Von Oktober 2025 bis September 2026 deckte Ungarn rund 58 % seines Stromverbrauchs durch heimische kohlenstoffarme Stromerzeugung. Kernenergie lieferte mit knapp 30 % den größten Beitrag, gefolgt von Solarstrom mit rund 23 %. Biokraftstoffe trugen etwa 4 % und Wind gut 1 % bei. Fossile Brennstoffe deckten gut 18 % des Stromverbrauchs, vor allem Gas mit rund 15 % und Kohle mit etwa 2,5 %. Weitere 23 % entfielen auf Netto-Importe, deren Zusammensetzung aus den vorliegenden Daten nicht hervorgeht. Damit stammte deutlich mehr als die Hälfte des verbrauchten Stroms aus heimischen sauberen Quellen.
Wächst der Strom in Ungarn?
Ungarns Stromverbrauch wächst leicht: Der jüngste Wert für 2026 liegt bei rund 4.955 kWh pro Person und damit etwa 60 kWh beziehungsweise gut 1 % über dem bisherigen Rekord von 2025 mit 4.894 kWh. Bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung ist die Entwicklung dagegen enttäuschend: Sie erreichte zuletzt rund 2.896 kWh pro Person, nach dem Rekord von 2.969 kWh im Jahr 2025. Das entspricht einem Rückgang um etwa 74 kWh beziehungsweise rund 2,5 %. Der neue Verbrauchsrekord wird somit noch nicht von einem entsprechenden Wachstum sauberer Stromerzeugung begleitet. Gerade angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI sollte diese wieder deutlich zulegen.
Vorschläge
Ungarn sollte vor allem Kernenergie und Solarstrom ausbauen, da beide bereits große Mengen kohlenstoffarmen Stroms liefern. Als besonders relevantes Vorbild für Kernenergie bietet sich das Nachbarland Slowakei an, wo sie rund zwei Drittel der Stromerzeugung stellt; auch Tschechien mit etwa 41 % zeigt ihre wichtige Rolle in der Region. Beim Solarstrom kann Ungarn von Nordmazedonien lernen, das damit rund 40 % seiner Stromerzeugung deckt, sowie vom US-Bundesstaat Nevada mit etwa 35 %. Ergänzend lohnt sich der Ausbau geeigneter Windstandorte: Österreich erzeugt rund 12 % und Rumänien rund 13 % seines Stroms aus Wind. Verlässliche Ausbaupläne, zügige Genehmigungen und zusätzliche Netzkapazitäten können helfen, mehr heimischen sauberen Strom bereitzustellen und fossile Stromerzeugung samt ihren Klima- und Luftschadstoffemissionen zurückzudrängen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch wurde Ungarns kohlenstoffarme Stromversorgung zunächst durch einen kräftigen Ausbau der Kernenergie geprägt: Von 1983 bis 1988 summierten sich die jährlichen Zuwächse auf 13,5 TWh. Der Einbruch um 2,9 TWh im Jahr 2003 war dagegen ein erheblicher Rückschritt für die saubere Stromversorgung. Zuwächse von insgesamt 2,8 TWh in den Jahren 2004 und 2005 machten ihn nahezu wett; 2007 kamen weitere 1,2 TWh hinzu. Biokraftstoffe legten 2005 um 0,9 TWh zu. Seit 2019 entwickelte sich Solarstrom besonders erfreulich: Bis 2025 summierten sich die aufgeführten jährlichen Zuwächse auf 10 TWh, mit dem stärksten Plus von 2,4 TWh im Jahr 2024. Umso bedauerlicher sind die erneuten Rückgänge der Kernenergie um 1,1 TWh im Jahr 2020 und um 1 TWh im Jahr 2026. Solche Verluste bremsen den Fortschritt bei sauberem Strom und unterstreichen, wie wichtig eine wieder wachsende Kernstromerzeugung neben dem weiteren Solarausbau ist.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.














