Der aktuelle Stand des Stromverbrauchs in Indonesien zeigt eine dominierende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, die mehr als vier Fünftel der Stromerzeugung ausmachen. Kohle trägt hierbei mit knapp 62% den größten Anteil, gefolgt von Gas mit etwa 17%. Der Beitrag kohlenstoffarmer Energie liegt in Indonesien bei rund 19%, wobei Wasserkraft, Biokraftstoffe und Geothermie als Hauptquellen fungieren. Während Wasserkraft fast sieben Prozent der Stromerzeugung abdeckt, tragen Biokraftstoffe und Geothermie zusammen etwa 11% bei. Der Beitrag von Öl ist vergleichsweise gering und liegt unter 2%. Diese Zahlen verdeutlichen die Herausforderungen, denen sich Indonesien bei der Umstellung auf eine sauberere Energiezukunft gegenübersieht.
Wächst der Strom in Indonesien?
Die Elektrizitätsnutzung in Indonesien zeigt ein moderates Wachstum, mit einem leichten Anstieg auf 1250 kWh pro Person im Jahr 2023, gegenüber 1199 kWh im Vorjahr. Diese Steigerung deutet auf eine erhöhte Nachfrage hin, möglicherweise aufgrund von Bevölkerungswachstum und wirtschaftlicher Entwicklung. Der Anteil kohlenstoffarmer Stromerzeugung pro Person hat jedoch einen leichten Rückgang erfahren und liegt nun bei 232 kWh pro Person im Vergleich zu 235 kWh im Jahr 2022. In Anbetracht der Herausforderungen des Klimawandels und der Notwendigkeit, den Einsatz fossiler Energien zu reduzieren, ist dieser Rückgang ein Grund zur Besorgnis und erfordert dringende Maßnahmen zur Förderung sauberer Energiequellen.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung zu erhöhen, kann Indonesien von Ländern lernen, die erfolgreich große Anteile sauberen Stroms erzeugen. Der Ausbau von Solarenergie, wie in Nevada mit 34% und in Kalifornien mit 31%, könnte besonders fruchtbar sein, da Indonesien über reichlich Sonne verfügt. Obwohl Indonesien derzeit keine Kernenergie zur Stromerzeugung nutzt, könnte ein Blick auf Länder wie Frankreich, das 67% seines Stroms aus Kernenergie bezieht, eine wertvolle Perspektive bieten. Eine Diversifikation der Energiequellen durch den Ausbau von Solar- und Kernkraftwerken könnte Indonesien auf einen nachhaltigeren Weg führen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern.
Geschichte
Ein Rückblick auf die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Indonesien zeigt Phasen von Wachstum und Rückgang. In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren war ein moderates Wachstum in der Wasserkraft zu verzeichnen, gefolgt von Rückgängen Mitte der 1990er Jahre. Eine bedeutende Zunahme der Wasserkrafterzeugung fand 2010 statt, wurde jedoch im darauffolgenden Jahr durch einen Rückgang überschattet. Ein bemerkenswerter Fortschritt in der Nutzung von Biokraftstoffen wurde 2018 verzeichnet, wobei 12,7 TWh hinzugekommen sind. In den letzten Jahren ist der Beitrag kohlenstoffarmer Quellen jedoch nicht beständig gewachsen, was auf die Notwendigkeit hindeutet, die politischen Maßnahmen und Investitionen im Bereich sauberer Energie zu verstärken, um den zukünftigen Energiebedarf zu decken.













