Elektrizität in Saudi-Arabien im Jahr 2023
Saudi-Arabiens Stromverbrauch wurde 2023 fast vollständig durch fossile Brennstoffe gedeckt: Ihr Anteil lag bei knapp 99 %. Gas allein lieferte rund 63 % des Stroms, also fast zwei Drittel. Kohlenstoffarmer Strom machte dagegen lediglich rund 1,4 % aus, wobei Solarstrom mit etwa 1 % den größten Beitrag leistete. Die Stromversorgung war damit weiterhin stark von fossilen Brennstoffen abhängig, deren Nutzung zum Klimawandel und zur Luftverschmutzung beiträgt.
Wächst der Strom in Saudi-Arabien?
Der Stromverbrauch pro Kopf wächst: Im Jahr 2023 erreichte er mit rund 12.700 kWh einen neuen Höchststand und übertraf den bisherigen Rekord von 2021 um etwa 170 kWh beziehungsweise gut 1 %. Besonders erfreulich ist der Zuwachs bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie stieg auf rund 173 kWh pro Kopf, gegenüber dem bisherigen Rekord von etwa 71 kWh im Jahr 2022. Das entspricht einem Plus von gut 100 kWh und damit mehr als einer Verdopplung. Dieser Fortschritt ist wichtig, auch wenn sauberer Strom bislang nur einen sehr kleinen Teil des Strombedarfs deckt.
Vorschläge
Saudi-Arabien sollte vor allem Solarstrom und Kernenergie ausbauen und geeignete Windstandorte erschließen. Für Solarstrom bieten sich sonnenreiche Vergleichsregionen an: Im US-Bundesstaat Nevada liefert Solar rund 35 % der Stromerzeugung, im US-Bundesstaat Arizona etwa 19 % und in Jordanien rund 15 %. Besonders relevant für den Aufbau der Kernenergie sind die benachbarten Vereinigten Arabischen Emirate, die damit bereits etwa 20 % ihres Stroms erzeugen. Frankreich zeigt mit rund zwei Dritteln Kernenergie, welchen großen Beitrag diese saubere Stromquelle leisten kann. Beim Windkraftausbau kann Saudi-Arabien außerdem von Marokko mit rund 20 % Windstrom lernen. Zusammen mit leistungsfähigen Stromnetzen und Speichern könnte ein solcher Ausbau die fossile Stromerzeugung zurückdrängen und zugleich zusätzlichen Strom für Elektrifizierung, Industrie und KI-Anwendungen bereitstellen.
Geschichte
Die Entwicklung kohlenstoffarmer Stromerzeugung verlief zunächst schleppend: Von 2010 bis 2014 zeigen die angegebenen Daten keine Zuwächse beim Solarstrom. Auch in der zweiten Hälfte der 2010er-Jahre blieb der Fortschritt gering; lediglich 2015 und 2019 kamen jeweils rund 0,1 TWh hinzu. Ab 2021 beschleunigte sich der Ausbau: Die Solarstromerzeugung legte zunächst um 0,6 TWh zu, während 2022 die Windstromerzeugung um 1,4 TWh stieg. Den bislang deutlichsten Solarschub brachte 2023 mit zusätzlichen 3,5 TWh; beim Windstrom gab es in diesem Jahr keinen weiteren Zuwachs. Nach Jahren weitgehender Stagnation ist diese Beschleunigung ein ermutigender Schritt, der nun durch einen kontinuierlichen Ausbau sauberer Stromerzeugung verstärkt werden sollte.
















