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Elektrizität in Madagaskar im Jahr 2022

Kohlenstoffarmer Elektrizität
31 kWh/person -7,6
Gesamtelektrizität
87 kWh/person -0,79
Kohlenstoffarmer Elektrizität
35 % -36
Kohlenstoffintensität
468 gCO2eq/kWh +263

Madagaskars Stromverbrauch lag 2022 bei lediglich 87 kWh pro Person. Davon entfielen rund 31 kWh auf kohlenstoffarmen Strom, also gut ein Drittel; fossile Brennstoffe dominierten mit knapp zwei Dritteln und lieferten insgesamt 1,71 TWh Strom. Gegenüber dem weltweiten Durchschnitt von 3.794 kWh pro Person erreichte Madagaskar damit nur gut 2 % – der globale Wert war etwa 44-mal höher. Ein derart geringes Stromangebot kann die Versorgung von Krankenhäusern und Schulen, wirtschaftliche Entwicklung sowie den Zugang zu Kühlung und digitalen Dienstleistungen erheblich einschränken. Mehr sauberer Strom könnte diese Engpässe lindern und zugleich Klimabelastung und Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe verringern.

Wächst der Strom in Madagaskar?

Ein nachhaltiges Wachstum der Stromversorgung ist in den jüngsten Zahlen nicht erkennbar. Der Stromverbrauch von 87 kWh pro Person lag 2022 knapp unter dem bisherigen Höchststand von 88 kWh im Jahr 2019. Noch deutlicher ist der Rückstand beim kohlenstoffarmen Strom: Mit rund 31 kWh pro Person blieb er unter dem Rekord von 38 kWh aus dem Jahr 2015. Die bereitgestellten Daten beziffern diesen Rückgang auf rund 8 kWh; die gerundeten Werte ergeben eine Differenz von 7 kWh. Diese Stagnation beziehungsweise Abnahme ist besorgniserregend, denn für bessere Lebensbedingungen, Elektrifizierung und wachsende digitale Anwendungen braucht Madagaskar deutlich mehr Strom.

Vorschläge

Madagaskar sollte insbesondere Solarstrom ausbauen, sowohl mit großen Anlagen als auch mit dezentralen Systemen, ergänzt durch stärkere Netze und Speicher. Als regional relevantes Beispiel zeigt Südafrika mit rund 20 TWh Solarstrom und 12 TWh Windstrom, wie beide Technologien zur sauberen Stromversorgung beitragen können. Auch Indien mit etwa 192 TWh Solarstrom und Brasilien mit rund 85 TWh bieten Anregungen für den Ausbau in sonnenreichen Regionen. Geeignete Standorte für Windkraft sollten ebenfalls erschlossen werden. Darüber hinaus sollte Madagaskar Kernenergie als langfristige Ergänzung prüfen und dafür internationale Kooperationen sowie entsprechende Fachkompetenzen aufbauen. Südafrika erzeugt rund 12 TWh Kernstrom, während Frankreich mit etwa 379 TWh zeigt, welchen großen Beitrag Kernenergie zur kohlenstoffarmen Stromversorgung leisten kann. Entscheidend ist, die Erfahrungen dieser Regionen an Madagaskars Bedarf anzupassen, statt ihre absoluten Erzeugungsmengen als unmittelbare Zielwerte zu übernehmen.

Gesamtproduktion der elektrischen Energie
Erneuerbare und Kernenergie

Geschichte

Die dokumentierte Geschichte des kohlenstoffarmen Stroms in Madagaskar ist vor allem eine Geschichte der Wasserkraft. In den 1980er- und 1990er-Jahren gab es 1981, 1984, 1995 und 1997 jeweils Zuwächse von etwa 0,1 TWh. Weitere Steigerungen dieser Größenordnung folgten 2003 und 2007, während 2000 und 2009 keine Veränderung ausgewiesen wurde. Von 2012 bis 2015 nahm die Wasserkrafterzeugung jedes Jahr um rund 0,1 TWh zu. Danach wurde dieser Fortschritt teilweise wieder aufgezehrt: Auf Rückgänge von jeweils 0,1 TWh in den Jahren 2016 und 2017 folgte 2018 ein Plus von 0,2 TWh, bevor 2019 und 2020 erneut jeweils 0,1 TWh verloren gingen. Für 2021 und 2022 ist keine Veränderung bei Wasserkraft dokumentiert; auch für Solarstrom wird 2022 kein Zuwachs ausgewiesen. Diese jüngste Stagnation unterstreicht, wie dringend Madagaskar einen neuen Wachstumsschub bei sauberem Strom benötigt.

Stromimporte und -exporte

Handelsbilanz

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