In den letzten zwölf Monaten, von Oktober 2024 bis September 2025, hat sich die Stromverbrauchslandschaft in den Niederlanden interessant entwickelt. Mehr als die Hälfte des Stroms stammt aus kohlenstoffarmen Quellen, wobei Wind und Solarenergie einen bedeutenden Anteil an dieser sauberen Energie repräsentieren. Windenergie trägt etwa 23% bei, gefolgt von Solarenergie mit nahezu 21%. Kernenergie liefert einen kleineren, aber nicht unbedeutenden Betrag von knapp 3%. Im Gegensatz dazu werden fast die Hälfte der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen bezogen, wobei Gas mit ungefähr 35% der Hauptakteur ist, gefolgt von Kohle mit rund 10%. Ein kleinerer Anteil von etwa 6% entstammt Biokraftstoffen. Diese Mischung zeigt eine klare, aber unausgeglichene Tendenz zur Dekarbonisierung im Energiemix des Landes.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen EIA, Ember, Eurostat, IEA und World Bank. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Niederlande?
Betrachtet man die Entwicklung des Stromverbrauchs, so ist ein gemischtes Bild erkennbar. Aktuell liegt der Pro-Kopf-Stromverbrauch bei 7091 kWh, was einen Rückgang gegenüber dem bisherigen Höchststand im Jahr 2008 von 7435 kWh darstellt. Die Stromnachfrage ist also insgesamt leicht zurückgegangen, was auf unterschiedliche Faktoren wie Effizienzsteigerungen oder einen veränderten Energiemix hinweisen kann. Positiv zu vermerken ist jedoch, dass die Erzeugung von kohlenstoffarmem Strom gesteigert werden konnte: Die Niederlande erreichten 2025 einen neuen Höchstwert mit einer Lieferung von 3740 kWh pro Kopf, was gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von 212 kWh entspricht. Diese positive Entwicklung deutet darauf hin, dass der Ausbau sauberer Energien gut voranschreitet.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromproduktion weiter zu steigern, könnte die Niederlande die Kapazitäten für Wind- und Solarenergie weiter ausbauen. Vorbilder wie Dänemark, das fast die Hälfte seines Stroms aus Windenergie bezieht, oder Iowa mit beeindruckenden 60% sind klare Beweise dafür, was im Bereich Windenergie möglich ist. Auch der Ausbau der Kernenergie könnte von Vorteil sein, inspiriert durch Länder wie Frankreich, wo Kernenergie 69% der Stromerzeugung ausmacht, oder Illinois mit über 50%. Die Kombination aus einem starken Fokus auf Solarenergie und einer durchdachten Erweiterung der Kernkraftkapazitäten könnte den Niederlanden helfen, ihre kohlenstofffreie Stromerzeugung maßgeblich zu steigern.
Geschichte
Im Verlauf der letzten Jahrzehnte haben die Niederlande bemerkenswerte Fortschritte bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung gemacht, insbesondere bei Wind- und Solarenergie. Während in den späten 2010er-Jahren die Windenergieerzeugung zunehmend Zuwächse verbuchen konnte – vor allem in den Jahren 2015 und 2017 mit jeweils großen Anstiegen – erlebte die Solarenergie insbesondere zwischen 2018 und 2023 deutliche Zuwächse. 2020 war ein besonderes Jahr, in dem alle kohlenstoffarmen Technologien zulegten, wobei Wind stark wuchs. Die jüngsten Daten weisen darauf hin, dass, obwohl 2025 ein Rückgang der Windenergie zu verzeichnen war, dies durch einen deutlichen Anstieg der Solarenergie teilweise ausgeglichen wurde. Leider ist in der Vergangenheit ein Rückgang der Kernenergie seit 1997 zu erkennen, was eine kritisch zu betrachtende Entwicklung ist. Nur durch kontinuierliche Investitionen und den Ausbau kohlenstoffarmer Technologien kann das Land seine Energiewende erfolgreich vorantreiben.