Elektrizität in Tunesien im Jahr 2024
Der derzeitige Stand der Stromerzeugung in Tunesien zeigt eine starke Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Mehr als 85% des Stroms wird aus fossilen Quellen gewonnen, wobei der Großteil davon Gas ist. Nur ein kleiner Teil, knapp 4%, stammt aus kohlenstoffarmen Quellen, darunter etwa 2% aus Solarenergie und 1,4% aus Wind. Netto-Importe machen rund 11% des Stroms aus. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Tunesien sich noch stark auf fossile Brennstoffe stützt, während der Anteil kohlenstoffarmer Energiequellen vergleichsweise gering ist.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen EIA, Ember und IEA. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Tunesien?
Der Stromverbrauch pro Person in Tunesien ist in letzter Zeit gesunken. Im Jahr 2024 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei 1899 kWh, was einen Rückgang im Vergleich zu 2022 darstellt, als der Verbrauch noch bei 1979 kWh pro Person lag. Auch der Anteil der kohlenstoffarmen Stromerzeugung ist leicht rückläufig, mit 68 kWh im Jahr 2024 gegenüber 69 kWh im Jahr 2023. Diese Entwicklungen deuten auf einen besorgniserregenden Trend hin, bei dem das Wachstum insbesondere der kohlenstoffarmen Stromerzeugung stagniert oder gar rückläufig ist, was der dringenden Notwendigkeit einer sauberen Energiewende entgegensteht.
Vorschläge
Um den Anteil kohlenstoffarmer Energie in Tunesien zu erhöhen, könnte das Land von erfolgreichen Regionen lernen, die stark auf saubere Energien setzen. Regionen wie Nevada und Kalifornien erzielen bemerkenswerte Ergebnisse mit Solarenergie, während Länder wie Frankreich und die Slowakei exemplarisch für ihre Nutzung der Kernenergie stehen. Tunesien sollte daher den Ausbau von solarer und nuklearer Infrastruktur priorisieren, um von diesen erfolgreichen Beispielen zu profitieren und seinen Einsatz kohlenstoffarmer Technologien zu verstärken. Besonders die gegebenen geografischen und klimatischen Vorteile könnten Tunesien dabei helfen, die Sonnenenergie effektiver zu nutzen.
Geschichte
In der Vergangenheit hat Tunesien einige Fortschritte in der kohlenstoffarmen Stromerzeugung erzielt, insbesondere durch Wind- und Solarenergie. In den späten 1980er und frühen 2000er Jahren trug die Wasserkraft mit kleinen, aber konstanten Zuwächsen zur Stromerzeugung bei. Seit 2009 gab es einen moderaten Anstieg der Windenergie, doch in den letzten Jahren gab es auch Rückschläge, wie den Rückgang im Jahr 2015 und 2022. Erfreulicherweise hat Solarenergie in jüngerer Zeit, insbesondere 2023, trotz der Herausforderungen an Bedeutung gewonnen. Diese Geschichte zeigt, dass es möglich ist, Fortschritte in der kohlenstoffarmen Stromerzeugung zu machen, aber auch, dass es wichtig ist, kontinuierlich zu investieren und politische Unterstützung zu sichern, um den Übergang zu beschleunigen.