Von Juli 2025 bis Juni 2026 stammten in Montenegro knapp zwei Drittel des verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen. Wasserkraft lieferte mit rund 52 % mehr als die Hälfte, Wind etwa 9 % und Solar rund 4 %. Fossile Brennstoffe machten rund 21 % aus, vollständig aus Kohle, deren Nutzung zum Klimawandel und zur Luftverschmutzung beiträgt. Die übrigen rund 14 % entfielen auf Netto-Importe; deren Zusammensetzung nach kohlenstoffarmen und fossilen Quellen geht aus den Daten nicht hervor.
Wächst der Strom in Montenegro?
Gemessen an den bisherigen Höchstständen ist Montenegros Stromversorgung nicht gewachsen: Der jüngste Stromverbrauch pro Kopf liegt 2026 bei rund 5.550 kWh, gegenüber etwa 7.610 kWh im Rekordjahr 2006. Das sind rund 2.060 kWh oder 27 % weniger. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung liegt mit etwa 3.570 kWh pro Kopf deutlich unter dem Rekord von rund 4.350 kWh im Jahr 2010 – ein Rückgang um etwa 780 kWh beziehungsweise 18 %. Diese Abstände sind besorgniserregend, erlauben allein aber keine Aussage darüber, ob der Verbrauch zuletzt von Jahr zu Jahr gestiegen ist. Für die weitere Elektrifizierung und den wachsenden Strombedarf durch KI braucht Montenegro wieder mehr sauberen Strom.
Vorschläge
Montenegro sollte seine starke Wasserkraftbasis durch einen zügigen Ausbau von Solar- und Windenergie ergänzen und Möglichkeiten für Kernenergie prüfen, einschließlich regionaler Zusammenarbeit. Naheliegende Vorbilder für Solar sind Nordmazedonien mit rund 20 %, Albanien mit 17 % und Griechenland mit 18 % ihrer jeweiligen Stromerzeugung. Griechenland zeigt mit rund 21 % Windstrom zugleich, wie beide Quellen zusammen ausgebaut werden können. Bei Kernenergie bieten Slowenien mit 40 % und Bulgarien mit 38 % besonders relevante regionale Orientierung; Frankreich erreicht sogar rund zwei Drittel. Klare Ausbauziele, verlässliche Investitionsbedingungen und ein stärkeres Stromnetz könnten Montenegro helfen, deutlich mehr kohlenstoffarmen Strom selbst zu erzeugen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juli 2025 – Juni 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die vorliegenden historischen Angaben zeigen vor allem starke jährliche Schwankungen der Wasserkrafterzeugung. Nach einem Rückgang um 0,5 TWh im Jahr 2007 folgten von 2008 bis 2010 Zuwächse von insgesamt 1,5 TWh. In den 2010er-Jahren wechselten kräftige Rückgänge und Erholungen: Auf das Minus von 1,5 TWh im Jahr 2011 folgten Zuwächse von zusammen 1,3 TWh in den Jahren 2012 und 2013; weitere markante Erholungen gab es 2016 und insbesondere 2018 mit einem Plus von 1,1 TWh. Auch von 2020 bis 2026 blieb das Bild wechselhaft, mit Zuwächsen 2021, 2023 und zuletzt 2026 um 0,4 TWh, aber Rückgängen in den übrigen aufgeführten Jahren. Insgesamt ergeben die angegebenen Veränderungen seit 2007 ein Minus von rund 0,9 TWh – ein deutlicher Anlass, die kohlenstoffarme Stromerzeugung durch zusätzliche Solar-, Wind- und perspektivisch Kernenergie auszubauen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juli 2025 – Juni 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Juli 2025 – Juni 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.















