Die Schweiz deckte von Juni 2025 bis Mai 2026 beeindruckende rund 95,5 % ihres Stromverbrauchs aus kohlenstoffarmen Quellen. Mehr als die Hälfte entfiel auf Wasserkraft (55 %), knapp ein Viertel auf Kernenergie (24 %) und rund 13 % auf Solarstrom. Biokraftstoffe trugen weitere gut 3 % bei. Fossile Brennstoffe machten dagegen nur rund 2 % aus; Netto-Importe lieferten etwa 2,6 %, deren Erzeugungsquellen hier nicht ausgewiesen sind. Der nächste große Schritt ist die Elektrifizierung von Verkehr, Heizung und Industrie. Dafür wird die Schweiz deutlich mehr sauberen Strom benötigen.
Wächst der Strom in Schweiz?
Gemessen am Stromverbrauch pro Kopf zeigen die neuesten Zahlen keinen neuen Wachstumshöchststand, sondern einen deutlichen Abstand zum bisherigen Rekord. Der für 2026 ausgewiesene Verbrauch beträgt rund 7.520 kWh pro Person gegenüber rund 10.024 kWh im Rekordjahr 2001 – etwa 2.500 kWh beziehungsweise ein Viertel weniger. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung liegt mit rund 7.181 kWh pro Person deutlich unter ihrem Rekord von rund 9.647 kWh im Jahr 2001, ein Rückgang um etwa 2.466 kWh. Diese Rekordvergleiche belegen allerdings keinen durchgehenden Abwärtstrend. Dennoch ist der Abstand besorgniserregend: Für die Elektrifizierung und den zusätzlichen Strombedarf etwa durch KI braucht es wieder kräftiges Wachstum der sauberen Stromversorgung.
Vorschläge
Die Schweiz sollte deshalb insbesondere Kernenergie und Solar ausbauen, die bereits bedeutende Mengen kohlenstoffarmen Stroms liefern. Bei der Kernenergie können der langfristige Betrieb bestehender Anlagen, mögliche Leistungssteigerungen und zusätzliche Anlagen die saubere Stromerzeugung stärken. Solar lässt sich auf Wohnhäusern, Gewerbegebäuden, Industrieflächen und geeigneten weiteren Standorten deutlich erweitern. Zusammen mit leistungsfähigen Netzen und Speichern würde dieser Ausbau helfen, den wachsenden Strombedarf zu decken und fossile Brennstoffe in Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie zu ersetzen – mit Vorteilen für Klimaschutz und Luftqualität.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch war die kohlenstoffarme Stromerzeugung der Schweiz von deutlichen jährlichen Schwankungen geprägt. In den 1980er-Jahren sank die Wasserkrafterzeugung 1984 um 5,3 TWh und 1989 um 6 TWh, während die Kernenergie 1985 um 4,1 TWh zulegte. In den 1990er-Jahren folgten bei der Wasserkraft Rückgänge von 4 TWh 1995 und 6 TWh 1996, danach kräftige Zuwächse von 5,1 TWh 1997 und 6,4 TWh 1999. Anfang der 2000er-Jahre stieg die Wasserkraft 2001 um 4,5 TWh und fiel 2002 um 5,8 TWh; die Kernenergie gewann 2006 weitere 4,5 TWh. In den 2010er-Jahren legte die Wasserkraft 2012 um 6,2 TWh zu, während die Kernenergie nach einem Rückgang um 4,5 TWh 2015 im Jahr 2018 um 5,1 TWh wuchs. Die 2020er-Jahre brachten erneut starke Ausschläge: Die Kernenergie sank 2021 um 4,5 TWh und erholte sich 2022 um 4,6 TWh. Die Wasserkraft verlor 2022 rund 6 TWh, gewann 2023 und 2024 zusammen knapp 15 TWh und fiel 2025 um 10,9 TWh. Gleichzeitig ging die Kernenergie 2025 um 4,6 TWh zurück. Solche erheblichen Verluste sauberer Stromerzeugung sind ein bedenklicher Rückschritt und unterstreichen, wie dringend die Schweiz ihre kohlenstoffarme Stromversorgung sichern und ausbauen sollte.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.








