Von September 2025 bis August 2026 stammten in Bulgarien rund drei Viertel des verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen. Kernenergie lieferte mit rund 38 % den größten Anteil, gefolgt von Solarenergie mit 19 % und Wasserkraft mit knapp 12 %. Wind und Biokraftstoffe trugen jeweils etwa 3 % bei. Fossile Brennstoffe machten dagegen knapp ein Viertel des Strommixes aus: rund 19 % entfielen auf Kohle und 5 % auf Gas. Bulgarien verfügt damit bereits über eine starke Grundlage für eine saubere Stromversorgung; ein weiterer Ausbau kohlenstoffarmer Stromerzeugung kann die Klimabelastung und Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe verringern.
Wächst der Strom in Bulgarien?
Beim Stromwachstum zeigt sich ein gemischtes Bild. Der jüngste Wert für 2026 liegt bei rund 5.710 kWh Stromverbrauch pro Person und damit etwa 1.170 kWh beziehungsweise 17 % unter dem bisherigen Höchststand von 2011 mit rund 6.880 kWh. Ein neuer Verbrauchsrekord wurde also nicht erreicht; aus diesem Vergleich allein lässt sich allerdings kein aktueller jährlicher Wachstumstrend ableiten. Erfreulich ist der neue Rekord bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie erreichte rund 4.310 kWh pro Person und übertraf den bisherigen Höchstwert von 2025 um etwa 345 kWh beziehungsweise 9 %. Dieses Wachstum sauberer Stromerzeugung sollte weitergehen, um zusätzlichen Strombedarf durch Elektrifizierung und KI decken zu können.
Vorschläge
Bulgarien sollte insbesondere Kernenergie und Solarenergie ausbauen, die bereits große Mengen kohlenstoffarmen Stroms liefern. Als europäische Orientierung für Kernenergie bietet sich die Slowakei an, wo sie rund zwei Drittel der Stromerzeugung ausmacht; Frankreich erreicht ebenfalls etwa zwei Drittel. Beim Solarausbau können die US-Bundesstaaten Nevada und Kalifornien mit Solarstromanteilen von rund 35 % beziehungsweise 31 % wertvolle Vergleichsregionen sein. Ergänzend lohnt sich ein stärkerer Ausbau von Wind: Das nahe gelegene Griechenland erzeugt damit rund 21 % seines Stroms, während Litauen fast 40 % erreicht. Bulgarien kann die Erfahrungen dieser Regionen bei Planung, Netzausbau und der Umsetzung neuer Anlagen nutzen, um seine saubere Stromversorgung deutlich zu vergrößern.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch wurde Bulgariens kohlenstoffarme Stromerzeugung zunächst vor allem durch Kernenergie vorangebracht: 1981, 1983 und 1988 stieg deren jährliche Erzeugung jeweils um etwa 2 bis 3 TWh. Weitere Zuwächse folgten 1993 und 1995 sowie 2000 und 2005, ebenfalls um jeweils rund 2 TWh. Wasserkraft zeigte seit 2010 wechselnde Jahresergebnisse, mit Zuwächsen von etwa 1,6 bis 1,9 TWh in den Jahren 2010, 2018 und 2021 sowie Rückgängen von rund 1,6 bis 2 TWh in den Jahren 2011, 2016 und 2019. 2014 nahm die Kernstromerzeugung um rund 1,7 TWh zu. Zuletzt verbreiterte sich die Wachstumsbasis: Solarenergie legte 2024 um rund 1,8 TWh zu, und Wasserkraft steuerte 2026 zusätzliche 1,6 TWh bei. Diese Fortschritte sind ermutigend und sprechen dafür, den Ausbau insbesondere von Kernenergie und Solarenergie konsequent fortzuführen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
















