In den letzten zwölf Monaten, von Dezember 2024 bis November 2025, war die Stromerzeugung in Portugal stark kohlenstoffarm geprägt. Mehr als 74% der erzeugten Elektrizität stammten aus kohlenstoffarmen Quellen. Die Wasserkraft machte dabei etwa 31% aus, während die Windenergie mit beinahe einem Viertel Anteil einen wichtigen Beitrag leistete. Auch die Netto-Importe und Solarenergie spielten mit 17% bzw. 13% signifikante Rollen. Fossile Brennstoffe hatten einen vergleichsweise kleinen Anteil von knapp 9%, wobei Gas darin den Hauptteil bildete. Dies zeigt, dass Portugal bereits führend in der Erzeugung von sauberer Elektrizität ist.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen Ember, ENTSOE, Eurostat, IEA und World Bank. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Portugal?
Leider zeigt sich, dass der Elektrizitätsverbrauch in Portugal rückläufig ist. Der aktuelle Durchschnittsverbrauch pro Person beträgt 5361 kWh, was eine Abnahme von 470 kWh im Vergleich zum letzten Höchststand im Jahr 2016 darstellt. Auch die Erzeugung kohlenstoffarmer Elektrizität sank von ihrem Höchststand 2024 um 180 kWh pro Person auf jetzt 3996 kWh. Diese Entwicklungen sind besorgniserregend, da sie auf eine mögliche Stagnation oder gar einen Rückschritt hinweisen, gerade in einer Zeit, in der die Nachfrage nach sauberer Energie kontinuierlich steigt, um die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Portugal weiter zu steigern, sollten die bestehenden Kapazitäten insbesondere von Wind- und Solarenergie ausgebaut werden, da diese Technologien bereits eine erhebliche Menge an Strom bereitstellen. Auch könnte Portugal von anderen Regionen lernen, die in der Förderung kohlenstoffarmer Energien erfolgreich sind. Zum Beispiel könnte Portugal darüber nachdenken, durch den Ausbau von Kernenergie, wie in Ländern wie Frankreich mit 68% oder Iowa mit 60% Windenergieanteil, den Anteil an sauberer Elektrizität weiter zu steigern. Solare Erfolgsgeschichten wie in Nevada mit 33% Solaranteil könnten als Vorbild für einen stärkeren Einsatz von Solarenergie dienen.
Geschichte
Betrachtet man die Historie der kohlenstoffarmen Elektrizität in Portugal, so fällt auf, dass es vor allem bei der Wasserkraft einige Schwankungen gab. Im Jahr 1977 gab es einen deutlichen Anstieg von 5,2 TWh, während in den 80er und 90er Jahren auch signifikante Rückgänge verzeichnet wurden, so etwa 1989 mit einem Minus von 6,4 TWh. Besonders die letzten Jahrzehnte waren geprägt von starken Schwankungen durch Jahrzehnte hinweg, wie 2003 mit einem starken Zuwachs von 7,8 TWh, gefolgt von einem erneuten Rückgang. Jüngste Zuwächse in der Wasserkraft, etwa 2023 mit 6 TWh, zeigen jedoch, dass Potenzial für Wachstum besteht und mit den richtigen Investitionen weiter genutzt werden kann. Dennoch könnte der Ausbau der Solar- und Kernenergie eine Lösung für die derzeitige volatile Lage bieten und eine stabilere Quelle kohlenstoffarmer Elektrizität darstellen.