Von Oktober 2025 bis September 2026 stammten in Bulgarien rund drei Viertel des verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen, etwa ein Viertel aus fossilen Brennstoffen. Kernenergie lieferte mit rund 37 % den größten Anteil, gefolgt von Solarenergie mit 19 % und Wasserkraft mit knapp 12 %. Wind und Biokraftstoffe steuerten jeweils gut 3 % bei. Bei den fossilen Brennstoffen dominierte Kohle mit knapp 20 % des gesamten Stromverbrauchs; Gas machte etwa 5 % aus. Bulgarien verfügt damit über eine starke Basis sauberer Stromversorgung, kann aber durch weiteren Ausbau kohlenstoffarmer Erzeugung die klimaschädlichen Emissionen und die Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe weiter verringern.
Wächst der Strom in Bulgarien?
Ob der Stromverbrauch zuletzt gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist, lässt sich aus den angegebenen Rekordvergleichen nicht erkennen. Mit rund 5.860 kWh pro Person lag der jüngste Wert für 2026 jedoch etwa 1.030 kWh beziehungsweise 15 % unter dem bisherigen Höchststand von 2011. Erfreulich ist dagegen der neue Rekord bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie erreichte rund 4.400 kWh pro Person und übertraf den bisherigen Rekord von 2025 um etwa 430 kWh beziehungsweise 11 %. Sauberer Strom legt somit deutlich zu, während der gesamte Stromverbrauch noch erheblich unter seinem historischen Spitzenwert liegt. Für die Elektrifizierung und den wachsenden Strombedarf etwa durch KI sollte Bulgarien seine saubere Stromversorgung weiter ausbauen.
Vorschläge
Besonders naheliegend ist die Erweiterung von Kernenergie und Solarenergie, die in Bulgarien bereits große Strommengen liefern. Als europäische Vorbilder für Kernenergie eignen sich die Slowakei und Frankreich, wo jeweils etwa zwei Drittel des Stroms aus Kernenergie stammen. Beim Solarausbau bietet das benachbarte Nordmazedonien mit einem Solarstromanteil von 40 % einen besonders relevanten Vergleich; auch der US-Bundesstaat Nevada erreicht mit 35 % einen hohen Anteil. Ergänzend kann Bulgarien seine Windstromerzeugung stärken und dabei vom benachbarten Griechenland mit rund 21 % Windstrom sowie von Litauen mit 41 % lernen. Diese Regionen zeigen unterschiedliche Wege, wie Kernenergie, Solarenergie und Wind eine umfangreichere kohlenstoffarme Stromversorgung ermöglichen können.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Bulgariens wurde zunächst vor allem durch Kernenergie geprägt: In den 1980er-Jahren stieg deren Jahreserzeugung 1981, 1983 und 1988 jeweils um etwa 2 bis 3 TWh. Weitere deutliche Zuwächse folgten 1993, 1995 und 2000 mit rund 2 bis 2,4 TWh sowie 2005 und 2014 mit jeweils knapp 2 TWh. Diese Ausbauphasen unterstreichen die große Bedeutung der Kernenergie für Bulgariens saubere Stromversorgung. Bei der Wasserkraft wechselten sich seit 2010 Zuwächse und Rückgänge ab: Steigerungen von jeweils rund 1,6 bis 1,9 TWh wurden 2010, 2018, 2021 und 2026 verzeichnet, während 2011, 2016 und 2019 ähnlich große Rückgänge auftraten. Ein wichtiger zusätzlicher Wachstumsschub kam 2024 von der Solarenergie, deren Stromerzeugung um 1,8 TWh zunahm.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













