Von Oktober 2025 bis September 2026 stammten in Spanien rund 76 % des verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen, während fossile Brennstoffe etwa 24 % ausmachten. Zur sauberen Stromversorgung trugen Solar mit rund 23 %, Wind mit 20 %, Kernenergie mit 18 %, Wasserkraft mit 13 % und Biokraftstoffe mit knapp 2 % bei. Auf fossiler Seite entfielen gut 20 % auf Gas und rund 3 % auf Öl. Damit lieferten kohlenstoffarme Quellen bereits mehr als drei Viertel des Stroms; dennoch bleibt die weitere Verdrängung fossiler Stromerzeugung wichtig, um Klimawandel und Luftverschmutzung zu begrenzen.
Wächst der Strom in Spanien?
Beim Stromverbrauch pro Kopf liegt Spanien weiterhin deutlich unter seinem historischen Höchststand. Der aktuelle Wert für 2026 beträgt rund 6.050 kWh pro Person, gegenüber knapp 6.800 kWh im Rekordjahr 2008. Das entspricht einem Rückgang von rund 740 kWh beziehungsweise 11 %. Ohne einen direkten Vorjahresvergleich lässt sich daraus allerdings nicht ableiten, ob der Verbrauch zuletzt gestiegen ist. Erfreulich ist der neue Rekord bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Mit rund 4.600 kWh pro Person übertrifft sie den bisherigen Höchststand von 2025 um 24 kWh, also etwa ein halbes Prozent. Dieser kleine Fortschritt sollte deutlich beschleunigt werden, damit mehr sauberer Strom für Elektrifizierung und den wachsenden Bedarf etwa durch KI verfügbar wird.
Vorschläge
Spanien sollte seine bereits bedeutenden Kapazitäten für Kernenergie, Wind und Solar weiter ausbauen. Beim Ausbau der Kernenergie bietet das benachbarte Frankreich einen besonders relevanten Vergleich: Dort liefert sie rund 67 % des Stroms. Für Wind kann Spanien von europäischen Regionen wie Dänemark mit 59 % und Deutschland mit 31 % lernen, insbesondere bei der Einbindung großer Windstrommengen ins Stromnetz. Bei Solar zeigen Nordmazedonien mit 40 % und der sonnenreiche US-Bundesstaat Nevada mit 35 %, dass noch deutlich höhere Anteile als Spaniens heutige 23 % möglich sind. Zusätzliche Anlagen, leistungsfähigere Netze und Speicher können gemeinsam helfen, die saubere Stromversorgung zu vergrößern und fossile Stromerzeugung zurückzudrängen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch zeigen die ausgewählten Jahresveränderungen vor allem starke Schwankungen der Wasserkraft sowie wichtige Zuwächse bei Kernenergie und Solar. Die Wasserkrafterzeugung stieg 1977 um knapp 19 TWh, sank jedoch 1980 und 1989 jeweils um rund 16 bis 17 TWh. Einen bedeutenden Ausbau sauberer Stromerzeugung markierte 1984 der Zuwachs der Kernenergie um gut 12 TWh. Von Mitte der 1990er bis Mitte der 2000er Jahre wechselten sich bei der Wasserkraft kräftige Gewinne und Verluste ab: Besonders auffällig waren der Rückgang um knapp 18 TWh 2002 und die ebenso große Erholung 2003. Auch in den 2010er Jahren blieb das Muster wechselhaft, mit Zuwächsen von etwa 16 bis 17 TWh in den Jahren 2010, 2013 und 2018 sowie einem besonders starken Rückgang um knapp 19 TWh 2017. Nach weiteren Wasserkraftverlusten 2019 und 2022 folgten erfreuliche Fortschritte: Solar legte 2023 um knapp 13 TWh zu, Wasserkraft 2024 um knapp 10 TWh.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













