In Malaysia stammten in den zwölf Monaten von Juni 2025 bis Mai 2026 knapp vier Fünftel des verbrauchten Stroms aus fossilen Brennstoffen. Kohle lieferte rund 43 % und Gas rund 34 % der gesamten Strommenge. Kohlenstoffarmer Strom machte dagegen nur etwas mehr als ein Fünftel aus: Wasserkraft war mit 17 % die wichtigste saubere Stromquelle, gefolgt von Biokraftstoffen mit knapp 3 % und Solar mit knapp 2 %. Damit bleibt Malaysias Stromversorgung stark von fossilen Brennstoffen abhängig, deren Nutzung Klimawandel und Luftverschmutzung verursacht.
Wächst der Strom in Malaysia?
Der Stromverbrauch pro Kopf wächst derzeit nur geringfügig: Der jüngste Wert für 2026 beträgt 5.364 kWh pro Person und liegt damit lediglich 26 kWh beziehungsweise rund 0,5 % über dem bisherigen Rekord von 5.338 kWh aus dem Jahr 2019. Bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung ist sogar ein kleiner Rückgang gegenüber dem Rekord zu verzeichnen: Mit 1.155 kWh pro Person liegt sie 17 kWh oder rund 1,5 % unter dem Höchstwert von 2025. Das ist eine enttäuschende Entwicklung: Für die Elektrifizierung und den wachsenden Strombedarf durch KI braucht Malaysia einen deutlich kräftigeren Ausbau sauberer Stromerzeugung.
Vorschläge
Malaysia sollte vor allem Solar ausbauen und den Einstieg in die Kernenergie prüfen. Als regionale Vergleichsbeispiele bieten sich Sri Lanka und Pakistan an, wo Solar rund 15 % beziehungsweise 24 % der Stromerzeugung liefert. Sie zeigen, wie viel größer der Solarbeitrag gegenüber Malaysias knapp 2 % werden kann. Südkorea erzeugt ein Viertel seines Stroms mit Kernenergie; die Vereinigten Arabischen Emirate erreichen damit ein Fünftel. Malaysia kann von diesen Regionen beim Aufbau von Fachkompetenz, langfristiger Planung und der Umsetzung großer sauberer Stromprojekte lernen. Frankreich zeigt mit rund zwei Dritteln Kernenergie zudem, welchen tragenden Beitrag diese kohlenstoffarme Quelle leisten kann. Ein Ausbau von Dach- und Freiflächenanlagen, leistungsfähigen Stromnetzen und Speichern sowie die Vorbereitung eines Kernenergieprogramms würde eine deutlich größere saubere Stromversorgung ermöglichen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch wurde Malaysias kohlenstoffarme Stromerzeugung vor allem durch Wasserkraft geprägt. Nach einem Zuwachs von 1,7 TWh im Jahr 1984 verliefen die 1990er-Jahre wechselhaft: Rückgängen von insgesamt 3,5 TWh in den Jahren 1990, 1996 und 1997 standen Zuwächse von 1,7 TWh 1994 und 2,7 TWh 1999 gegenüber. In den 2000er-Jahren sank die Wasserkrafterzeugung 2002 um 1,8 TWh, bevor sie 2006 um 1,3 TWh zunahm; Biokraftstoffe legten 2009 um 1,2 TWh zu. Besonders erfreulich war der Wasserkraftausbau in den 2010er-Jahren: Auf jährliche Zuwächse zwischen 1,2 und 2,8 TWh von 2011 bis 2014 folgten große Sprünge von 6,1 TWh 2016 und 6,6 TWh 2017. In den 2020er-Jahren wuchs die Wasserkrafterzeugung 2020 um 1,1 TWh und 2021 um 2,9 TWh; nach einem Rückgang um 1 TWh 2023 stieg sie 2024 wieder um 3 TWh. Biokraftstoffe verzeichneten 2022 einen zusätzlichen Zuwachs von 3,3 TWh. Diese Entwicklung zeigt bedeutende Fortschritte, an die Malaysia mit einem stärkeren Ausbau von Solar und künftig auch Kernenergie anknüpfen sollte.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
















