LowCarbonPower logo
Instagram Facebook X (Twitter) LinkedIn GitHub

Elektrizität in Tunesien im Jahr 2025

Kohlenstoffarmer Elektrizität
23 kWh/person -46
Gesamtelektrizität
1.581 kWh/person -398
Kohlenstoffarmer Elektrizität
1,4 % -2,1
Kohlenstoffintensität
483 gCO2eq/kWh +16

Tunesiens Stromverbrauch wurde 2025 fast vollständig durch fossile Brennstoffe gedeckt: Rund 99 % entfielen auf Gas. Kohlenstoffarmer Strom machte dagegen nur etwa 1,4 % aus und stammte nach den vorliegenden Daten ausschließlich aus Windkraft. Damit ist die Stromversorgung weiterhin stark von fossilen Brennstoffen abhängig. Ein deutlich größerer Anteil sauberer Stromerzeugung könnte helfen, die mit fossilen Brennstoffen verbundenen Treibhausgasemissionen und die Luftverschmutzung zu verringern.

Wächst der Strom in Tunesien?

Gemessen an den bisherigen Höchstständen wächst Tunesiens Stromverbrauch derzeit nicht. Im Jahr 2025 lag er bei rund 1.580 kWh pro Person und damit etwa 400 kWh beziehungsweise 20 % unter dem Rekord von 2022 mit knapp 1.980 kWh. Noch deutlicher fällt der Rückstand bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung aus: Sie erreichte zuletzt lediglich 23 kWh pro Person, verglichen mit dem Rekord von 69 kWh im Jahr 2023. Das entspricht einem Rückgang um 46 kWh beziehungsweise zwei Drittel. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, denn die Elektrifizierung und neue Anwendungen wie KI benötigen eine wachsende Versorgung mit sauberem Strom. Die Rekordvergleiche allein zeigen allerdings nicht, wie sich der Verbrauch gegenüber dem unmittelbar vorherigen Jahr verändert hat.

Vorschläge

Tunesien sollte insbesondere Solarenergie ausbauen, seine Windkraft stärken und den Einstieg in die Kernenergie prüfen. Als geografisch relevante Vorbilder für Solarstrom bieten sich Zypern und Spanien an, wo jeweils rund 23 % des Stroms aus Solarenergie stammen; im ebenfalls sonnenreichen Jordanien sind es rund 15 %. Für Windkraft ist das nordafrikanische Marokko mit einem Anteil von etwa 20 % besonders interessant. Bei der Kernenergie zeigen Frankreich mit rund zwei Dritteln und die Vereinigten Arabischen Emirate mit rund einem Fünftel des erzeugten Stroms, welchen bedeutenden Beitrag diese kohlenstoffarme Quelle leisten kann. Tunesien könnte von diesen Regionen bei Ausbauplanung, Ausbildung und dem Aufbau geeigneter Stromnetze lernen und so eine breitere Grundlage für wachsende saubere Stromerzeugung schaffen.

Gesamtproduktion der elektrischen Energie
Erneuerbare und Kernenergie

Geschichte

Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Tunesiens ist von kleinen Zuwächsen und wiederholten Rückschritten geprägt. Bei der Wasserkraft gab es 1985, 1987, 1991 und 2003 jeweils einen Zuwachs von 0,1 TWh gegenüber dem Vorjahr, bevor die Erzeugung 2006 um 0,1 TWh sank. Ab 2009 gewann Windkraft an Bedeutung: Zuwächse von jeweils 0,1 TWh in den Jahren 2009 und 2012, von 0,2 TWh im Jahr 2013 und nochmals 0,1 TWh im Jahr 2014 waren erfreuliche Fortschritte. Auch die Wasserkraft legte 2012 um 0,1 TWh zu; die ausgewiesenen Werte für 2009, 2013 und 2019 zeigen dagegen keine Veränderung. Bei Wind folgte 2015 ein Rückgang um 0,1 TWh, während 2019 keine Veränderung verzeichnet wurde. Solarstrom lieferte 2021 und 2022 jeweils zusätzliche 0,1 TWh und 2023 weitere 0,2 TWh. Enttäuschend sind dagegen die erneuten Rückgänge der Windstromerzeugung um jeweils 0,1 TWh in den Jahren 2022 und 2025. Umso wichtiger ist ein kontinuierlicher Ausbau kohlenstoffarmer Stromerzeugung.

Stromimporte und -exporte

Handelsbilanz

Instagram Facebook X (Twitter) LinkedIn GitHub