Von September 2025 bis August 2026 wurden in Ungarn rund 60 % des Stromverbrauchs durch kohlenstoffarme Stromerzeugung gedeckt. Kernenergie lieferte mit rund 32 % fast ein Drittel, Solar weitere 22 %. Hinzu kamen Biokraftstoffe mit etwa 4 % und Wind mit gut 1 %. Fossile Brennstoffe deckten dagegen rund 20 % des Stromverbrauchs, vor allem Gas mit knapp 17 % sowie Kohle mit knapp 3 %. Die übrigen rund 20 % entfielen auf Netto-Importe, deren Zusammensetzung sich aus diesen Angaben nicht bestimmen lässt.
Wächst der Strom in Ungarn?
Der Stromverbrauch wächst nach den jüngsten Zahlen nicht: Der Wert für 2026 liegt bei rund 4.680 kWh pro Person, gegenüber dem bisherigen Rekord von rund 4.890 kWh im Jahr 2025. Das entspricht einem Rückgang um etwa 220 kWh oder 4 %. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung sank von knapp 2.970 auf rund 2.820 kWh pro Person und liegt damit etwa 150 kWh beziehungsweise 5 % unter ihrem bisherigen Höchststand. Diese Entwicklung ist bedauerlich: Für die Elektrifizierung und den wachsenden Strombedarf durch KI braucht Ungarn mehr sauberen Strom, nicht weniger.
Vorschläge
Ungarn sollte insbesondere Kernenergie und Solar weiter ausbauen, da beide bereits große Mengen kohlenstoffarmen Stroms liefern. Ein besonders relevantes Vorbild ist die benachbarte Slowakei, wo Kernenergie rund 66 % der Stromerzeugung ausmacht; Frankreich erreicht sogar 67 %. Für Solar bietet der US-Bundesstaat Nevada mit einem Anteil von 35 % einen interessanten Orientierungspunkt. Ergänzend kann Ungarn geeignete Windstandorte erschließen und von Nachbarregionen lernen: Österreich erzeugt rund 12 % und Rumänien etwa 13 % seines Stroms aus Wind. Der Ausbau dieser sauberen Stromquellen könnte zugleich fossile Stromerzeugung und deren Beiträge zu Klimawandel und Luftverschmutzung verringern.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Ungarns zeigt zwei starke Ausbauphasen: Zwischen 1983 und 1988 verzeichnete die Kernenergie jährliche Zuwächse von rund 0,9 bis 3,6 TWh, zusammen 13,5 TWh. Nach der Unterbrechung dieser Entwicklung im Jahr 2003 folgten 2004, 2005 und 2007 wieder deutliche Zuwächse der Kernenergie von insgesamt 4 TWh; 2005 kamen außerdem 0,9 TWh aus Biokraftstoffen hinzu. Seit 2019 entwickelte sich Solar besonders erfreulich: Bis 2025 stieg die jährliche Erzeugung in jedem aufgeführten Jahr, mit Zuwächsen zwischen 0,8 und 2,4 TWh und insgesamt 10 TWh. Die jüngsten Gesamtzahlen unterstreichen, wie wichtig es ist, an diese erfolgreichen Ausbauphasen anzuknüpfen und Kernenergie sowie Solar konsequent weiterzuentwickeln.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
















