Von Mai 2025 bis April 2026 betrug Kenias Stromverbrauch insgesamt rund 15,2 TWh einschließlich Netto-Importen. Davon entfielen rund 12,6 TWh beziehungsweise 83 % auf kohlenstoffarme heimische Stromerzeugung: Geothermie lieferte 6,4 TWh, Wasserkraft 3,5 TWh und Wind 1,9 TWh. Fossile Brennstoffe steuerten mit 1,1 TWh etwa 7 % bei; die Netto-Importe machten mit 1,5 TWh weitere 10 % aus, deren Erzeugungsmix hier nicht ausgewiesen ist. Trotz des hohen Anteils sauberer Stromerzeugung ist der Verbrauch pro Kopf niedrig: Mit 265 kWh erreicht Kenia nur rund 7 % des weltweiten Durchschnitts von 3.794 kWh. Ein so geringes Stromangebot kann industrielle Entwicklung, Gesundheitsversorgung, Bildung und die Elektrifizierung von Verkehr und Haushalten begrenzen.
Wächst der Strom in Kenia?
Die Stromversorgung in Kenia wächst und erreicht neue Höchstwerte. Der jüngste, für 2026 ausgewiesene Stromverbrauch beträgt 265 kWh pro Person, gegenüber dem bisherigen Rekord von 259 kWh im Jahr 2025. Das entspricht anhand der gerundeten Werte einem Zuwachs von rund 2 %. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Kopf hat einen neuen Rekord erreicht: Sie stieg von 213 kWh im Jahr 2025 auf zuletzt 219 kWh, also um 6 kWh beziehungsweise knapp 3 %. Diese Entwicklung ist erfreulich, doch angesichts des weiterhin niedrigen Verbrauchsniveaus braucht Kenia deutlich mehr sauberen Strom für wirtschaftliches Wachstum, zusätzliche elektrische Anwendungen und künftig auch einen steigenden Bedarf durch Rechenzentren und KI.
Vorschläge
Kenia sollte seine bereits bedeutende Windstromerzeugung weiter ausbauen und zugleich Solarenergie wesentlich stärker erschließen. Ergänzend bietet sich die Erweiterung der etablierten Geothermie an. Als afrikanisches Vergleichsbeispiel ist Südafrika besonders relevant: Dort liefern Solaranlagen rund 20 TWh und Kernkraftwerke rund 12 TWh Strom. Kenia sollte deshalb auch den Aufbau einer eigenen Kernenergieversorgung prüfen, um seinen kohlenstoffarmen Strommix zu ergänzen. Pakistan zeigt mit rund 41 TWh Solarstrom und 22 TWh Kernstrom ebenfalls, wie beide Technologien nebeneinander zur Stromversorgung beitragen können. Für den Windkraftausbau bietet Brasilien mit rund 110 TWh Windstrom einen weiteren Orientierungspunkt; seine etwa 88 TWh Solarstrom unterstreichen zugleich das Potenzial eines kombinierten Ausbaus. Entscheidend sind zusätzliche Anlagen und passende Stromnetze, damit mehr sauberer Strom Haushalte und Unternehmen erreicht und fossile Stromerzeugung samt Luftverschmutzung und klimaschädlichen Emissionen zurückgedrängt werden kann.
* 12M = Letzte 12 Monate (Mai 2025 – Apr. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Kenias zeigt zunächst ausgeprägte Schwankungen der Wasserkraft: Auf Veränderungen von −0,8 und −1,1 TWh in den Jahren 1999 und 2000 folgten 2001 und 2002 Zuwächse von 1,1 und 0,7 TWh. Auch Ende der 2000er-Jahre schwankte die Erzeugung, bevor sie 2010 um 1,3 TWh und 2012 um 0,8 TWh zunahm. Ein wichtiger Ausbauimpuls kam 2014 aus der Geothermie mit zusätzlichen 2,1 TWh; weitere Zuwächse folgten 2017 mit 0,6 TWh und 2023 mit 0,5 TWh. Die Windkraft ergänzte diese Entwicklung besonders 2019 mit einem Plus von 1,3 TWh und 2021 mit weiteren 0,7 TWh. Die Wasserkraft verzeichnete zwischen 2014 und 2022 wechselnde Jahresbeiträge, darunter Zuwächse von 0,8 TWh im Jahr 2018 und 1 TWh im Jahr 2020; 2024 kamen nochmals 0,9 TWh hinzu. Insgesamt haben insbesondere Geothermie und Wind Kenias saubere Stromversorgung verbreitert und eine gute Grundlage für weiteren Ausbau geschaffen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Mai 2025 – Apr. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Mai 2025 – Apr. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













