Malawis Stromverbrauch lag 2022 bei lediglich 89 kWh pro Person – rund 2 % des weltweiten Durchschnitts von 3.794 kWh pro Person. Kohlenstoffarmer Strom dominierte die Versorgung: Seine Erzeugung betrug 1,75 TWh, davon entfielen 1,69 TWh auf Wasserkraft, also fast 97 %. Auch pro Kopf entsprach die kohlenstoffarme Erzeugung mit 85 kWh fast dem gesamten Stromverbrauch. Fossile Brennstoffe spielten demnach nur eine kleine Rolle; eine genaue Aufteilung des verbleibenden Anteils liefern die Angaben jedoch nicht. Das sehr niedrige Stromniveau kann die Versorgung von Schulen und Krankenhäusern, die wirtschaftliche Entwicklung und den Einsatz elektrischer Geräte begrenzen. Mehr saubere Stromerzeugung ist deshalb entscheidend für bessere Lebensbedingungen und die künftige Elektrifizierung.
Wächst der Strom in Malawi?
Gemessen am Verbrauch pro Person wächst die Stromversorgung in Malawi derzeit nicht gegenüber ihrem bisherigen Höchststand. Die 89 kWh pro Person im Jahr 2022 lagen um 42 kWh beziehungsweise rund ein Drittel unter dem Rekord von 131 kWh aus dem Jahr 2014. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Person sank gegenüber ihrem damaligen Höchstwert: von 123 auf 85 kWh, ein Rückgang um 38 kWh oder knapp ein Drittel. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, weil Malawi deutlich mehr Strom für Haushalte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen benötigt. Die Zahlen belegen allerdings einen Rückstand gegenüber dem Rekord, nicht zwingend einen Rückgang in jedem einzelnen Jahr oder bei der gesamten Strommenge.
Vorschläge
Malawi sollte seine kohlenstoffarme Stromerzeugung vor allem durch einen kräftigen Ausbau von Solar ergänzen und geeignete Windstandorte erschließen. Besonders relevant ist das regionale Beispiel Südafrika: Die angegebenen Erzeugungsmengen von rund 20 TWh Solarstrom, 12 TWh Windstrom und 12 TWh Strom aus Kernenergie zeigen, wie mehrere saubere Quellen zusammenwirken können. Auch Indien mit rund 192 TWh Solarstrom und Pakistan mit 41 TWh bieten Beispiele für den Ausbau von Solar in Ländern mit großem Entwicklungsbedarf. Malawi kann daraus Anregungen für große Solaranlagen, dezentrale Versorgung und den Netzausbau gewinnen. Darüber hinaus sollte das Land Kernenergie als langfristige Option prüfen und dafür regionale Zusammenarbeit, Fachkräfteausbildung und institutionelle Vorbereitung aufbauen. Frankreich mit rund 379 TWh und Pakistan mit 22 TWh Strom aus Kernenergie zeigen deren möglichen Beitrag zu einer umfangreichen kohlenstoffarmen Stromversorgung.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Malawi ist vor allem durch schrittweise Zuwächse bei der Wasserkraft geprägt. In den 1990er-Jahren kamen 1992, 1997 und 1998 jeweils rund 0,1 TWh hinzu; im Jahr 2000 stieg die Stromerzeugung aus Biokraftstoffen um 0,1 TWh. In den 2000er-Jahren verzeichnete die Wasserkraft weitere Zuwächse von jeweils etwa 0,1 TWh in den Jahren 2002, 2004, 2005 und 2008, während mehrere andere aufgeführte Jahre keine Veränderung zeigten. Ein besonders kräftiger Ausbau folgte 2010 mit einem Plus von 0,3 TWh, ergänzt durch jeweils 0,1 TWh in den Jahren 2011, 2012 und 2014. Später wurde dieser Fortschritt teilweise zurückgeworfen: Die Wasserkrafterzeugung sank 2017 um 0,1 TWh und 2018 um weitere 0,4 TWh. Der Anstieg um 0,3 TWh im Jahr 2019 war eine erfreuliche, aber noch unvollständige Erholung gegenüber diesen Verlusten. Für Solar weist die Reihe 2018 keine Veränderung aus – insgesamt unterstreicht die Entwicklung den Bedarf an einem breiteren und deutlich größeren kohlenstoffarmen Stromangebot.
















