung lernen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die jüngere Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung zeigt vor allem eine starke Beschleunigung bei Wind und Solar. Nach einem Zuwachs der Stromerzeugung aus Biokraftstoffen um 1,9 TWh im Jahr 2005 legte Wind 2015 und 2017 um 1,8 beziehungsweise 2,4 TWh zu; Solar gewann 2018 weitere 1,5 TWh hinzu. Besonders dynamisch verliefen die frühen 2020er-Jahre: Von 2020 bis 2022 stieg die Windstromerzeugung insgesamt um 9,6 TWh und die Solarstromerzeugung um 12,5 TWh. Biokraftstoffe verzeichneten 2020 und 2021 zusammen einen Zuwachs von 6 TWh, gefolgt von einem Rückgang um 1,8 TWh im Jahr 2023. Wind erzielte 2023 einen besonders großen Jahreszuwachs von 8 TWh und legte 2024 sowie 2026 nochmals um 3,5 beziehungsweise 2,4 TWh zu. Solar wuchs von 2023 bis 2025 zusammen um weitere 7,9 TWh. Diese Fortschritte bilden eine starke Grundlage für noch mehr sauberen Strom.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.











