In der Türkei wird mehr als die Hälfte des Stroms aus fossilen Brennstoffen erzeugt, mit etwa 53 % Anteil. Kohle ist hierbei der Hauptverursacher mit einem Anteil von über einem Drittel an der Stromerzeugung. Gas trägt zudem rund 18 % bei. Auf der anderen Seite entstammt fast die Hälfte des Stroms kohlenstoffarmen Quellen. Wasserkraft leistet hierbei den größten Beitrag mit fast 22 %, während Wind- und Solarenergie gemeinsam knapp 20 % der Stromerzeugung abdecken. Geothermie und Biokraftstoffe fügen ebenfalls kleine Anteile hinzu, jeweils etwa 2,6 %. Diese Balance zwischen fossilen Brennstoffen und kohlenstoffarmen Optionen bietet Potential für ein noch umweltfreundlicheres Energiesystem in der Türkei.
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Wächst der Strom in Türkei?
Der Anstieg des Stromverbrauchs in der Türkei ist deutlich: Seit 2021 hat sich der Pro-Kopf-Verbrauch auf 3841 kWh gesteigert, eine Erhöhung um 155 kWh im Vergleich zum vorherigen Rekordjahr. Besonders erfreulich ist der Anstieg der kohlenstoffarmen Stromerzeugung, die seit 2023 ebenfalls um 233 kWh pro Person gestiegen ist. Dieses Wachstum zeigt das Potenzial für eine zukünftige Energiestrategie, die sich stärker auf saubere Energiequellen konzentriert. Dennoch bleibt noch viel zu tun, um die zukünftigen Energiebedarfe zu decken und zugleich die Umweltbelastungen, die durch fossile Brennstoffe entstehen, zu minimieren.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung in der Türkei zu erhöhen, sollte der Ausbau der bereits etablierten Windenergie weitergeführt werden. Zudem können wichtige Lehren aus erfolgreichen Regionen gezogen werden. Länder wie Frankreich und die Slowakei nutzen Kernenergie intensiv, um ihre Stromerzeugung zu dekarbonisieren, während Dänemark und Iowa führend bei der Nutzung von Windenergie sind. Auch die Erfolge von Nevada und Kalifornien im Solarsektor bieten wertvolle Einblicke. Durch die Nachahmung solcher Beispiele und die Kombination der verschiedenen kohlenstoffarmen Technologien kann die Türkei ihre Energiesicherheit stärken und ihre CO2-Emissionen weiter senken.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in der Türkei ist von Jahren des Wachstums und teilweise auch Rückschlägen geprägt. In den späten 1980er Jahren erfuhr die Wasserkraft einen beträchtlichen Aufschwung. Allerdings gab es in den Jahren 1989 und 1999 deutliche Rückgänge, was die Volatilität dieser Energieform zeigt. Ab 2010 gab es wieder deutliche Zuwächse, insbesondere 2015 und 2019. Die jüngsten Entwicklungen im Jahr 2024, darunter die steigende Solarenergie und ein erneuter Anstieg der Wasserkrafterzeugung, heben den Fortschritt und das Potenzial für eine sauberere Energiezukunft hervor. Solche Fortschritte sind entscheidend, um die Energiesicherheit der Türkei zu gewährleisten und ihre Umweltziele zu erreichen.




