Der aktuelle Stand des Stromverbrauchs in Ghana zeigt, dass mehr als die Hälfte der Elektrizität aus fossilen Brennstoffen, insbesondere Gas, erzeugt wird. Etwa 61% des gesamten Stroms stammen aus fossilen Quellen, wobei Gas einen Anteil von rund 60% ausmacht. Auf der anderen Seite kommen fast 39% der Elektrizität aus kohlenstoffarmen Quellen. Diese kohlenstoffarme Energie wird fast vollständig durch Wasserkraft bereitgestellt, die nahezu 38% des Stroms liefert. Andere kohlenstoffarme Energiequellen wie Solar-, Wind- oder Kernenergie spielen derzeit keine signifikante Rolle in Ghanas Energiemix.
Wächst der Strom in Ghana?
Der Stromverbrauch pro Kopf wächst in Ghana, was sich positiv auf die Elektrifizierung und den wirtschaftlichen Fortschritt auswirkt. Im Jahr 2023 erreichte der Stromverbrauch 719 kWh pro Person, was gegenüber dem Vorjahr, das den bisherigen Rekord von 700 kWh pro Person hatte, einen Anstieg von 18 kWh bedeutet. Dennoch gibt es einen deutlichen Rückgang bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung im Vergleich zu den 1980er Jahren. Aktuell beträgt die kohlenstoffarme Stromerzeugung 277 kWh pro Person, ein Rückgang um 167 kWh im Vergleich zum Rekordwert von 444 kWh im Jahr 1980. Dieses Muster ist beunruhigend und zeigt, dass die kohlenstofffreie Stromproduktion nicht mit dem wachsenden Strombedarf Schritt hält.
Vorschläge
Um den Anteil der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Ghana zu erhöhen, könnte das Land von den Erfahrungen anderer Regionen lernen. Besonders erfolgreich sind Länder wie Frankreich und die Slowakei, die einen großen Teil ihrer Elektrizität durch Kernenergie erzeugen, mit Anteilen von 67% bzw. 65%. Zudem sind Windenergie-Erfolge wie in Dänemark mit 60% oder Iowa mit 57% erwähnenswert. Solarenergie, wie sie in Kalifornien mit 31% der Stromerzeugung umgesetzt wird, bietet ebenfalls ein enormes Potenzial. Ghana sollte in Solar- und Kernenergie investieren, um seine Stromerzeugung zu diversifizieren und sauberer zu gestalten. Diese Investitionen könnten den Energiebedarf des Landes nachhaltiger decken und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern, die erheblich zu Klimawandel und Umweltverschmutzung beitragen.
Geschichte
Historisch gesehen war die Entwicklung der kohlenstoffarmen Elektrizitätserzeugung in Ghana von Schwankungen geprägt. In den 1980er Jahren war die Stromerzeugung durch Wasserkraft von einigen Rückschlägen betroffen, wie 1983 mit einem Rückgang von 2,3 TWh. Aufschwünge gab es, wie 1985 und 1986, mit einem Anstieg von 1,2 bzw. 1,4 TWh. Mitte der 1990er Jahre gab es eine Stabilisierung, gefolgt von einem Rückgang in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren. Jüngere Jahre wie 2023 zeigten eine moderate Erholung der Wasserkraft um 1 TWh. Diese gemischten Erfahrungen zeigen, dass Ghana seine Bemühungen intensivieren muss, um seine kohlenstoffarmen Energiequellen stabil und nachhaltig zu erweitern.



