Papua-Neuguineas Stromverbrauch wurde 2023 zu gut drei Vierteln durch fossile Brennstoffe gedeckt; kohlenstoffarmer Strom machte knapp ein Viertel aus. Wasserkraft lieferte mit rund 21 % den größten Anteil der sauberen Stromversorgung, während Geothermie etwa 2 % beitrug. Gas allein deckte rund 19 % des Stromverbrauchs und gehört zum fossilen Anteil. Die starke Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen unterstreicht, wie wichtig der Ausbau sauberer Stromerzeugung zur Verringerung von Klimabelastung und Luftverschmutzung ist.
Wächst der Strom in Papua-Neuguinea?
Gemessen am Stromverbrauch pro Person liegt Papua-Neuguinea deutlich unter seinen früheren Höchstständen; die angegebenen Werte belegen allerdings keinen durchgängigen jährlichen Rückgang. Im Jahr 2023 betrug der Verbrauch 455 kWh pro Person, gegenüber rund 555 kWh im Rekordjahr 2004 – also etwa 100 kWh beziehungsweise 18 % weniger. Die kohlenstoffarme Stromerzeugung erreichte lediglich 108 kWh pro Person, rund 86 kWh beziehungsweise 44 % weniger als beim Höchststand von 194 kWh im Jahr 1995. Dieser erhebliche Rückstand ist besorgniserregend: Für eine bessere Stromversorgung sowie zusätzlichen Bedarf durch Elektrifizierung und digitale Anwendungen braucht das Land deutlich mehr sauberen Strom.
Vorschläge
Papua-Neuguinea sollte insbesondere Solarstrom ausbauen und dabei von regional relevanten Vorbildern lernen: In Vanuatu und Samoa liefert Solar jeweils rund 13 % der Stromerzeugung, im benachbarten Australien bereits etwa ein Fünftel. Dezentrale Solaranlagen mit Speichern und lokalen Stromnetzen können insbesondere abgelegene Gemeinden versorgen; zugleich sollten größere Anlagen und Netzausbau die bestehende Wasserkraft ergänzen. Auch Kernenergie sollte als langfristige Option für eine wachsende, kohlenstoffarme Stromversorgung geprüft werden. Pakistan zeigt mit rund 24 % Solarstrom und 13 % Kernenergie, dass beide Quellen gemeinsam beitragen können; Südkorea erzeugt etwa ein Viertel seines Stroms aus Kernenergie. Papua-Neuguinea kann daraus Lehren für langfristige Planung, Fachkräfteausbildung und den Aufbau geeigneter Institutionen ziehen.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung ist durch einzelne Zuwächse, aber auch wiederholte Rückschritte geprägt. In den 1980er-Jahren stieg die Wasserkrafterzeugung 1983, 1986 und 1989 jeweils um 0,1 TWh, während sie 1987 um 0,1 TWh sank. In den 1990er-Jahren folgte 1995 ein kräftiger Zuwachs von 0,4 TWh; der Rückgang um 0,2 TWh 1997 wurde 1998 durch einen gleich großen Anstieg ausgeglichen. In den 2000er-Jahren brachte Geothermie zusätzliche Erzeugung: 0,1 TWh 2003, 0,3 TWh 2005 und nochmals 0,1 TWh 2007; die Wasserkraft blieb 2004 und 2006 unverändert. Ab 2011 wechselten Fortschritte und Verluste: Wasserkraft gewann zunächst 0,1 TWh, verlor 2017 jedoch 0,2 TWh und legte 2018 und 2019 zusammen um 0,3 TWh zu. Der Geothermierückgang von 0,3 TWh 2018 war ein bedauerlicher Rückschritt; 2019 blieb ihre Erzeugung unverändert. Schließlich wurde der Wasserkraftverlust von 0,2 TWh im Jahr 2022 durch einen gleich großen Zuwachs 2023 ausgeglichen – eine Erholung, der nun ein dauerhafter Ausbau sauberer Stromerzeugung folgen sollte.















