Von Oktober 2025 bis September 2026 wurden in Slowenien mehr als drei Viertel des Stromverbrauchs durch kohlenstoffarme Stromerzeugung gedeckt. Kernenergie lieferte mit rund 40 % den größten Anteil, gefolgt von Wasserkraft mit knapp 24 %, Solarstrom mit 12 % und Biokraftstoffen mit knapp 2 %. Fossile Brennstoffe deckten dagegen rund 18 % des Stromverbrauchs: gut 10 % entfielen auf Kohle und etwa 7 % auf Gas. Die übrigen knapp 5 % wurden durch Netto-Importe gedeckt, deren Erzeugungsmix aus diesen Daten nicht hervorgeht.
Wächst der Strom in Slowenien?
Verglichen mit den bisherigen Höchstständen ist Sloweniens Stromversorgung pro Kopf deutlich zurückgegangen. Der Stromverbrauch lag 2026 bei rund 6.520 kWh pro Person – etwa 1.950 kWh oder 23 % unter dem Rekord von 2014 mit rund 8.470 kWh. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung blieb mit rund 5.040 kWh pro Person etwa 1.400 kWh beziehungsweise 22 % unter ihrem damaligen Höchststand. Diese Zahlen belegen keinen durchgängigen Abwärtstrend, zeigen aber einen beträchtlichen Abstand zu früher erreichten Werten. Das ist besorgniserregend, denn Elektrifizierung und wachsende KI-Anwendungen erfordern künftig mehr sauberen Strom.
Vorschläge
Slowenien sollte deshalb insbesondere seine bereits bedeutende Kernenergie- und Solarstromerzeugung ausbauen. Für zusätzliche Kernenergiekapazitäten bieten die nahe gelegene Slowakei und Frankreich wichtige Orientierung: Dort liefert Kernenergie rund zwei Drittel des Stroms. Beim Solarstrom sind das benachbarte Ungarn mit rund 23 % und Nordmazedonien mit 40 % besonders interessante Vergleichsregionen. Slowenien kann deren Erfahrungen mit Ausbauplanung, Netzanschlüssen und geeigneten Investitionsbedingungen prüfen und an die eigenen Gegebenheiten anpassen. Zusätzliche Netze, Speicher und flexible Stromnachfrage können helfen, mehr kohlenstoffarmen Strom nutzbar zu machen und Kohle sowie Gas mitsamt ihren Klima- und Luftschadstoffemissionen zurückzudrängen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung zeigt deutliche Schwankungen. Anfang der 1990er-Jahre stieg die Wasserkrafterzeugung zunächst um 0,7 TWh; die Kernenergie verlor 1992 jedoch 1 TWh, bevor sie 1994 wieder um 0,7 TWh zulegte. In den 2000er-Jahren verzeichnete die Wasserkraft mehrere kräftige Zuwächse, darunter 1,1 TWh im Jahr 2004. Die 2010er-Jahre waren besonders wechselhaft: Nach Rückgängen bei Wasserkraft 2011 und Kernenergie 2012 brachte 2014 kräftige Zuwächse von 1,4 beziehungsweise 1,1 TWh. Bereits 2015 folgten jedoch Verluste von 2,3 TWh Wasserkraft und 0,7 TWh Kernenergie. Solche Einbußen bei der Kernenergie sind erhebliche Rückschritte für eine verlässliche kohlenstoffarme Stromversorgung und unterstreichen, wie wichtig die Sicherung und Erweiterung ihrer Erzeugung ist. Nach weiteren Wasserkraftschwankungen zwischen 2016 und 2018 sank deren Erzeugung 2022 um 1,6 TWh und erholte sich 2023 um 1,9 TWh. Die erneuten Rückgänge um 1,3 TWh im Jahr 2025 und 0,9 TWh im Jahr 2026 verstärken den Bedarf an zusätzlicher sauberer Stromerzeugung.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.














