Elektrizität in Ägypten im Jahr 2025
Ägyptens Stromverbrauch wurde 2025 noch überwiegend durch fossile Brennstoffe gedeckt: Ihr Anteil lag bei rund 86 %, davon entfielen etwa 76 % auf Gas und 10 % auf Öl. Kohlenstoffarmer Strom machte dagegen erst knapp 14 % aus. Dazu trugen Wasserkraft mit knapp 7 %, Wind mit 4 % und Solar mit 3 % bei. Damit stammt zwar bereits etwa jede siebte verbrauchte Kilowattstunde aus sauberen Quellen, doch fossile Brennstoffe dominieren weiterhin deutlich – mit Folgen für das Klima und die Luftqualität.
Wächst der Strom in Ägypten?
Der Stromverbrauch pro Kopf wächst: Mit 2.077 kWh erreichte Ägypten 2025 einen neuen Höchststand und übertraf den bisherigen Rekord von 2.036 kWh aus dem Jahr 2024 um 41 kWh beziehungsweise rund 2 %. Besonders erfreulich ist das Wachstum der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie erreichte rund 287 kWh pro Kopf, nach 244 kWh im Vorjahr. Das entspricht einem Zuwachs von rund 42 kWh nach den zugrunde liegenden, ungerundeten Angaben beziehungsweise etwa 17 %. Sauberer Strom wächst damit deutlich schneller als der gesamte Stromverbrauch. Dieser Fortschritt sollte beschleunigt werden, um den zusätzlichen Strombedarf durch Elektrifizierung und KI-Anwendungen klimafreundlich zu decken.
Vorschläge
Ägypten sollte vor allem Solar- und Kernenergie ausbauen und zugleich seine Windstromerzeugung weiter steigern. Regional relevante Vorbilder für Solarstrom sind etwa Jordanien mit einem Anteil von 15 % und Zypern mit 23 %; im sonnenreichen US-Bundesstaat Nevada erreicht Solar sogar 35 % der Stromerzeugung. Für Kernenergie bieten die Vereinigten Arabischen Emirate mit einem Anteil von 20 % ein besonders relevantes regionales Beispiel. Frankreich zeigt mit 67 %, welchen großen Beitrag Kernenergie zu einer kohlenstoffarmen Stromversorgung leisten kann. Beim Wind lohnt der Blick nach Marokko, wo diese Quelle rund 20 % der Stromerzeugung liefert. Ägypten kann von diesen Regionen lernen, indem es langfristige Ausbauprogramme, verlässliche Investitionsbedingungen und den Ausbau der Stromnetze miteinander verbindet.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Ägyptens war zunächst vor allem von schwankender Wasserkraft geprägt. Nach einem Rückgang um 1,9 TWh im Jahr 1985 folgten 1990 und 1999 Zuwächse von 2 beziehungsweise 2,4 TWh. Auch in den 2000er-Jahren wechselten Anstiege und Rückgänge: Besonders deutlich waren das Minus von 2,3 TWh im Jahr 2002 und das Plus von 2,6 TWh im Jahr 2007, bevor die Erzeugung 2008 und 2009 erneut sank. Ab 2019 verbreiterte sich das Wachstum erfreulich: Wind legte damals um 2,6 TWh, Solar um 0,9 TWh und Wasserkraft um 1,2 TWh zu. Im Jahr 2020 folgte ein kräftiger Solarzuwachs von 3 TWh; die Wasserkraft stieg um 0,8 TWh, sank 2021 jedoch um 1 TWh und erholte sich 2022 um denselben Betrag. Nach weiteren Zuwächsen bei Wind und Wasserkraft 2024 brachte 2025 zusätzliche 3,2 TWh Windstrom und 1,5 TWh Solarstrom – ein ermutigender Schritt hin zu mehr sauberer Elektrizität.














