Elektrizität in Republik Moldau im Jahr 2025/2026
Von Oktober 2025 bis September 2026 deckte die Republik Moldau mehr als zwei Drittel ihres Stromverbrauchs durch Netto-Importe, rund 69 %. Fossile Brennstoffe, ausschließlich Gas, lieferten knapp 23 %. Kohlenstoffarmer Strom aus heimischer Erzeugung machte dagegen nur knapp 9 % aus: gut 4 % entfielen auf Wind, knapp 3 % auf Solar und etwa 1 % auf Wasserkraft. Da die Zusammensetzung der Stromimporte nicht angegeben ist, lässt sich deren Anteil an kohlenstoffarmem beziehungsweise fossilem Strom nicht bestimmen.
Wächst der Strom in Republik Moldau?
Ein Wachstum des Stromverbrauchs lässt sich aus diesen Vergleichswerten nicht erkennen; vielmehr liegt der aktuelle Pro-Kopf-Verbrauch deutlich unter dem historischen Höchststand. Der Wert für 2026 beträgt rund 1.370 kWh pro Person, gegenüber etwa 3.640 kWh im Rekordjahr 1990. Das entspricht einem Rückgang um rund 2.280 kWh oder 62 %. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung liegt mit 119 kWh pro Person deutlich unter ihrem Rekord von 199 kWh aus dem Jahr 2023 – ein Minus von 80 kWh beziehungsweise rund 40 %. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, denn eine zunehmende Elektrifizierung und neue digitale Anwendungen benötigen mehr sauberen Strom. Ob der Verbrauch zuletzt gegenüber dem unmittelbaren Vorjahr gestiegen ist, zeigen die vorliegenden Angaben allerdings nicht.
Vorschläge
Für mehr kohlenstoffarme Stromerzeugung sollte Moldau besonders Solar ausbauen, gute Windstandorte erschließen und Möglichkeiten für Kernenergie prüfen, auch durch regionale Zusammenarbeit. Nahe gelegene Regionen bieten passende Vorbilder: In Rumänien liefert Kernenergie rund 16 % der Stromerzeugung, in Bulgarien gut ein Drittel und in der Ukraine mehr als die Hälfte. Ungarn zeigt mit jeweils rund 30 % Kernenergie und 23 % Solar, wie beide sauberen Stromquellen gemeinsam wichtige Beiträge leisten können. Für einen starken Solarausbau ist zudem Nordmazedonien mit 40 % Solarstrom ein bemerkenswertes Beispiel; Litauen erreicht mit Wind rund 41 %. Moldau kann daraus lernen, klare Ausbauziele mit verlässlichen Investitionsbedingungen, leistungsfähigen Stromnetzen und regionalen Partnerschaften zu verbinden. Mehr heimischer sauberer Strom könnte die Importabhängigkeit verringern und fossile Stromerzeugung samt ihrer Klimagas- und Luftschadstoffemissionen ersetzen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Moldaus war zunächst vor allem durch schwankende Wasserkraft geprägt. Zwischen 1991 und 1994 wechselten jährliche Zuwächse und Rückgänge von jeweils 0,1 TWh einander ab; 1995 und 1996 blieb die Erzeugung unverändert. In den aufgeführten Jahren der frühen und mittleren 2010er-Jahre überwogen Rückgänge: 2011, 2012 und 2015 sank die Wasserkrafterzeugung jeweils um 0,1 TWh, während sie 2017 um 0,1 TWh zunahm. Neue Impulse brachte Wind 2022 mit einem Plus von 0,1 TWh; für Solar wurden 2022 und 2023 sowie für Wind 2023 keine Änderungen ausgewiesen. Im Jahr 2024 glich ein Solarzuwachs von 0,1 TWh den gleich großen Wasserkraftrückgang aus. Enttäuschend verlief 2025: Wasserkraft verlor 0,2 TWh und Solar weitere 0,1 TWh. Diese jüngsten Verluste unterstreichen, wie wichtig ein kontinuierlicher Ausbau kohlenstoffarmer Stromerzeugung ist.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













