Von April 2025 bis März 2026 stammten in Marokko knapp 64 % des verbrauchten Stroms aus fossilen Brennstoffen. Kohle dominierte mit rund 54 %, während Gas knapp 9 % beitrug. Kohlenstoffarmer Strom deckte etwa 27 % des Verbrauchs: Wind lieferte rund 20 %, Solar gut 4 % und Wasserkraft etwa 2,5 %. Die übrigen gut 9 % entfielen auf Netto-Importe, deren Zusammensetzung aus den vorliegenden Daten nicht hervorgeht. Damit bleibt Marokkos Stromversorgung stark von fossilen Brennstoffen abhängig, deren Nutzung den Klimawandel und die Luftverschmutzung verstärkt.
Wächst der Strom in Marokko?
Ein eindeutiges Wachstum des Stromverbrauchs pro Kopf ist derzeit nicht erkennbar: Der jüngste Wert für 2026 liegt bei 1.203 kWh pro Person und damit um 16 kWh beziehungsweise gut 1 % unter dem bisherigen Rekord von 1.219 kWh aus dem Jahr 2024. Erfreulich ist dagegen der neue Höchststand bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie erreichte 322 kWh pro Person, gegenüber 316 kWh im bisherigen Rekordjahr 2024 – ein Zuwachs von knapp 2 %. Der Rückstand beim gesamten Pro-Kopf-Verbrauch bleibt angesichts des künftigen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI jedoch bedenklich. Ob der Stromverbrauch insgesamt wächst, lässt sich ohne Angaben zur Bevölkerungsentwicklung daraus nicht ableiten.
Vorschläge
Marokko sollte seine bereits bedeutende Windstromerzeugung weiter ausbauen und zugleich Solarstrom deutlich stärken. Spanien ist als benachbarte Vergleichsregion besonders relevant: Dort liefert Solar bereits 23 % des Stroms; im sonnenreichen Jordanien sind es 15 % und im US-Bundesstaat Nevada 35 %. Beim Wind zeigen Dänemark mit 59 % und Uruguay mit 33 %, welche großen Beiträge möglich sind. Ergänzend sollte Marokko den Aufbau von Kernenergie als verlässlicher kohlenstoffarmer Stromquelle prüfen. Orientierung bieten Spanien mit 18 % Kernstrom und die Vereinigten Arabischen Emirate mit 20 %; Frankreich zeigt mit 67 % einen besonders weit entwickelten Kernenergiesektor. Ein ambitionierter Ausbau von Wind, Solar und Kernenergie könnte mehr sauberen Strom für wachsende Nachfrage bereitstellen und fossile Stromerzeugung verdrängen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Apr. 2025 – März 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Marokkos war zunächst stark von Schwankungen der Wasserkraft geprägt. Auf einen Zuwachs von 1,3 TWh im Jahr 1996 folgte 1999 ein Rückgang um 1 TWh. In den 2000er-Jahren nahm die Wasserkrafterzeugung 2003 um 0,6 TWh und 2009 um 1,6 TWh zu. Auch die frühen 2010er-Jahre brachten wechselnde Entwicklungen: Zugewinnen von 0,7 TWh 2010 und 1,2 TWh 2013 standen Rückgänge von 1,5 TWh 2011, 1 TWh 2014 und 0,6 TWh 2016 gegenüber. Gleichzeitig gewann Wind an Bedeutung, mit jährlichen Zuwächsen von jeweils 0,6 TWh zwischen 2013 und 2015 sowie weiteren 0,8 und 0,9 TWh in den Jahren 2018 und 2019. Solar steuerte 2018 zusätzlich 0,5 TWh und 2019 weitere 0,6 TWh bei. Besonders erfreulich waren 2023 die Zuwächse von 1,2 TWh bei Wind und 0,7 TWh bei Solar sowie 2024 der kräftige Windzuwachs von 3,3 TWh. Der anschließende Rückgang der Windstromerzeugung um 0,9 TWh im Jahr 2025 ist hingegen ein enttäuschender Rückschritt und unterstreicht, wie wichtig ein anhaltender Ausbau sauberer Stromerzeugung ist.
* 12M = Letzte 12 Monate (Apr. 2025 – März 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Apr. 2025 – März 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













