Mexikos Stromversorgung war in den zwölf Monaten von August 2025 bis Juli 2026 stark von fossilen Brennstoffen geprägt: Sie deckten rund 74 % des Stromverbrauchs. Allein Gas lieferte etwa 60 %, Kohle und Öl jeweils knapp 7 %. Kohlenstoffarmer Strom erreichte dagegen nur rund ein Viertel. Dazu trugen Wasserkraft mit gut 8 %, Solar mit knapp 7 %, Wind mit 6 % und Kernenergie mit 3 % bei. Damit besteht großes Potenzial, die saubere Stromversorgung auszubauen und die durch fossile Stromerzeugung verursachten Treibhausgasemissionen und Luftschadstoffe zu verringern.
Wächst der Strom in Mexiko?
Der Stromverbrauch pro Kopf wächst, allerdings bislang nur leicht: Der jüngste Wert für 2026 beträgt rund 2.815 kWh pro Person und übertrifft den bisherigen Rekord von 2024 um 44 kWh beziehungsweise etwa 1,6 %. Bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung ist dagegen noch kein neuer Höchststand erreicht: Mit 709 kWh pro Person liegt sie 23 kWh beziehungsweise rund 3 % unter dem Rekord von 2021. Der neue Verbrauchsrekord ist ein positives Signal für die Elektrifizierung, doch der Rückstand bei sauberem Strom ist besorgniserregend. Für zusätzlichen Bedarf durch Elektromobilität, Industrie und KI braucht Mexiko insbesondere mehr kohlenstoffarme Stromerzeugung.
Vorschläge
Mexiko sollte vor allem Solar- und Kernenergie ausbauen und zugleich seine Windkraftpotenziale stärker nutzen. Besonders relevante Vorbilder sind benachbarte US-Bundesstaaten: Arizona erzeugt rund 19 % seines Stroms mit Solar und 25 % mit Kernenergie, während Nevada bei Solar etwa 35 % erreicht. Auch Chile zeigt mit einem Solarstromanteil von 24 %, wie bedeutend diese Quelle in Lateinamerika werden kann. Für Wind bieten der US-Bundesstaat Texas mit 22 % und Uruguay mit einem Drittel hilfreiche Orientierung. Frankreich wiederum verdeutlicht mit einem Kernenergieanteil von rund zwei Dritteln, welchen großen Beitrag diese saubere Quelle leisten kann. Mexiko kann daraus lernen, große Solarprojekte und dezentrale Anlagen mit zusätzlicher Kernenergie, Windkraft sowie dem Ausbau von Stromnetzen und Speichern zu verbinden.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch war Mexikos kohlenstoffarme Stromerzeugung stark von Schwankungen der Wasserkraft geprägt. In den 1980er- und 1990er-Jahren wechselten kräftige Zuwächse – etwa knapp 8 TWh 1981 und gut 8 TWh 1999 – mit Rückgängen von jeweils etwa 5 bis 6 TWh. Dieses Muster setzte sich in den 2000er-Jahren fort: Auf ein Plus von knapp 12 TWh 2008 folgte 2009 ein Einbruch um rund 13 TWh, bevor 2010 wieder gut 10 TWh hinzukamen. Auch die 2010er-Jahre brachten starke Ausschläge, darunter ein Zuwachs von rund 11 TWh 2014 und Rückgänge von jeweils etwa 8 TWh 2015 und 2019. Erfreulich war 2019 der zusätzliche Beitrag von Solar und Wind mit jeweils knapp 5 TWh; Solar legte 2020 nochmals um gut 9 TWh zu. Bei der Wasserkraft folgten auf ein Plus von knapp 8 TWh 2021 ein besonders schwerer Rückgang um 15 TWh 2023 und eine Erholung um gut 5 TWh 2025. Diese Entwicklung unterstreicht, wie wichtig ein breiterer Ausbau kohlenstoffarmer Stromquellen für dauerhaftes Wachstum ist.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.














