Der aktuelle Zustand des Stromverbrauchs in Argentinien zeigt eine bemerkenswerte Verteilung zwischen fossilen Brennstoffen und kohlenstoffarmen Energien. In den letzten zwölf Monaten, von Juli 2024 bis Juni 2025, wurden etwas mehr als die Hälfte des Stroms, nämlich 53 %, aus fossilen Brennstoffen erzeugt. Der Großteil davon entfällt auf Gas mit 49 %, während Öl etwa 4 % ausmacht. Im Gegensatz dazu decken kohlenstoffarme Energien fast 47 % des Strombedarfs. Besonders hervorzuheben ist, dass über ein Fünftel der Elektrizität aus Wasserkraft stammt und Windenergie fast ein Achtel ausmacht. Kernenergie trägt etwas mehr als 6 % bei, während Solar- und Biokraftstoffe zusammen weniger als 5 % beisteuern.
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Wächst der Strom in Argentinien?
Doch trotz dieser nennenswerten Beteiligung kohlenstoffarmer Energien an der Stromversorgung ist der Gesamtkonsum in Argentinien rückläufig. Im Jahr 2025 betrug der pro Kopf Stromverbrauch 3166 kWh, was einen deutlichen Rückgang von 404 kWh im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2016 bedeutet. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung zeigt einen besorgniserregenden Trend mit einem Rückgang von 57 kWh pro Kopf gegenüber dem Höchstwert des Vorjahres. Ein solcher Rückgang steht im Widerspruch zu der Notwendigkeit, den Einsatz sauberer Energien zu erhöhen, um zukünftige Anforderungen zu erfüllen und die Auswirkungen des Klimawandels zu minimieren.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung zu steigern, sollte Argentinien auf den Ausbau der bestehenden Windkraft setzen, da sie bereits erhebliche Mengen an Strom liefert. Ein Blick auf erfolgreiche Regionen zeigt, dass Länder wie Dänemark mit einem Anteil von 59 % an Windenergie oder Iowa in den USA mit 60 % als Vorbilder dienen können. Im Hinblick auf die Kernenergie könnten Frankreich mit einem beeindruckenden Anteil von 70 % und die Slowakei mit 66 % als Richtlinien für den Ausbau dieser sauberen Energiequelle dienen. Auch die Nutzung von Solarenergie sollte verstärkt werden, inspiriert von Staaten wie Nevada, das 33 % seines Stroms aus Solarenergie gewinnt.
Geschichte
Ein Blick auf die Geschichte der kohlenstoffarmen Elektrizität in Argentinien zeigt, wie entscheidend der Beitrag der Wasserkraft in den letzten Jahrzehnten war. Seit den frühen 1980er Jahren erlebte das Land mehrmals erhebliche Zuwächse, wie 1980 mit 4,5 TWh oder 2000 mit stolzen 7,2 TWh. Doch solch positive Entwicklungen wurden immer wieder durch Rückgänge unterbrochen, beispielsweise 1988 oder 2007. Positiv ist der jüngste Anstieg im Jahr 2023 mit 10,8 TWh. In den letzten Jahren hat sich die Bedeutung von Windenergie weiter erhöht, was besonders durch Zuwächse in den Jahren 2019 und 2020 deutlich wurde. Die konsistente Steigerung von Windenergie sollte Argentinien weiter motivieren, offensive Strategien für kohlenstoffarme Energien zu verfolgen, um eine nachhaltigere und zukunftsfähige Energiezukunft zu sichern.