In Estland stammt mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs aus Außenhandels-Nettoimporten, während der Rest inländisch generiert wird. Von der inländischen Erzeugung macht kohlenstoffarmer Strom mit über 40% den größten Anteil aus, während fossile Brennstoffe knapp 18% ausmachen. Innerhalb des kohlenstoffarmen Segments spielen Wind- und Solarenergie eine wichtige Rolle. Windenergie trägt rund 15% und Solarenergie etwa 13% zur Stromerzeugung bei. Biokraftstoffe, die ebenfalls als kohlenstoffarm gelten, leisten einen Beitrag von fast 12%. Es ist klar, dass Estland eine starke Ausrichtung auf kohlenstoffarme Energiequellen hat, auch wenn ein signifikanter Anteil des Stroms importiert wird.
Wächst der Strom in Estland?
Trotz der Ausrichtung auf saubere Energie ist ein deutlicher Rückgang im Pro-Kopf-Stromverbrauch zu verzeichnen. Im Jahr 2026 betrug der Stromverbrauch pro Person 6152 kWh, was einen markanten Rückgang von etwa 5500 kWh im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 1986 bedeutet. Ebenso ist bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung ein leichter Rückgang festzustellen: Pro Person sank die Erzeugung auf 2493 kWh im Jahr 2026, ein Rückgang um 127 kWh im Vergleich zum Vorjahresrekord. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass Estland nicht nur in der Gesamtelektrizität, sondern auch in der kohlenstoffarmen Elektrizität keine Wachstumsspur zu verzeichnen hat.
Vorschläge
Um den Anteil an kohlenstoffarmer Stromerzeugung zu erhöhen, sollte Estland auf die Vorbilder von Ländern wie Dänemark oder Iowa blicken, die einen signifikanten Teil ihres Stroms aus Windenergie beziehen. Der Ausbau von Wind- und Solartechnologien könnte enorm zum sauberen Energiemix des Landes beitragen. Darüber hinaus könnte Estland von Ländern wie Frankreich oder der Slowakei lernen, die auf Kernenergie setzen. Diese Art der Energieerzeugung könnte eine stabile und zuverlässige Ergänzung zu den bestehenden kohlenstoffarmen Quellen sein und dazu beitragen, fossile Brennstoffe zu reduzieren, die bekannte negative Auswirkungen auf Umwelt und Luftqualität haben.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
In der Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Estland gab es einige Schwankungen. In den späten 2000er und frühen 2010er Jahren verzeichneten Biokraftstoffe ein allmähliches Wachstum, wurden aber 2013 von einem Rückgang getroffen. Ab 2016 begann Windenergie, an Schwung zu gewinnen, obwohl es damals ebenfalls Schwankungen gab. In den letzten Jahren, insbesondere ab 2020, nahmen sowohl Wind- als auch Solarenergie an Bedeutung zu, mit ständigen Zuwächsen fast bis zur Gegenwart. Diese Verschiebung hin zu nachhaltigeren Optionen ist ermutigend und sollte zur weiteren Elektrifizierung und zur Abschwächung des Klimawandels gefördert werden.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.



