Von August 2025 bis Juli 2026 stammten in Montenegro rund zwei Drittel des verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen. Wasserkraft lieferte mit gut 52 % mehr als die Hälfte, Wind knapp 9 % und Solar gut 4 %. Fossile Brennstoffe machten rund ein Viertel des Stromverbrauchs aus, vollständig in Form von Kohle. Die übrigen knapp 10 % entfielen auf Netto-Importe, deren Erzeugungsmix aus den vorliegenden Daten nicht hervorgeht. Montenegro verfügt damit über eine starke Basis für eine saubere Stromversorgung; die Kohleverstromung verursacht jedoch weiterhin klimaschädliche Emissionen und Luftverschmutzung.
Wächst der Strom in Montenegro?
Gemessen an den historischen Höchstständen ist beim Stromverbrauch pro Kopf kein Wachstum erkennbar. Der jüngste Wert für 2026 liegt bei rund 5.500 kWh je Person und damit etwa 2.100 kWh beziehungsweise 28 % unter dem Rekord von 2006 mit rund 7.600 kWh. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung bleibt zurück: Mit rund 3.600 kWh je Person liegt sie etwa 750 kWh beziehungsweise 17 % unter dem bisherigen Höchststand von 2010. Diese Abstände sind besorgniserregend, denn Elektrifizierung und neue Anwendungen wie KI benötigen zusätzliche saubere Elektrizität. Ob der Verbrauch zuletzt gegenüber dem unmittelbaren Vorjahr gestiegen ist, lässt sich aus diesen Rekordvergleichen allerdings nicht ableiten.
Vorschläge
Montenegro sollte insbesondere Solarstrom und Wind ausbauen und zugleich die Nutzung von Kernenergie prüfen, auch durch regionale Zusammenarbeit. Nahe gelegene Regionen liefern dafür anschauliche Vorbilder: In Nordmazedonien erreicht Solarstrom laut den Vergleichsdaten 40 % der Stromerzeugung, in Albanien 18 % und in Griechenland 17 %. Griechenland zeigt außerdem mit einem Windanteil von 21 %, wie Wind die saubere Stromversorgung ergänzen kann. Bei der Kernenergie bieten Slowenien mit 40 % und Bulgarien mit 37 % besonders relevante regionale Orientierung. Schnellere Genehmigungsverfahren, gezielter Netzausbau und Investitionen in Solaranlagen auf Dächern sowie geeigneten Freiflächen könnten zusätzliche kohlenstoffarme Stromerzeugung ermöglichen. Zusammen mit Wind und einer langfristigen Kernenergiestrategie würde dies helfen, den wachsenden Strombedarf sauber zu decken.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die dokumentierte Entwicklung der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Montenegros ist seit 2007 vor allem durch starke Schwankungen der Wasserkraft geprägt. Nach einem Rückgang um 0,5 TWh im Jahr 2007 folgten bis 2010 drei Zuwächse von zusammen 1,5 TWh. In den frühen 2010er-Jahren wechselten deutliche Rückgänge und Erholungen: Auf das Minus von 1,5 TWh im Jahr 2011 folgten bis 2013 Gewinne von zusammen 1,3 TWh. Zwischen 2014 und 2017 überwogen erneut Rückgänge, bevor 2018 ein kräftiger Zuwachs von 1,1 TWh gelang. Auch seit 2019 blieb die Entwicklung wechselhaft: Besonders die Jahre 2021 und 2023 brachten mit 0,6 beziehungsweise 0,8 TWh deutliche Zuwächse, während mehrere andere Jahre Rückgänge verzeichneten. Nach Verlusten 2024 und 2025 stieg die Wasserkrafterzeugung 2026 wieder um 0,4 TWh. Ein stetiger Wachstumspfad ist damit bislang nicht erkennbar – zusätzliche Solar-, Wind- und Kernstromerzeugung könnte die saubere Strombasis verbreitern.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.















