Die Schweiz bezieht derzeit ihren gesamten Strom zu 100 % aus kohlenstoffarmen Quellen, was eine bemerkenswerte Leistung im globalen Energiewandel darstellt. Von August 2024 bis Juli 2025 lagen rund 45 % der Stromerzeugung bei der Kernenergie, fast der gesamte restliche Anteil wurde von Wasserkraft bereitgestellt, und Solar trug etwa 10 % zur Stromversorgung bei. Darüber hinaus ist die Schweiz ein bedeutender Nettoexporteur von Elektrizität, was den benachbarten Regionen dabei hilft, ihre eigenen Emissionen zu senken. Vor der Schweiz liegt jedoch noch die Herausforderung, andere Sektoren wie den Verkehr, die Heizung und die Industrie zu elektrifizieren, was einen erheblichen Anstieg des Strombedarfs mit sich bringen wird.
Wächst der Strom in Schweiz?
Obwohl die Schweiz in der Vergangenheit einen Spitzenstromverbrauch im Jahr 2001 von 10024 kWh pro Person hatte, beläuft sich der aktuelle Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr 2025 auf etwa 5491 kWh. Dies zeigt, dass der Stromverbrauch in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen ist, was ein Minus von 4532 kWh pro Person gegenüber dem historischen Höchststand bedeutet. Dennoch wird der gesamte Strom im Land nach wie vor aus kohlenstoffarmen Quellen erzeugt. Die Herausforderung besteht nun darin, die Stromerzeugung wieder zu steigern, um den zukünftigen Bedarf zu decken, insbesondere im Hinblick auf die Elektrifizierung neuer Sektoren und die sich entwickelnde Technologie wie künstliche Intelligenz.
Vorschläge
Um die kohlenstofffreie Stromerzeugung zu erhöhen, sollte die Schweiz unbedingt den Ausbau bestehender Kernenergie- und Solaranlagen in Betracht ziehen. Diese Technologien haben sich als effizient und zuverlässig erwiesen und sind bereits bedeutende Pfeiler der Schweizer Stromlandschaft. Angesichts der großen Fortschritte in der technischen Effizienz beider Technologien könnte deren Erweiterung nicht nur den inländischen Bedarf decken, sondern auch weiterhin die Stabilität der Stromnetze der Nachbarländer unterstützen und dazu beitragen, ihre Emissionen zu reduzieren.
Geschichte
In der Vergangenheit der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in der Schweiz gab es einige bemerkenswerte Entwicklungen. In den 1980er Jahren, insbesondere 1984 und 1989, war die Wasserkraft von bedeutenden Rückgängen betroffen, während 1985 ein deutlicher Anstieg der Kernenergie zu verzeichnen war. In den 1990er Jahren war 1996 ein weiteres Jahr mit einem markanten Rückgang der Wasserkraft, aber die 2000er Jahre zeigten einige Erholungen, insbesondere im Jahr 2007, während die Kernenergie 2001 und 2006 deutlich zugenommen hat. In der letzten Dekade des 21. Jahrhunderts sahen wir erhebliche Schwankungen, wobei 2015 und 2021 Rückgänge in der Kernenergie zu verzeichnen waren, die jedoch 2018 durch ein großes Wachstum ausgeglichen wurden. Die jüngsten Jahre bringen weiterhin Herausforderungen mit sich, besonders mit dem drastischen Rückgang der Wasserkraft um 22,6 TWh im Jahr 2025, was die Notwendigkeit eines weiteren Ausbaus der kohlenstoffarmen Kapazitäten sehr deutlich macht.
Electrification
Wir schätzen den Elektrifizierungsgrad durch den Vergleich von Strom- und Gesamtenergieemissionen. Mehr über die Methodik.