Der aktuelle Stand des Stromverbrauchs in Indonesien zeigt eine deutliche Dominanz von fossilen Brennstoffen. Mit insgesamt über 80% beruhen zusammengenommen mehr als die Hälfte der Stromerzeugung auf Kohle und fast ein Fünftel auf Gas. Öl spielt eine sehr geringe Rolle in der Stromerzeugung mit unter 2%. Im Gegensatz dazu kommen kohlenstoffarme Energiequellen nur auf knapp 19%, wobei Wasserkraft, Biokraftstoffe und Geothermie die Hauptanteile ausmachen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Indonesien trotz eines relevanten Anteils an kohlenstoffarmen Quellen noch stark auf fossile Brennstoffe angewiesen ist, was besorgniserregend angesichts der Herausforderungen von Klimawandel und Luftverschmutzung ist.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen EIA, Ember, IEA und World Bank. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Indonesien?
Der Stromverbrauch in Indonesien wächst. Die Pro-Kopf-Stromnutzung ist von 1199 kWh im Jahr 2022 auf 1250 kWh im Jahr 2023 angestiegen, was einen Anstieg von über 50 kWh darstellt. Diese Zunahme ist erfreulich, zeigt sie doch ein wachsendes Interesse an Elektrizität, was angesichts der steigenden Elektrifizierung der Gesellschaft sinnvoll ist. Allerdings ist der Beitrag kohlenstoffarmer Energien von 235 kWh pro Person im Jahr 2022 auf 232 kWh pro Person im Jahr 2023 leicht gesunken. Diese Stagnation bei den saubereren Energieformen ist enttäuschend und bedarf besonderer Aufmerksamkeit.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Indonesien zu steigern, könnte das Land von erfolgreichen Regionen lernen, die stark auf Kernenergie und Solar setzen. Länder wie Frankreich und die Slowakei haben einen beeindruckenden Anteil an Kernenergie und zeigen, dass eine erhöhte Nutzung solcher sauberer Energiequellen machbar und effektiv ist. Ebenso erzielt Libanon mit Solar einen beachtlichen Anteil von knapp einem Drittel der Stromerzeugung, was Indonesien als Modell dienen könnte. Die Integration von Wind- und Solarenergie, wie in Dänemark und Libanon erfolgreich gezeigt, könnte auch für Indonesien ein vielversprechender Weg zur Reduktion fossiler Brennstoffe und zur Förderung nachhaltiger Energiequellen sein.
Geschichte
In Indonesien hat die kohlenstoffarme Stromerzeugung im Laufe der Jahre bemerkenswerte Veränderungen erfahren. In den späten 1980er Jahren und frühen 1990er Jahren gab es einen bescheidenen Anstieg an Wasserkraftnutzung, gefolgt von einigen Höhen und Tiefen in den nachfolgenden Jahrzehnten. Insbesondere die Jahre 2010 und 2016 zeigten signifikante Zuwächse in der Nutzung von Wasserkraft. In den letzten Jahren erlebte die Verwendung von Biokraftstoffen ein wechselhaftes Wachstum mit bemerkenswerten Anstiegen, vor allem im Jahr 2018. Diese Schwankungen verdeutlichen die Herausforderungen im Ausbau kohlenstoffarmer Energien, unterstreichen jedoch umso mehr die Notwendigkeit einer starken Fokussierung auf bewährte und skalierbare Lösungen wie Solar- und Kernenergie.