Elektrizität in Libyen im Jahr 2023
Libyens Stromversorgung beruhte 2023 fast vollständig auf fossilen Brennstoffen: Sie deckten rund 98 % des Stromverbrauchs, wobei Gas allein etwa drei Viertel ausmachte. Netto-Importe steuerten gut 2 % bei; ihre Zusammensetzung nach Stromquellen geht aus den Daten nicht hervor. Kohlenstoffarmer Strom spielte mit einem Anteil nahe null praktisch keine Rolle. Damit besteht großes Potenzial, durch saubere Stromerzeugung die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und deren Beiträge zu Klimawandel und Luftverschmutzung zu verringern.
Wächst der Strom in Libyen?
Ein Wachstum des Stromverbrauchs pro Kopf ist gegenüber dem bisherigen Höchststand nicht erkennbar. Im Jahr 2023 lag er bei rund 4.900 kWh je Person und damit etwa 1.100 kWh beziehungsweise 18 % unter dem Rekord von rund 6.000 kWh im Jahr 2013. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung stagnierte: Mit lediglich rund 1 kWh je Person entsprach sie dem bisherigen Rekordwert von 2019. Diese Entwicklung ist angesichts des künftigen Strombedarfs durch Elektrifizierung und Digitalisierung besorgniserregend. Ob der gesamte Stromverbrauch zuletzt gewachsen ist, lässt sich aus diesen Pro-Kopf-Vergleichen allein allerdings nicht ableiten.
Vorschläge
Libyen sollte insbesondere Solarstrom ausbauen und zugleich den Einstieg in die Kernenergie prüfen. Als sonnenreiche Vergleichsregionen bieten sich der Libanon mit rund 31 % Solarstrom sowie der US-Bundesstaat Nevada mit 35 % an. Ihre Erfahrungen können beim Ausbau großer Solaranlagen und dezentraler Anlagen auf Dächern helfen. Für Kernenergie sind die Vereinigten Arabischen Emirate ein regional relevantes Vorbild: Dort liefert sie bereits rund ein Fünftel der Stromerzeugung. Frankreich zeigt mit etwa zwei Dritteln, welchen großen Beitrag Kernenergie langfristig leisten kann. Ergänzend lohnt sich die Prüfung geeigneter Windstandorte nach dem Vorbild Marokkos, wo Wind rund 20 % des Stroms erzeugt. Klare Ausbauziele, leistungsfähige Stromnetze und die Ausbildung von Fachkräften könnten diese saubere Stromversorgung voranbringen.
Geschichte
Die historische Datenreihe zeigt bei Solarstrom über zwei Jahrzehnte hinweg keine erkennbare Dynamik: Von 2004 bis 2023 wird für jedes Jahr eine Veränderung gegenüber dem Vorjahr von 0 TWh ausgewiesen. Das gilt sowohl für die zweite Hälfte der 2000er-Jahre als auch für die gesamten 2010er-Jahre und die frühen 2020er-Jahre. Bei der angegebenen Genauigkeit ist somit kein Zuwachs sichtbar; sehr kleine Veränderungen können durch Rundung unkenntlich bleiben. Diese lange Stagnation unterstreicht, wie wichtig ein entschlossener Ausbau kohlenstoffarmer Stromerzeugung für Libyen ist.














