In Kalifornien ist der aktuelle Stand des Stromverbrauchs von einem bemerkenswerten Übergang zu kohlenstoffarmer Energie geprägt. Im Zeitraum von September 2024 bis August 2025 stammt mehr als die Hälfte der Elektrizität (55,2%) aus kohlenstoffarmen Quellen. Solarenergie spielt dabei eine entscheidende Rolle und trägt fast ein Drittel (29,4%) zur Stromerzeugung bei, wobei Solar (Utility) mit 18,17% und Solar (BTM) mit 11,24% vertreten sind. Fossile Brennstoffe machen rund ein Viertel (26,27%) des Energieanteils aus und werden hauptsächlich durch Gas (25,81%) bereitgestellt. Netto-Importe sind ebenfalls ein beachtlicher Bestandteil des Energiemixes in Kalifornien mit 19,03%. Wasserkraft trägt mit 9,3% zur Energiebilanz bei, während Kernenergie mit 6,14%, Wind mit 5,24%, Geothermie mit 3,61% und Biokraftstoffe mit 1,51% weniger bedeutende Anteile haben, aber dennoch zum kohlenstoffarmen Mix beitragen.
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Wächst der Strom in Kalifornien?
Der Elektrizitätsverbrauch pro Person in Kalifornien liegt aktuell bei 7620 kWh im Jahr 2025, was einen Rückgang im Vergleich zum Höchstwert von 2008 darstellt, der bei 8256 kWh pro Person lag. Das deutet darauf hin, dass der gesamte Stromverbrauch leicht gesunken ist. Im Gegensatz dazu zeigt der Anstieg der kohlenstoffarmen Stromerzeugung pro Person von 4029 kWh im Jahr 2024 auf 4206 kWh im Jahr 2025, dass kohlenstoffarme Technologien an Bedeutung gewinnen. Dieser Wandel hin zu sauberer Energieerzeugung ist ein positives Signal dafür, dass Kalifornien auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft ist, auch wenn der gesamte Stromverbrauch nicht gesteigert wurde.
Vorschläge
Um den Anteil kohlenstoffarmer Energie weiter zu erhöhen, sollte Kalifornien die Investitionen in Solarenergie ausweiten, da diese bereits jetzt einen beachtlichen Teil zur Erzeugung beiträgt. Ein Blick auf erfolgreiche Regionen zeigt, dass der Ausbau von sowohl solarer als auch nuklearer Energieerzeugung effektiv ist. Frankreich und die Ukraine sind Beispiele dafür, wie eine starke Kernenergieinfrastruktur über 50% der Elektrizität liefern kann. Auch Regionen wie Iowa und Dänemark, die ihren Fokus auf Windenergie haben, zeigen mit über 50% einen erfolgreichen Weg. Kalifornien kann von solchen Strategien lernen und seine Investitionen in Solar und eventuell auch in den Ausbau von Kernenergie neu fokussieren, um seinen Energiemix weiter zu diversifizieren und den Anteil fossiler Brennstoffe zu reduzieren.
Geschichte
In der Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Kalifornien gab es einige bemerkenswerte Trends, insbesondere in der Wasserkraft. Mitte der 2000er Jahre, insbesondere 2005 und 2006, gab es bedeutende Zuwächse durch Wasserkraft, die sich jedoch 2007 in einem starken Rückgang kehrten. Wechselhafte Jahre prägten das nächste Jahrzehnt, wobei 2011 ein starkes Jahr sowohl für Wasserkraft als auch für Kernenergie war. Im Jahr 2012 gab es jedoch einen erheblichen Rückgang der Kernenergie, was kritisch zu sehen ist. In den letzten Jahren zeigten sich abwechselnde Zuwächse und Verluste in der Wasserkraftproduktion, mit einem starken Anstieg im Jahr 2023. Diese Volatilität, vor allem in der Wasserkraft, unterstreicht die Notwendigkeit, den grünen Energiemix durch verstärkten Ausbau stabiler Quellen wie Solar und Kernenergie zu festigen.


