Der gegenwärtige Stand des Stromverbrauchs in Guatemala zeigt eine klare Vorliebe für kohlenstoffarme Energien, die mehr als zwei Drittel zur Stromerzeugung beitragen. Wasserkraft ist dabei die dominierende Quelle und liefert rund 41% des Stroms. Mit fast 25% sind Biokraftstoffe ebenfalls bedeutend. Fossile Brennstoffe wie Kohle, welche mehr als ein Sechstel der Energiequellen ausmachen, sind zusammen mit den Netto-Importen die nicht-kohlenstoffarmen Energielieferanten in Guatemala. Andere kohlenstoffarme Energien wie Wind, Geothermie und Solar tragen zwar bei, bleiben aber mit jeweils weniger als 3% relativ klein.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen Ember, IEA und World Bank. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Guatemala?
Der Vergleich der jüngsten Daten zum Stromverbrauch zeigt einen Rückgang der gesamten Stromnutzung in Guatemala im Jahr 2023 im Vergleich zum bisherigen Rekord von 2021. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist von 881 kWh im Jahr 2021 auf 769 kWh im Jahr 2023 gesunken, was einem Rückgang von 112 kWh entspricht. Gleichzeitig ist die kohlenstoffarme Stromerzeugung ebenfalls zurückgegangen, von 646 kWh pro Person im Jahr 2021 auf 553 kWh pro Person im Jahr 2023, was eine Abnahme von 93 kWh bedeutet. Diese negative Entwicklung könnte besorgniserregend sein, insbesondere angesichts der globalen Bestrebungen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung zu steigern, kann Guatemala von erfolgreichen Regionen lernen, die vermehrt auf Solar- und Kernenergie setzen. So könnte sich Guatemala Beispiele wie Kalifornien oder Libanon nehmen, die jeweils etwa ein Drittel ihrer Elektrizität aus Solarenergie beziehen. Eine starke Investition in Solarenergie in geeigneten Regionen Guatemalas könnte sich als besonders vorteilhaft erweisen, ebenso wie ein möglicher Ausbau der Kernenergie, inspiriert von Ländern wie Frankreich oder der Slowakei, die hohe Anteile ihrer Elektrizität aus diesem Energieträger gewinnen. Diese Maßnahmen würden nicht nur die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern, die zu Klimawandel und Umweltverschmutzung beitragen, sondern auch zur Stabilität und Nachhaltigkeit der Energieversorgung beitragen.
Geschichte
In den letzten Jahrzehnten hat sich die kohlenstoffarme Stromproduktion Guatemalas, insbesondere die aus Wasserkraft, immer wieder verändert. So gab es in den Jahren 1986 bis 2008 eine Reihe von Entwicklungen, in denen die Wasserkraft stetig erweitert wurde. Auf den Beginn der 2010er Jahre folgten dann jedoch auch bedeutende Schwankungen, mit mehreren Anstiegen und Rückgängen, insbesondere in den Jahren 2009 und 2015 mit Abnahmen von 0,7 TWh bzw. 1 TWh. Im Jahr 2017 erlebte die Wasserkraft eine kräftige Erholung mit einem Anstieg von 1,8 TWh. Doch besonders in letzter Zeit sank der Anteil, etwa durch einen signifikanten Rückgang von 1,4 TWh im Jahr 2023. Dies zeigt ein historisches Muster von Wachstum und Rückschlägen, das den Bedarf nach nachhaltigen Entwicklungsstrategien für den Ausbau kohlenstoffarmer Energie betont.


