Mauretaniens Stromverbrauch wurde 2022 überwiegend durch fossile Brennstoffe gedeckt: Ihr Anteil lag bei rund 59 %, also deutlich mehr als der Hälfte. Kohlenstoffarmer Strom machte etwa 22 % aus, während die übrigen 19 % auf Netto-Importe entfielen, deren Erzeugungsquellen aus den Angaben nicht hervorgehen. Innerhalb der kohlenstoffarmen Stromversorgung lieferte Wasserkraft rund 10 % des gesamten Stromverbrauchs, Solarenergie etwa 7 % und Wind knapp 5 %. Der hohe fossile Anteil unterstreicht, wie wichtig mehr saubere Stromerzeugung ist, um Klimawandel und Luftverschmutzung entgegenzuwirken.
Wächst der Strom in Mauretanien?
Der Stromverbrauch pro Kopf wächst, allerdings nur leicht: Mit 414 kWh pro Person erreichte Mauretanien 2022 einen neuen Höchststand und übertraf den bisherigen Rekord von 402 kWh aus dem Jahr 2020 um 12 kWh, also rund 3 %. Bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung ist die Entwicklung dagegen enttäuschend: Sie lag zuletzt bei 92 kWh pro Person und damit 13 kWh beziehungsweise rund 12 % unter dem Rekord von 105 kWh aus dem Jahr 2019. Insgesamt steht einem kleinen Verbrauchszuwachs somit ein Rückstand beim sauberen Strom gegenüber. Für eine wachsende Stromversorgung, Elektrifizierung und künftige digitale Anwendungen braucht es deutlich mehr kohlenstoffarme Erzeugung.
Vorschläge
Mauretanien sollte vor allem Solarenergie ausbauen und dabei Netzverstärkung und Speicher mitplanen. Als Beispiele für sonnenreiche Regionen eignen sich Chile, wo Solarenergie 24 % der Stromerzeugung liefert, und der US-Bundesstaat Nevada mit 35 %. Für Wind ist das nahe gelegene Marokko besonders relevant: Dort stammen 20 % der Stromerzeugung aus Wind. Ergänzend sollte Mauretanien prüfen, wie Kernenergie langfristig zur sauberen Stromversorgung beitragen kann, und dafür internationale Partnerschaften sowie Fachkompetenz aufbauen. Die Vereinigten Arabischen Emirate zeigen mit einem Kernenergieanteil von 20 %, wie diese Technologie auch in einer trockenen, sonnenreichen Region eingesetzt wird; Frankreich erreicht sogar rund zwei Drittel. Die Kombination aus Solarenergie, Wind und Kernenergie bietet Orientierung für eine größere und stärker kohlenstoffarme Stromversorgung.
Geschichte
Die angegebenen historischen Veränderungen zeigen einen langsamen, punktuellen Ausbau. In den aufgeführten Jahren zwischen 2000 und 2008 blieb die Wasserkrafterzeugung gegenüber dem jeweiligen Vorjahr unverändert; 2009 stieg sie um 0,1 TWh. Auch Anfang der 2010er-Jahre wurden überwiegend keine Veränderungen verzeichnet, darunter 2013 bei Wasserkraft, Solarenergie und Wind. Mitte des Jahrzehnts nahm die Winderzeugung 2015 um 0,1 TWh zu, während die Wasserkrafterzeugung 2016 um 0,1 TWh zurückging. 2018 folgte ein Zuwachs der Solarstromerzeugung um 0,1 TWh. Die weiteren aufgeführten Einträge bis 2021 zeigen keine zusätzlichen Zuwächse bei den jeweils genannten Quellen. Insgesamt sind diese einzelnen Fortschritte erfreulich, doch die häufige Stagnation macht einen kontinuierlicheren Ausbau sauberer Stromerzeugung dringend notwendig.








