Im Jahr 2023 stammten in Mauritius rund 83 % des verbrauchten Stroms aus fossilen Brennstoffen, darunter etwa ein Drittel aus Kohle. Kohlenstoffarmer Strom machte dagegen nur rund 17 % aus: Knapp 10 % entfielen auf Biokraftstoffe, etwa 5 % auf Solarenergie und knapp 3 % auf Wasserkraft. Damit ist die Stromversorgung weiterhin stark von fossilen Brennstoffen abhängig, deren Nutzung zum Klimawandel und zur Luftverschmutzung beiträgt.
Wächst der Strom in Mauritius?
Der Stromverbrauch pro Kopf wächst, allerdings bisher nur langsam: Mit rund 2.570 kWh erreichte Mauritius 2023 einen neuen Höchststand und lag damit gut 50 kWh beziehungsweise etwa 2 % über dem bisherigen Rekord von 2019. Bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung ist die Entwicklung hingegen besorgniserregend. Sie betrug zuletzt rund 450 kWh pro Kopf, verglichen mit dem Rekord von rund 550 kWh im Jahr 2020 – ein Rückgang um etwa 18 %. Der neue Verbrauchsrekord ist erfreulich, doch für die Elektrifizierung und zusätzliche Nachfrage, etwa durch KI-Anwendungen, braucht Mauritius deutlich mehr sauberen Strom.
Vorschläge
Mauritius sollte vor allem Solarenergie deutlich ausbauen, beispielsweise auf Dächern und geeigneten Freiflächen, ergänzt durch Speicher und einen leistungsfähigen Netzausbau. Besonders relevant sind andere Inselregionen: Zypern und der US-Bundesstaat Hawaii erzeugen jeweils rund 23 % ihres Stroms aus Solarenergie. Für Windkraft bietet Cabo Verde mit einem Anteil von rund 14 % einen weiteren interessanten Vergleich. Zusätzlich sollte Mauritius die Einführung von Kernenergie und die Eignung kleiner modularer Reaktoren sorgfältig prüfen, um langfristig eine verlässliche kohlenstoffarme Stromversorgung aufzubauen. Frankreich erzeugt rund zwei Drittel seines Stroms aus Kernenergie; die Vereinigten Arabischen Emirate erreichen etwa ein Fünftel. Diese Beispiele zeigen, welchen Beitrag Kernenergie neben einem kräftigen Solarausbau leisten kann, auch wenn die konkrete Ausgestaltung an Mauritius angepasst werden muss.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Mauritius ist von kleinen Zuwächsen und wiederholten Rückgängen geprägt. Bei der Wasserkraft wechselten sich zwischen 1983 und 2000 Rückgänge und Anstiege um jeweils rund 0,1 TWh ab; für 1989, 2011 und 2023 weisen die Daten keine Veränderung aus. Die Stromerzeugung aus Biokraftstoffen nahm 1990, 1998, 2000 und 2010 jeweils um rund 0,1 TWh zu, während sie 1996 und 2001 unverändert blieb. Auf einen Rückgang 2011 folgte 2015 nochmals ein Zuwachs; 2020 und 2022 sank sie jedoch erneut jeweils um rund 0,1 TWh. Ein erfreulicher Fortschritt war der Zuwachs der Solarstromerzeugung um rund 0,1 TWh im Jahr 2019. Insgesamt fehlt bislang jedoch ein anhaltend kräftiger Ausbau kohlenstoffarmer Stromerzeugung.













