Schweiz steht mit seinen Bemühungen, saubere Elektrizität zu erzeugen, an der Spitze der Welt. Beeindruckende 98% der Elektrizität stammen aus kohlenstoffarmen Quellen. Mehr als die Hälfte dieser Energie wird durch Wasserkraft erzeugt, während fast ein Drittel aus Kernenergie stammt. Solarenergie trägt zu einem nennenswerten Teil der Gesamtproduktion bei, wenn auch etwas weniger. Biokraftstoffe machen nur einen kleinen Teil der Stromerzeugung aus. Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist mit nur 1,67% beinahe vernachlässigbar. Zudem ist Schweiz ein bedeutender Nettostromexporteur, was benachbarte Regionen in die Lage versetzt, ihre Emissionen weiter zu senken. Der nächste Schritt besteht darin, weitere Sektoren wie Transport, Heizung und Industrie zu elektrifizieren, was in Zukunft mehr Strom erfordern wird.
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Wächst der Strom in Schweiz?
Trotz der beeindruckenden Fortschritte bei der sauberen Stromerzeugung ist der aktuelle Stromverbrauch in der Schweiz mit 9010 kWh pro Person niedriger als der bisherige Rekord von 10024 kWh im Jahr 2001. Das deutet auf einen Rückgang des Pro-Kopf-Verbrauchs um 1013 kWh hin. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung ist zurückgegangen, von dem bisherigen Rekordwert von 9647 kWh pro Person im Jahr 2001 auf jetzt 8860 kWh. Der Rückgang ist eine Besorgnis, da mehr Elektrizität benötigt wird, um die steigenden Anforderungen zu bedienen, besonders mit Blick auf die Elektrifizierung weiterer Sektoren und das Wachstum von KI-Anwendungen.
Vorschläge
Um die Kohlenstoffarmut in der Stromerzeugung in der Schweiz weiter zu steigern, sollte der Ausbau bestehender Kernkraftanlagen in Betracht gezogen werden. Diese Energiequelle liefert bereits heute große Mengen an sauberem Strom und könnte durch eine gezielte Erweiterung eine noch wichtigere Rolle einnehmen. Parallel dazu sollte die Solarenergie weiter gefördert und ausgebaut werden, um die Energiemischung zu diversifizieren und noch mehr kohlenstofffreien Strom bereitzustellen. Beide Maßnahmen würden nicht nur die Energieabdeckung für die kommenden Elektrifizierungsanforderungen sicherstellen, sondern die Schweiz auch zu einem noch wichtigeren Vorreiter in der globalen Energiewende machen.
Geschichte
In den 1980er Jahren war die Entwicklung der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in der Schweiz geprägt von Schwankungen in der Wasserkrafterzeugung, wie der Rückgang von 5,3 TWh im Jahr 1984 und ein weiterer von 6 TWh im Jahr 1989. Zu Beginn der 1990er Jahre setzte sich dieser Trend fort mit Rückgängen von 4 TWh im Jahr 1995 und 6 TWh im Jahr 1996, gefolgt von einem Anstieg von 5,1 TWh im Jahr 1997. Die folgende Dekade war durch eine stabile Zunahme der Wasserkraftproduktion gekennzeichnet, vor allem durch einen Anstieg um 6,4 TWh im Jahr 1999 und 4,5 TWh im Jahr 2001. In den 2000er Jahren konnten durch gezielten Ausbau der Kernenergie signifikante Fortschritte erzielt werden, beispielsweise ein Anstieg um 4,5 TWh im Jahr 2006. In den 2010er Jahren erfolgten jedoch Rückschläge durch Rückgänge der Kernenergieerzeugung, weshalb der erneute Fokus auf nachhaltige Steigerungen in diesem Bereich umso wichtiger ist.




