Von August 2025 bis Juli 2026 wurden in Südkorea rund 62 % des Stromverbrauchs durch fossile Brennstoffe gedeckt: Kohle lieferte gut ein Drittel und Gas etwa 26 %. Kohlenstoffarmer Strom erreichte dagegen nur rund 36 %. Sein wichtigster Bestandteil war Kernenergie mit etwa einem Viertel des gesamten Stromverbrauchs, gefolgt von Solarenergie mit gut 7 %. Biokraftstoffe und Wasserkraft trugen jeweils rund 1 % bei. Damit dominieren weiterhin fossile Brennstoffe, deren Nutzung Klimawandel und Luftverschmutzung verursacht.
Wächst der Strom in Südkorea?
Südkoreas Stromverbrauch wächst derzeit nur geringfügig: Der aktuelle Wert für 2026 liegt bei rund 12.200 kWh pro Person und damit lediglich 24 kWh beziehungsweise etwa 0,2 % über dem bisherigen Rekord von 2025. Bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung ist die Entwicklung hingegen enttäuschend: Sie liegt aktuell bei rund 4.400 kWh pro Person, etwa 280 kWh oder 6 % unter dem Rekordniveau von 2025. Der minimale Verbrauchszuwachs geht somit nicht mit einem Ausbau sauberer Stromerzeugung einher. Für die zusätzliche Nachfrage durch Elektrifizierung und KI braucht Südkorea deutlich mehr kohlenstoffarmen Strom.
Vorschläge
Südkorea sollte seine bereits bedeutende Kernenergieerzeugung ausbauen und zugleich Solarenergie stärker voranbringen. Frankreich zeigt mit einem Kernenergieanteil von rund zwei Dritteln, welchen großen Beitrag diese Technologie leisten kann; Finnland erreicht damit ebenfalls mehr als ein Drittel. Für Solarenergie bieten dicht besiedelte Industrieregionen wie die Niederlande und Deutschland relevante Orientierung: Dort liefert sie jeweils etwa ein Fünftel des Stroms. Der US-Bundesstaat Kalifornien erreicht sogar fast ein Drittel. Ergänzend lohnt sich der Ausbau der Windenergie, insbesondere auf See: Im Vereinigten Königreich liefert Wind rund 30 % des Stroms. Diese Beispiele zeigen mögliche Größenordnungen, auch wenn Südkorea seine Ausbauplanung an die eigenen Standortbedingungen anpassen muss.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch wurde Südkoreas kohlenstoffarme Stromerzeugung vor allem durch Kernenergie ausgebaut. In der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre stieg deren Jahreserzeugung in den aufgeführten Jahren jeweils um 7 bis 11 TWh; in den 1990er-Jahren folgten weitere kräftige Zuwächse von rund 8 bis 13 TWh. Auch die 2000er-Jahre brachten deutliche Steigerungen, darunter gut 16 TWh im Jahr 2005. Die Entwicklung der 2010er-Jahre war wechselhafter: Auf einen Rückgang von knapp 12 TWh im Jahr 2013 folgten starke Zuwächse 2014 und 2015, bevor die Erzeugung 2017 und 2018 erneut deutlich sank. Ab 2019 setzte eine Erholung ein, mit Zuwächsen von gut 12 TWh 2019, rund 17 TWh 2022 und knapp 8 TWh 2024. Der erneute Rückgang um knapp 16 TWh im Jahr 2026 ist ein besonders bedauerlicher Rückschritt beim Ausbau sauberer Stromversorgung und unterstreicht, wie wichtig ein verlässlicher Wachstumskurs ist.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.


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