Aktuell basiert der größte Teil des Stromverbrauchs in Senegal auf fossilen Brennstoffen, die mehr als Dreiviertel der Stromerzeugung ausmachen. Kohlenstoffarme Energiequellen haben mit etwas über einem Fünftel der Stromproduktion einen kleineren, aber beachtlichen Anteil. Innerhalb dieser Gruppe tragen Wind und Solar am meisten zur kohlenstoffarmen Erzeugung bei, wobei Windenergie fast 9% und Solarenergie knapp 7% ausmachen. Die Nutzung von Wasserkraft ist mit weniger als 4% vergleichsweise gering. Bioenergie ergänzen den Mix um wenig mehr als 1%. Der Rest des Stroms wird durch Netto-Importe gedeckt, die knapp 6% ausmachen. Es zeigt sich, dass Senegal trotz seiner Bemühungen um eine kohlenstoffärmere Stromversorgung nach wie vor stark von fossil betriebenen Energiequellen abhängig ist.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen Ember, IEA und World Bank. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Senegal?
Der Stromverbrauch in Senegal ist am Steigen: Im Jahr 2023 betrug der Pro-Kopf-Verbrauch 472 kWh, was einen Anstieg gegenüber dem bisherigen Rekord von 2022 bedeutet, als der Verbrauch bei 453 kWh pro Person lag. Dies ist ein ermutigendes Zeichen für die allgemeine Stromnutzung, jedoch ist die Erzeugung aus kohlenstoffarmen Quellen leicht gesunken, von 99 kWh pro Person im Jahr 2022 auf 97 kWh im Jahr 2023. Diese Entwicklung ist beunruhigend angesichts der globalen Bestrebungen zur Dekarbonisierung des Energiesektors. Ein Wachstum in der absoluten Stromnutzung ist notwendig und erfreulich, doch die gleichzeitige Förderung und Erweiterung der sauberen Energiequellen sollte weiterhin im Fokus stehen.
Vorschläge
Um den Anteil kohlenstoffarmer Stromerzeugung zu erhöhen, könnte Senegal von Regionen lernen, die bereits in diesen Technologien erfolgreich sind. Der Ausbau der Solarenergie ist ein naheliegender Weg, da Länder wie Nevada und Kalifornien 33% bzw. 29% ihrer Elektrizität aus Solarenergie gewinnen. Honduras und Griechenland verzeichnen ebenfalls eine starke Solarnutzung mit über 20%. Darüber hinaus sollte die Entwicklung von Kernkraft in Betracht gezogen werden, inspiriert von Ländern wie Frankreich, wo Kernenergie fast 70% des Stroms ausmacht. Zwar hat Senegal momentan keine Kernkraftwerke, aber die erfolgreiche Implementierung in verschiedenen anderen Ländern zeigt das Potenzial, langfristig eine stabile und kohlenstoffarme Stromversorgung zu gewährleisten.
Geschichte
In den frühen 2000er Jahren sah Senegal leichte Fortschritte bei der Nutzung von Wasserkraft, wobei zwischen 2002 und 2003 ein Anstieg zu verzeichnen war, der sich in den folgenden Jahren stabilisierte. Es folgte ein Jahrzehnt der Stagnation bis 2016. Die Nutzung von Sonnen- und Windkraft begann erst ab 2017 zu wachsen, als Solar um 0,1 TWh und Wind ab 2020 anstieg. Das Jahr 2022 brachte den stärksten Zuwachs in beiden Bereichen, wobei Wind um 0,3 TWh wuchs. Dieses Wachstum der Wind- und Solarenergie in den letzten Jahren verweist auf das vorhandene Potenzial Senegals, seine kohlenstoffarme Stromproduktion weiter auszubauen. Um diese positive Entwicklung zu verstärken, wäre eine konzertierte politische und wirtschaftliche Unterstützung für kohlenstoffarme Technologien, insbesondere im Bereich von Solar- und möglicherweise Kernenergie, essentiell.