Elektrizität in Saudi-Arabien im Jahr 2023
Der aktuelle Stand des Stromverbrauchs in Saudi-Arabien zeigt eine deutliche Dominanz der fossilen Brennstoffe. Mehr als 98% der Elektrizität stammt aus fossilen Quellen, mit Erdgas, das fast zwei Drittel davon ausmacht. Der Anteil kohlenstoffarmer Energien ist verschwindend gering und macht nur etwa 1,4% aus, wobei Solarenergie mit knapp über 1% den größten Anteil hat. Dies verdeutlicht, dass der Übergang zu sauberer Energie in Saudi-Arabien noch in den Anfängen steckt. Angesichts der drohenden Auswirkungen des Klimawandels und der Luftverschmutzung ist es entscheidend, dass das Land seine Bemühungen zur Umstellung auf kohlenstoffarme Stromquellen verstärkt.
Wächst der Strom in Saudi-Arabien?
Der Stromverbrauch pro Kopf ist in Saudi-Arabien in den letzten Jahren moderat gestiegen. Im Jahr 2023 erreichte der Pro-Kopf-Verbrauch 12.712 kWh, was einem Anstieg von 170 kWh im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2021 entspricht. Zudem zeigt die kohlenstoffarme Stromerzeugung einen erfreulichen Aufwärtstrend: Der Pro-Kopf-Ausstoß kohlenstoffarmer Elektrizität stieg von 71 kWh im Jahr 2022 auf 173 kWh im Jahr 2023, was einem bemerkenswerten Anstieg von 103 kWh entspricht. Dies deutet auf positive Entwicklungen hin, aber es ist unerlässlich, den Ausbau sauberer Energiekapazitäten weiter voranzutreiben, um den wachsendem Bedarf in einer zunehmend elektrifizierten Welt zu decken.
Vorschläge
Um den Anteil kohlenstoffarmer Stromerzeugung zu erhöhen, sollte Saudi-Arabien Lehren aus erfolgreichen Regionen ziehen, die stark auf Solar- und Kernenergie setzen. Eine stärkere Nutzung der Solarenergie könnte Saudi-Arabien erheblich profitieren, wie Beispiele aus Kalifornien, Nevada, und Libanon zeigen, die bereits zwischen 30% und 35% ihrer Elektrizität aus Solar gewinnen. Darüber hinaus bietet Kernenergie eine zuverlässige und kohlenstoffarme Stromquelle, die auch in Ländern wie Frankreich und der Slowakei mit einem Anteil von über 60% der Gesamtstromerzeugung erfolgreich genutzt wird. Eine verstärkte Investition in diese beiden Technologien könnte Saudi-Arabien helfen, seinen Energiemix zu diversifizieren und sauberer sowie nachhaltiger zu gestalten.
Geschichte
Historisch gesehen, war der Beitrag kohlenstoffarmer Energiequellen zur Stromerzeugung in Saudi-Arabien lange Zeit marginal. In den Jahren 2010 bis 2014 blieb die Zunahme der Solarenergie praktisch bei null. Der erste kleine Anstieg wurde erst 2015 verzeichnet, mit einem zusätzlichen 0,1 TWh an Solarstrom. Nach Phasen der Stagnation gab es 2021 mit einer Zunahme um 0,6 TWh einen ersten bemerkbaren Sprung. Seit 2022 zeichnet sich jedoch eine vielversprechende Entwicklung ab, wobei der Windkraftbeitrag um 1,4 TWh stieg und 2023 die Solarenergie um beeindruckende 3,5 TWh zulegte. Diese jüngsten Entwicklungen sind ermutigend, doch es bleibt viel zu tun, um das volle Potenzial kohlenstoffarmer Energien auszuschöpfen und die Energiewende in Saudi-Arabien weiter voranzutreiben.











