Elektrizität in Sonderverwaltungsregion Hongkong im Jahr 2023
Im Jahr 2023 stammten rund drei Viertel des in der Sonderverwaltungsregion Hongkong verbrauchten Stroms aus fossilen Brennstoffen: Gas deckte knapp die Hälfte, Kohle gut ein Viertel des Stromverbrauchs. Netto-Importe lieferten weitere knapp 24 Prozent. Die lokale kohlenstoffarme Stromerzeugung entsprach dagegen weniger als einem Prozent des Verbrauchs. Da die angegebenen Daten den Strommix der Importe nicht ausweisen, lassen sich diese nicht pauschal als fossil oder kohlenstoffarm einordnen. Die hohe Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen unterstreicht den Bedarf an mehr sauberem Strom, um Klimabelastung und Luftverschmutzung zu verringern.
Wächst der Strom in Sonderverwaltungsregion Hongkong?
Ein eindeutiges Wachstum des Stromverbrauchs lässt sich aus dem Vergleich mit dem bisherigen Höchststand nicht erkennen: 2023 lag der Verbrauch bei rund 6.600 kWh pro Person und damit etwa 160 kWh beziehungsweise gut zwei Prozent unter dem Rekord von 2012. Das zeigt, dass der frühere Spitzenwert noch nicht wieder erreicht wurde; über die Entwicklung des gesamten Stromverbrauchs sagt der Pro-Kopf-Vergleich allein jedoch nichts aus. Erfreulich ist der neue Rekord bei der lokalen kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie stieg von 44 kWh pro Person im Jahr 2022 auf 48 kWh im Jahr 2023, also um rund neun Prozent. Das bleibt allerdings ein sehr niedriges Niveau. Angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und künstliche Intelligenz ist ein deutlich stärkerer Ausbau sauberer Stromerzeugung notwendig.
Vorschläge
Hongkong sollte insbesondere Solarstrom auf Dächern, Fassaden und anderen bereits bebauten Flächen ausbauen sowie zusätzliche Kernenergieprojekte und langfristige Bezugsvereinbarungen mit regionalen Kernkraftwerken prüfen. Als dicht besiedelte Vergleichsregion sind die Niederlande interessant, wo Solarstrom 19 Prozent der Stromerzeugung liefert; auch Japan erreicht elf Prozent. Diese Beispiele zeigen, dass Solarstrom auch in stark bebauten Regionen einen relevanten Beitrag leisten kann. Bei der Kernenergie bietet Südkorea mit einem Anteil von 25 Prozent ein regional näher gelegenes Vorbild, während Frankreich mit rund zwei Dritteln demonstriert, welchen großen Beitrag diese saubere Stromquelle leisten kann. Ergänzend sollte Hongkong geeignete Möglichkeiten für Offshore-Wind prüfen: Das Vereinigte Königreich erzeugt beispielsweise 30 Prozent seines Stroms aus Wind. Die Anteile sind keine unmittelbar übertragbaren Zielwerte, liefern aber Orientierung für einen ambitionierten Ausbau kohlenstoffarmer Stromversorgung.
Geschichte
Die aufgeführten historischen Daten zeigen lange Zeit nur geringe Veränderungen der lokalen kohlenstoffarmen Stromerzeugung. Zwischen 2006 und 2018 wurden für Wind, Biokraftstoffe und Solar in den jeweils erfassten Jahren ausschließlich Veränderungen von gerundet null TWh ausgewiesen; das bedeutet nicht zwingend, dass überhaupt kein Strom erzeugt wurde. Im Jahr 2019 nahm die Stromerzeugung aus Biokraftstoffen um 0,1 TWh zu. Bei Solar folgten 2021 und 2022 jeweils Zuwächse von 0,1 TWh, nachdem 2019 und 2020 keine auf dieser Genauigkeitsstufe erkennbare Veränderung verzeichnet worden war. Für 2023 weisen sowohl Solar als auch Biokraftstoffe erneut gerundet null TWh Veränderung aus. Die jüngsten Solarzuwächse sind erfreulich, doch das insgesamt geringe Ausbautempo macht deutlich, wie wichtig eine kräftige Beschleunigung der sauberen Stromerzeugung ist.



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