Der aktuelle Zustand des Stromverbrauchs in Guatemala zeigt eine deutliche Neigung zu kohlenstoffarmer Energie. Mehr als zwei Drittel des Stroms stammt aus kohlenstoffarmen Quellen, wobei die Wasserkraft mit über 40% den Hauptanteil ausmacht. Biokraftstoffe tragen knapp ein Viertel zur Stromerzeugung bei. Die Nutzung von Wind und Geothermie ist mit jeweils beinahe 2,5 % eher gering, und Solarenergie macht knapp 2% aus. Fossile Brennstoffe, vor allem Kohle, machen ungefähr ein Viertel der Stromerzeugung aus. Netto-Importe tragen weniger als 4% zur Deckung des Strombedarfs bei. Insgesamt ist Guatemala auf einem guten Weg, einen Großteil seines Stroms aus sauberen Quellen zu beziehen, auch wenn fossile Brennstoffe noch eine signifikante Rolle spielen.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen Ember, IEA und World Bank. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Guatemala?
Der Stromverbrauch in Guatemala ist nicht gewachsen, sondern im Gegenteil rückläufig. Die Stromverbrauchszahlen für 2023 zeigen einen Rückgang auf 769 kWh pro Person im Vergleich zum historischen Höchstwert von 881 kWh pro Person im Jahr 2021. Eine ähnliche Entwicklung ist bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung zu beobachten: Die jüngsten Zahlen liegen bei 553 kWh pro Person, was ebenfalls unter dem Rekordwert von 646 kWh pro Person im Jahr 2021 liegt. Dieser Rückgang ist besorgniserregend, da eine steigende Nachfrage nach Elektrizität zu erwarten ist, besonders im Kontext der fortschreitenden Elektrifizierung und des Einsatzes neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung zu erhöhen, kann Guatemala von erfolgreichen Regionen lernen. Beispielsweise könnte es von Ländern profitieren, die stark auf Wind- und Sonnenenergie setzen. Dänemark und Iowa, die jeweils 60 bzw. 58 % ihres Stroms mit Windkraft erzeugen, könnten als Vorbilder dienen. Gleichzeitig sollte Guatemala auch den Ausbau von Solarenergie in Erwägung ziehen, wobei Nevada und Kalifornien relevante Beispielfälle mit über 30% Solaranteil sind. Obwohl die Kernenergie in Guatemala bisher keine Rolle spielt, könnte der erfolgreiche Einsatz dieser Technologie in Ländern wie Frankreich und der Slowakei, wo mehr als die Hälfte des Stroms aus Kernenergie stammt, als Inspiration für zukünftige Projekte dienen. Eine Diversifikation der Energiequellen wird nicht nur den CO2-Ausstoß reduzieren, sondern auch die Energiesicherheit und die Widerstandsfähigkeit des Stromnetzes erhöhen.
Geschichte
In den letzten Jahrzehnten hat die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Guatemala eine Reihe von Veränderungen durchlaufen. In den 1980er Jahren stieg die Wasserkraft um fast 1 TWh und erlebte zwischen 1999 und 2006 eine Vielzahl kleinerer Erhöhungen. Die Jahre 2009 und 2015 waren jedoch durch Rückgänge in der Wasserkrafterzeugung geprägt, während 2017 einen beachtlichen Anstieg brachte. Im Jahr 2021 trugen sowohl Biokraftstoffe als auch Wasserkraft maßgeblich zum Ausbau bei, gefolgt von leichten Zuwächsen und Rückgängen 2022. Bedauerlicherweise verzeichnete das Jahr 2023 den stärksten Rückgang mit einem Minus von über 1 TWh in der Wasserkraft. Diese Fluktuationen zeigen, dass Guatemala beständig nach innovativen und vielfältigen Lösungen suchen muss, um seine kohlenstoffarme Stromerzeugung langfristig stabilisieren und ausbauen zu können.





