Dänemark deckt bereits gut 90 % seines Stromverbrauchs mit kohlenstoffarmen Quellen – ein beachtlicher Erfolg. Im Zeitraum von September 2025 bis August 2026 entfielen rund 57 % auf Wind, 19 % auf Biokraftstoffe und 15 % auf Solar. Fossile Brennstoffe lieferten knapp 7 %, darunter etwa 2,5 % Gas und knapp 2 % Kohle; Netto-Importe deckten weitere 3 %, deren Zusammensetzung aus den Angaben nicht hervorgeht. Die nächste Herausforderung besteht darin, Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie stärker zu elektrifizieren. Dafür wird deutlich mehr sauberer Strom benötigt.
Wächst der Strom in Dänemark?
Beim Stromverbrauch pro Kopf ist bislang kein Wachstum gegenüber dem historischen Höchststand erkennbar: Der aktuelle Wert für 2026 beträgt rund 6.100 kWh je Person, gegenüber rund 10.200 kWh im Rekordjahr 1996. Das entspricht einem Rückgang um etwa 4.100 kWh oder 40 % – eine bedenkliche Entwicklung angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI. Erfreulich ist dagegen der neue Höchststand bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie erreicht rund 5.500 kWh pro Kopf und übertrifft damit den bisherigen Rekord von rund 5.000 kWh aus dem Jahr 2024 um etwa 490 kWh beziehungsweise knapp 10 %. Saubere Stromerzeugung wächst also, während der gesamte Stromverbrauch pro Kopf deutlich unter seinem früheren Maximum liegt.
Vorschläge
Dänemark sollte insbesondere Wind- und Solarstrom weiter ausbauen, da beide Technologien bereits große Mengen kohlenstoffarmen Stroms liefern. Zusätzliche Windparks an Land und auf See sowie Solaranlagen auf Dächern und geeigneten Freiflächen können die saubere Stromversorgung deutlich vergrößern. Der Ausbau von Stromnetzen, Speichern und flexiblen Verbrauchsmöglichkeiten sollte damit Schritt halten, damit mehr Strom für Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und industrielle Prozesse verfügbar wird. Ergänzend sollte Dänemark auch Kernenergie als weitere kohlenstoffarme Option prüfen. Mehr saubere Stromerzeugung kann fossile Brennstoffe verdrängen und damit Klimawandel und Luftverschmutzung entgegenwirken.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Entwicklung der kohlenstoffarmen Stromerzeugung wurde vor allem vom Wind geprägt. Ende der 1990er- und in den 2000er-Jahren stieg die Windstromerzeugung in den aufgeführten Jahren jeweils um rund 1 TWh. In den 2010er-Jahren folgten weitere kräftige Zuwächse, darunter jeweils etwa 2 TWh in den Jahren 2011, 2014 und 2017 sowie 2,3 TWh im Jahr 2019. Der Rückgang um 1,4 TWh im Jahr 2016 war dagegen ein enttäuschender Rückschritt. Biokraftstoffe verzeichneten 2010 und 2017 Zuwächse von jeweils rund 1,3 bis 1,4 TWh und 2021 weitere 2 TWh. In den 2020er-Jahren legte Wind 2022 um 3 TWh zu, Solar 2023 um 1,2 TWh und Wind 2024 ebenfalls um 1,2 TWh. Nach einem bedauerlichen Rückgang der Windstromerzeugung um 1,5 TWh im Jahr 2025 folgte 2026 wieder ein deutlicher Anstieg um 1,8 TWh; zugleich nahm die Stromerzeugung aus Biokraftstoffen um 0,9 TWh zu.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.















