Der gegenwärtige Stand des Stromverbrauchs in Argentinien zeigt, dass die Stromerzeugung zu etwas mehr als der Hälfte aus fossilen Brennstoffen besteht, während der kohlenstoffarme Anteil knapp darunter liegt. Fossile Brennstoffe machen ungefähr 51% des Stromverbrauchs aus, wobei Gas mit 46% der dominierende Energieträger ist, gefolgt von Öl und Kohle mit jeweils 3% und 2%. Auf der anderen Seite zeichnet sich der kohlenstoffarme Energiemix durch Wasserkraft aus, die fast ein Viertel des Strombedarfs deckt. Windenergie trägt etwa 12% bei, gefolgt von Kernenergie mit rund 7% und Solarenergie mit etwa 3%. Insgesamt zeigen diese Zahlen, dass Argentinien fast gleichmäßig zwischen fossilen und kohlenstoffarmen Energien aufgeteilt ist, jedoch besteht ein erhebliches Potenzial, den Anteil der kohlenstoffarmen Erzeugung zu erhöhen.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen Ember, IEA und World Bank. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Argentinien?
Der Vergleich mit früheren Jahren zeigt, dass der Pro-Kopf-Stromverbrauch in Argentinien von einem Höchststand von 3570 kWh im Jahr 2016 auf 3194 kWh im Jahr 2025 zurückgegangen ist, was auf einen Rückgang von 376 kWh hindeutet. Diese stagnierende Tendenz ist besorgniserregend angesichts des steigenden Bedarfs an Elektrizität in der sich weiterentwickelnden Gesellschaft. Positiv ist, dass der kohlenstoffarme Stromverbrauch von 1536 kWh im Jahr 2024 auf 1557 kWh im Jahr 2025 gestiegen ist, ein Anstieg von 21 kWh, der Hoffnung macht. Dennoch schlägt die Tatsache, dass der Gesamtverbrauch rückläufig ist, Alarm und verdeutlicht die Notwendigkeit, die kohlenstoffarme Stromproduktion deutlich zu steigern.
Vorschläge
Um den Anteil an kohlenstoffarmem Strom weiter zu erhöhen, könnte Argentinien die vorhandenen Windkraftkapazitäten ausbauen. Regionen wie Iowa und Dänemark, die erfolgreich mehr als die Hälfte ihres Stroms aus Windenergie beziehen, könnten als Vorbilder dienen. Ebenso könnte Argentinien von Ländern wie Frankreich und der Slowakei lernen, die signifikante Anteile ihrer Elektrizität aus Kernenergie gewinnen. Zudem sollte die Rolle der Solarenergie nicht unterschätzt werden, und Beispiele wie Nevada, wo fast ein Drittel des Stroms aus Solarenergie stammt, können als Inspiration genutzt werden. Diese Strategien würden nicht nur die CO2-Emissionen reduzieren, sondern auch die Energiesicherheit in Argentinien stärken.
Geschichte
Historisch gesehen gibt es in Argentinien bedeutende Schwankungen in der kohlenstoffarmen Stromerzeugung. In den 1980er Jahren wuchs die Wasserkraft erheblich, erlebte jedoch in den 1990er Jahren sowohl beträchtliche Zuwächse als auch Rückgänge. Besonders bemerkenswert sind die späten 1990er und frühen 2000er Jahre mit einem deutlichen Zuwachs in der Wasserkraftproduktion. Erneute Rückgänge in den 2000er und 2010er Jahren erforderten jedoch kontinuierliche Anstrengungen und Investitionen. Seit 2019 erlebte die Windenergie eine bemerkenswerte Ergänzung zur kohlenstoffarmen Erzeugung, und in den letzten Jahren kam es zu einem Rekordanstieg der Wasserkraft im Jahr 2023. Diese Entwicklung zeigt die Chancen und Herausforderungen, denen sich Argentinien gegenübersieht, während es seine kohlenstofffreie Energieerzeugung diversifiziert und verstärkt.




