Der aktuelle Stand des Stromverbrauchs in Kolumbien zeigt eine bemerkenswerte Präferenz für kohlenstoffarme Energiequellen. Im Zeitraum von Juli 2024 bis Juni 2025 stammt mehr als ein Drittel des Stroms aus fossilien Brennstoffen, wobei ein Großteil davon durch Gas- und Kohlekraftwerke erzeugt wird. Erfreulicherweise wird ein erheblicher Anteil, über zwei Drittel, durch kohlenstoffarme Quellen gedeckt, mit Wasserkraft als dominierende Quelle, die fast zwei Drittel des gesamten Stroms bereitstellt. Solarenergie und Biokraftstoffe spielen ebenfalls eine Rolle, sie machen aber zusammengenommen nur einen kleinen Teil am energetischen Mix aus. Fest steht, dass Kolumbien mit seinem hohen Anteil an Wasserkraft bereits positiv in Richtung saubererer Stromerzeugung aufgestellt ist.
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Wächst der Strom in Kolumbien?
Der aktuelle Gesamtstromverbrauch in Kolumbien beträgt 1673 kWh pro Person, was im Vergleich zum historischen Höchststand von 1705 kWh im Jahr 2024 einen Rückgang darstellt. Auch die Erzeugung von kohlenstoffarmem Strom sieht einen merklichen Rückgang, mit 1216 kWh pro Person aktuell deutlich unter dem bisherigen Rekord von 1306 kWh im Jahr 2017. Diese stagnierenden Zahlen geben Anlass zur Sorge, insbesondere angesichts der Notwendigkeit, den Stromverbrauch in Zukunft zu erhöhen, um den wachsenden Energiebedarf und die Elektrifizierung zu unterstützen. Der Rückgang bei kohlenstoffarmen Energien ist besonders bedauerlich, wenn man die globalen Herausforderungen bedenkt, die fossile Brennstoffe mit sich bringen, wie etwa den Klimawandel und die Luftverschmutzung.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Kolumbien zu erhöhen, könnte das Land von erfolgreichen Regionen wie Frankreich und der Slowakei lernen, die auf Kernenergie setzen. Frankreich etwa generiert 68% seines Stroms aus Kernkraft, während Iowa und Dänemark bemerkenswerte Anteile aus Windkraft verzeichnen. Besonders relevant für Kolumbien wäre auch eine verstärkte Nutzung der Solarenergie, wie sie in Nevada oder Kalifornien erzielt wird. Durch gezielte Investitionen in Solar- und Kernenergie kann Kolumbien seinen Anteil an kohlenstoffarmer Energieerzeugung deutlich steigern und damit zukunftsfähiger werden.
Geschichte
In der Vergangenheit war die Entwicklung der kohlenstoffarmen Energie in Kolumbien von einer dominierenden Rolle der Wasserkraft geprägt, insbesondere in den 1990er Jahren sowie im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. Das Jahr 2017 brachte einen enormen Anstieg der Wasserkrafterzeugung um 12,3 TWh, wohingegen in den Jahren 2019 und 2020 bemerkbare Rückgänge erfolgten. Der jüngste Aufwärtstrend im Jahr 2025 zeigt aber erneut das Potenzial dieser Energiequelle. Dennoch ist der Anstieg der Solarenergie im Jahr 2024 erwähnenswert, da er eine spannende Perspektive für den zukünftigen Energiemix bietet. Um einer nachhaltigen und stabilen Energieversorgung gerecht zu werden, sollte Kolumbien die in der Vergangenheit bewährten Strategien stärken und neue kohlenstoffarme Technologien erschließen.