Von Oktober 2025 bis September 2026 stammten in Tschechien knapp 59 % des verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen, während fossile Brennstoffe rund 41 % ausmachten. Kernenergie war mit etwa 41 % die wichtigste einzelne Stromquelle. Solarenergie und Biokraftstoffe lieferten jeweils rund 6,5 %, Wasserkraft knapp 4 %. Auf der fossilen Seite dominierte Kohle mit etwa 35 % des Stromverbrauchs; Gas steuerte rund 6 % bei. Damit ist die Stromversorgung bereits mehrheitlich kohlenstoffarm, doch der weiterhin große Kohleanteil verursacht klimaschädliche Emissionen und Luftverschmutzung. Mehr sauberer Strom könnte diese Belastungen deutlich verringern.
Wächst der Strom in Tschechien?
Ob der Stromverbrauch in Tschechien wächst, lässt sich aus dem Vergleich mit historischen Höchstwerten allein nicht bestimmen. Der jüngste Wert für 2026 liegt bei rund 6.820 kWh pro Person und damit etwa 1.710 kWh beziehungsweise 20 % unter dem Rekord von 2007 mit rund 8.530 kWh. Angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI wäre eine stärkere Entwicklung wünschenswert. Erfreulich ist dagegen der neue Höchststand der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie erreicht rund 4.010 kWh pro Person und übertrifft den bisherigen Rekord von 2025 um 42 kWh beziehungsweise gut 1 %. Das ist ein Fortschritt, allerdings bislang nur ein kleiner.
Vorschläge
Tschechien sollte seine bereits starke Kernenergie weiter ausbauen und zugleich die Solar- und Windstromerzeugung beschleunigen. Besonders relevant ist die benachbarte Slowakei, in der Kernenergie rund 66 % der Stromerzeugung liefert; Frankreich erreicht sogar etwa 67 %. Beide zeigen, wie groß der Beitrag dieser sauberen Stromquelle sein kann. Für Solarenergie bieten Ungarn mit rund 23 % und Deutschland mit etwa 20 % naheliegende Vergleichsregionen. Deutschland zeigt außerdem mit rund 31 % Windstrom, dass Windenergie in Mitteleuropa eine bedeutende zusätzliche Säule sein kann. Tschechien kann daraus lernen, den Ausbau von Kernkraftwerken, Solaranlagen auf Dächern und Freiflächen sowie geeigneten Windstandorten mit einer vorausschauenden Netzplanung zu verbinden. So ließe sich nicht nur fossiler Strom ersetzen, sondern auch zusätzlicher Bedarf mit kohlenstoffarmem Strom decken.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Tschechien wurde besonders durch kräftige Ausbauphasen der Kernenergie geprägt. Von 1986 bis 1988 summierten sich ihre jährlichen Zuwächse auf 9,5 TWh. Eine weitere starke Phase folgte von 2001 bis 2003 mit insgesamt 12,3 TWh zusätzlicher Jahreserzeugung gegenüber 2000, darunter allein 7,1 TWh Zuwachs im Jahr 2003. Weitere positive Beiträge folgten 2006 und 2010 sowie 2012, als die Kernstromerzeugung um 2 TWh zunahm. Auch Solarenergie gewann an Bedeutung: 2011 stieg ihre Erzeugung um 1,6 TWh. Die Jahre 2017 und 2018 brachten zusammen Kernenergiezuwächse von 5,8 TWh. Zuletzt setzte Solarenergie 2024 mit einem Plus von 1,4 TWh einen erfreulichen Akzent, bevor die Kernenergie 2025 weitere 2,3 TWh zulegte. Diese Wachstumsphasen zeigen das Potenzial eines entschlossenen Ausbaus sauberer Stromerzeugung.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













