Der aktuelle Stand des Stromverbrauchs im Senegal zeigt eine klare Dominanz fossiler Brennstoffe. Mehr als zwei Drittel des Stroms, rund 74 %, werden durch fossile Brennstoffe erzeugt. Kohlenstoffarme Energiequellen tragen zu etwa 20 % bei, wobei Wind und Solar fast gleichauf liegen und zusammen fast 16 % ausmachen. Der relativ geringe Anteil der Wasserkraft und der Biokraftstoffe mit knapp 5 % verdeutlicht noch einmal den hohen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Netto-Importe machen knapp 6 % aus, was die Notwendigkeit zeigt, die eigene nachhaltige Energieproduktion zu erhöhen.
Wächst der Strom in Senegal?
In Bezug auf das Wachstum des Stromverbrauchs im Senegal lässt sich feststellen, dass sich der Pro-Kopf-Verbrauch von 453 kWh im Jahr 2022 auf 472 kWh im Jahr 2023 gesteigert hat. Dies entspricht einem Anstieg von fast 20 kWh pro Person, was auf eine positive Entwicklung hindeutet. Allerdings gibt es besorgniserregende Zeichen im Bereich der kohlenstoffarmen Energie: Hier ist der Pro-Kopf-Wert von 99 kWh im Jahr 2022 auf 97 kWh im Jahr 2023 gesunken. Ein Rückgang der kohlenstoffarmen Produktion ist enttäuschend und sollte dringend adressiert werden, um die Energiewende voranzutreiben und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung im Senegal zu steigern, könnte das Land von erfolgreichen Regionen mit starken Leistungsträgern im Bereich der Solar- und Windenergie lernen. Regionen wie Nevada und Kalifornien, die über 30 % ihres Stroms aus Solarenergie gewinnen, bieten wertvolle Einblicke in die effiziente Nutzung von Sonnenenergie. Ebenso zeigen Länder wie Dänemark mit einem Windanteil von 57 %, wie effektiv Windenergie zur Deckung des Strombedarfs eingesetzt werden kann. Zusammen mit dem Ausbau von Kernenergie, wie in Frankreich, Slowakei und der Ukraine, die jeweils mehr als die Hälfte ihres Stroms aus Kernenergie beziehen, könnte Senegal sowohl seine Energieunabhängigkeit als auch Nachhaltigkeit erheblich verbessern.
Geschichte
In der Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung im Senegal gab es einige bemerkenswerte Entwicklungen. Anfang der 2000er Jahre lag der Schwerpunkt auf der Wasserkraft, die jedoch ab 2007 eine leichte Abnahme erlebte. Seit 2017 gab es Bewegung im Bereich der Solarenergie, die schrittweise ausgebaut wurde. Gleichzeitig begann der Ausbau der Windenergie ab 2020 mit einem stetigen Wachstum. Insgesamt zeigen diese Entwicklungen, dass Senegal begonnen hat, seine Energieversorgung auf eine nachhaltigere Basis zu stellen, auch wenn die Fortschritte im kohlenstoffarmen Sektor durch die Kürzungen in der Wasserkrafterzeugung etwas getrübt wurden. Eine systematische Verstärkung dieser positiven Trends ist entscheidend, um den zukünftigen Energiebedarf zu decken und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.











