Von September 2025 bis August 2026 stammten in Slowenien knapp 80 % des verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen. Kernenergie lieferte mit rund 40 % den größten Anteil, gefolgt von Wasserkraft mit etwa 25 % und Solarstrom mit gut 12 %. Biokraftstoffe ergänzten den kohlenstoffarmen Anteil mit knapp 2 %. Fossile Brennstoffe deckten dagegen rund 18 % des Stromverbrauchs: knapp 11 % entfielen auf Kohle und etwa 8 % auf Gas. Netto-Importe machten die verbleibenden gut 2 % aus. Damit verfügt Slowenien über eine überwiegend saubere Stromversorgung, doch die fossile Stromerzeugung verursacht weiterhin klimaschädliche Emissionen und Luftverschmutzung.
Wächst der Strom in Slowenien?
Gemessen an den bisherigen Höchstständen ist Sloweniens Stromversorgung nicht gewachsen. Der jüngste Stromverbrauch pro Person liegt 2026 bei rund 6.400 kWh, gegenüber knapp 8.500 kWh im Rekordjahr 2014. Das entspricht einem Rückgang um etwa 2.100 kWh oder einem Viertel. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Person liegt mit rund 5.100 kWh deutlich unter ihrem bisherigen Rekord von gut 6.400 kWh aus dem Jahr 2014 – ein Minus von knapp 1.400 kWh beziehungsweise gut einem Fünftel. Dieser Abstand zu den Höchstständen ist besorgniserregend, gerade angesichts des künftigen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI. Aus dem Rekordvergleich allein lässt sich allerdings nicht ablesen, ob der Verbrauch zuletzt gegenüber dem unmittelbar vorhergehenden Jahr gestiegen oder gesunken ist.
Vorschläge
Slowenien sollte vor allem seine bereits bedeutende Kernenergie- und Solarstromerzeugung ausbauen. Für Kernenergie bietet die nahe gelegene Slowakei ein relevantes Vorbild: Dort liefert sie rund zwei Drittel des Stroms; Frankreich erreicht ebenfalls etwa zwei Drittel. Beim Solarstrom zeigt das benachbarte Ungarn mit einem Anteil von rund 22 %, dass ein deutlich höherer Beitrag auch in der Region möglich ist. Spanien erzeugt ebenfalls knapp ein Viertel seines Stroms aus Solarenergie. Ergänzend sollte Slowenien geeignete Standorte für Windkraft erschließen: Die Nachbarn Kroatien und Österreich erreichen damit etwa 16 % beziehungsweise 12 % ihrer Stromerzeugung. Ein Ausbau dieser sauberen Technologien könnte mehr kohlenstoffarmen Strom bereitstellen, fossile Stromerzeugung verdrängen und die wachsende Nachfrage unterstützen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Sloweniens zeigt deutliche Zuwächse, aber auch wiederholte Rückschläge. Anfang der 1990er-Jahre stieg die Wasserkrafterzeugung 1991 um 0,7 TWh; die Kernenergie verlor 1992 zunächst 1 TWh und gewann 1994 wieder 0,7 TWh hinzu. In den 2000er-Jahren verzeichnete die Wasserkraft größere Zuwächse: 2004 um 1,1 TWh sowie 2008 und 2009 um 0,8 beziehungsweise 0,7 TWh. Die 2010er-Jahre waren wechselhaft: Nach Rückgängen bei Wasserkraft 2011 und Kernenergie 2012 folgten kräftige Zuwächse, besonders 2014 mit zusätzlich 1,4 TWh Wasserkraft und 1,1 TWh Kernenergie. Der Einbruch 2015 um 2,3 TWh Wasserkraft und 0,7 TWh Kernenergie war ein erheblicher Rückschritt für die saubere Stromversorgung; auch die früheren Verluste bei der Kernenergie waren angesichts ihres wichtigen Beitrags besonders bedauerlich. Von 2016 bis 2018 wechselten kleinere Wasserkraftzuwächse und -rückgänge einander ab. In den 2020er-Jahren sank die Wasserkrafterzeugung 2022 um 1,6 TWh, erholte sich 2023 um 1,9 TWh und fiel 2025 und 2026 erneut um 1,3 beziehungsweise 0,8 TWh. Diese jüngsten Rückgänge unterstreichen, wie wichtig zusätzlicher kohlenstoffarmer Strom aus Kernenergie und Solarenergie ist.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.















