Tadschikistan erreicht bereits einen beeindruckenden Anteil von rund 93 % kohlenstoffarmem Strom: Von April 2025 bis März 2026 stammte dieser vollständig aus Wasserkraft. Fossile Brennstoffe lieferten nur etwa 7 % des Stroms, davon knapp 6 % Kohle und gut 1 % Gas. Zudem ist Tadschikistan ein bedeutender Nettoexporteur von Strom und hilft damit benachbarten Regionen, ihre Emissionen zu senken. Die nächste große Aufgabe ist die Elektrifizierung von Verkehr, Heizung und Industrie. Dafür wird deutlich mehr sauberer Strom benötigt.
Wächst der Strom in Tadschikistan?
Ob der Stromverbrauch zuletzt gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist, lässt sich aus den vorliegenden Vergleichswerten nicht erkennen. Gegenüber den historischen Höchstständen besteht jedoch ein erheblicher Rückstand: Der jüngste Wert für 2026 liegt bei rund 2.200 kWh Stromverbrauch pro Person, gegenüber knapp 3.600 kWh im Rekordjahr 1990. Das sind rund 1.400 kWh oder knapp 39 % weniger. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung liegt mit rund 2.050 kWh pro Person deutlich unter dem Rekord von gut 3.050 kWh aus dem Jahr 1990 – ein Rückgang um etwa 1.000 kWh beziehungsweise ein Drittel. Dieser Abstand ist besorgniserregend, denn Elektrifizierung und neue Anwendungen wie KI benötigen eine wachsende Stromversorgung.
Vorschläge
Tadschikistan sollte seine starke Wasserkraftbasis durch zusätzliche kohlenstoffarme Stromerzeugung ergänzen. Besonders sinnvoll ist ein entschlossener Ausbau der Solarenergie, sowohl durch große Solaranlagen als auch auf Dächern. Gleichzeitig können modernisierte und zusätzliche Wasserkraftanlagen die saubere Stromversorgung stärken. Auch den Einstieg in die Kernenergie sollte das Land als langfristige Option prüfen, gegebenenfalls gemeinsam mit regionalen Partnern. Leistungsfähigere Stromnetze, Speicher und grenzüberschreitende Verbindungen können helfen, die zusätzliche Erzeugung für Haushalte, Industrie und Stromexporte nutzbar zu machen. So lassen sich fossile Brennstoffe und die damit verbundenen Klimabelastungen und Luftschadstoffe weiter zurückdrängen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Apr. 2025 – März 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Tadschikistans ist in den vorliegenden Daten eine Geschichte der Wasserkraft mit wiederholten Zuwächsen und Rückschlägen. In den 1990er-Jahren standen Steigerungen um jeweils gut 1 TWh in den Jahren 1993 und 1999 deutlichen Rückgängen 1995 und 1997 gegenüber, darunter ein Minus von gut 2 TWh im Jahr 1995. Nach einem weiteren Rückgang um 1,4 TWh im Jahr 2000 folgten Zuwächse 2002, 2003 und 2005, bevor die Erzeugung 2008 erneut sank. In den 2010er-Jahren überwogen die Fortschritte: Trotz eines Rückgangs 2014 stieg die Erzeugung 2012, 2015 und besonders durch die aufeinanderfolgenden Zuwächse von 2017 bis 2019. Nach einem erneuten Minus von gut 1 TWh im Jahr 2020 folgten drei Wachstumsjahre von 2021 bis 2023. Der kräftige Zuwachs von 2 TWh im Jahr 2025 ist ein besonders erfreulicher Schritt hin zu einer größeren sauberen Stromversorgung.
* 12M = Letzte 12 Monate (Apr. 2025 – März 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Apr. 2025 – März 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.











