Aktuell gibt es in Estland eine interessante Aufteilung der Stromquellen. Fast 40% der Elektrizität stammt aus kohlenstoffarmen Quellen, was die positive Richtung für eine nachhaltigere Energiezukunft widerspiegelt. Netto-Importe machen etwa ein Drittel des Elektrizitätsverbrauchs aus, während fossile Brennstoffe mehr als ein Viertel beitragen, wobei Kohle nahezu ein Fünftel des Verbrauchs deckt. Wind und Solar sind bedeutende Akteure unter den sauberen Energien und tragen gemeinsam fast 30% zur Energieversorgung bei. Biokraftstoffe leisten ebenfalls einen soliden Beitrag von über 10%. Hingegen spielt Öl mit knapp 2% eine untergeordnete Rolle. Diese Statistiken verdeutlichen den Trend Estlands, den Anteil kohlenstoffarmer Energien stetig zu erhöhen.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen EIA, Ember, Energy Institute, ENTSOE, Eurostat und IEA. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Estland?
Betrachtet man den Stromverbrauch in Estland, ist ein erheblicher Rückgang bemerkbar. Der aktuelle Verbrauch von 5502 kWh pro Person liegt deutlich unter dem Rekordwert von 11690 kWh pro Person aus dem Jahr 1986. Diese Veränderung entspricht einem Rückgang von 6188 kWh pro Person. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung hat ihren Höchststand aus dem Jahr 2024 nicht halten können, indem sie um 173 kWh pro Person auf 2222 kWh gesunken ist. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, da die Notwendigkeit, Elektrizität – insbesondere kohlenstoffarme – auszubauen, aufgrund wachsender Elektrifizierungsbedarfe und des technologischen Fortschritts dringender denn je ist.
Vorschläge
Um den Anteil kohlenstoffarmer Energie zu steigern, könnte Estland von der Erweiterung seiner Wind- und Solarkapazitäten profitieren. Diese beiden Technologien sind bereits signifikante Bestandteile der estnischen Energieerzeugung. Ein Blick auf Dänemark, wo fast die Hälfte des Stroms durch Windenergie gedeckt wird, zeigt, wie stark diese Energiequelle ausgebaut werden kann. Darüber hinaus könnten Länder wie Frankreich und die Slowakei als Beispiele dienen, die mit einem großen Anteil an Kernenergie fast zwei Drittel ihrer Elektrizität kohlenstoffarm erzeugen. Estland könnte durch die Einführung und den Ausbau von Kernenergiesystemen zusätzliche saubere und verlässliche Energiequellen erschließen.
Geschichte
In den letzten Jahrzehnten zeigt die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Estland einen moderaten, jedoch nicht gleichbleibenden Fortschritt. In den frühen 2010er Jahren trugen Biokraftstoffe stetig, wenn auch in kleineren Mengen, zur Elektrizitätsproduktion bei. Mitte der 2010er Jahre begann der Ausbau der Windenergie, während Biokraftstoffe gleichzeitig Schwankungen erfuhren. In den letzten Jahren hat insbesondere die Solarenergie an Bedeutung gewonnen, mit spürbaren Zuwächsen seit 2021. Trotz dieser Fortschritte gab es Rückschritte, insbesondere in der Biokraftstofferzeugung im Jahr 2025. Estland muss seine Anstrengungen verstärken, um den Ausbau kohlenstoffarmer Technologien voranzutreiben, damit es in der Lage ist, zukünftigen Energieanforderungen in Einklang mit umweltfreundlichen Zielen gerecht zu werden.