In den vergangenen zwölf Monaten, von Oktober 2023 bis September 2024, befindet sich der Stromverbrauch Kasachstans stark in der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, die mehr als 85 % der gesamten Stromerzeugung ausmachen. Innerhalb dieser Kategorie führt Kohle mit etwa 55 % den Löwenanteil des Verbrauchs an, gefolgt von Gas, das fast 28 % ausmacht. Andererseits machen kohlenstoffarme Energiequellen, die aus Wasserkraft, Wind und Solar bestehen, insgesamt rund 15 % der Stromerzeugung aus. Wasserkraft trägt mehr als 9 % bei, während Windenergie mit fast 4 % und Solarenergie mit knapp 2 % einen geringeren Anteil haben. Diese Zahlen verdeutlichen die Herausforderung Kasachstans, den Anteil an sauberem Strom zu steigern und die Kohlenstoffemissionen zu verringern.
Um den Anteil an kohlenstoffarmer Stromerzeugung in Kasachstan zu erhöhen, könnte das Land die Erfahrungen von Ländern mit erfolgreichen Strategien in diesem Bereich nutzen, insbesondere von Ländern mit ähnlichen wirtschaftlichen und geografischen Gegebenheiten. Beispielsweise hat Frankreich durch den Ausbau der Kernenergie einen bemerkenswert hohen Anteil von 68 % an kohlenstoffarmer Stromerzeugung erreicht. Auch Ukraine und Bulgarien haben durch die Nutzung der Kernenergie respektable Anteile von 55 % beziehungsweise 42 % erreicht. Wie diese Beispiele zeigen, hat die Kernenergie das Potenzial, erheblich zur Bereitstellung von kohlenstoffarmem Strom beizutragen. Zusätzlich könnten Länder wie Dänemark, die 59 % ihres Strombedarfs aus Windenergie decken, als Inspiration dienen, um die Windkraftnutzung zu intensivieren. Kasachstan könnte von diesen Modellen durch Investitionen in Kernenergie und die Erweiterung der Windenergieanlagen profitieren.
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Kasachstan zeigt Schwankungen über die Jahrzehnte hinweg, insbesondere bei der Wasserkraft. In den späten 1980er Jahren gab es moderate Zuwächse bei der Wasserkrafterzeugung, doch in den 1990er Jahren folgten einige Rückgänge, wie die Rückgänge von 0,8 TWh bis 1 TWh zwischen 1995 und 1997 zeigen. Der Wechsel ins neue Jahrtausend brachte eine allmähliche Erholung, mit bedeutenden Zuwächsen in den Jahren 2000 und 2010. Der Ausbau der Windkraftaktivitäten ist in den letzten Jahren auch gestiegen, wie der Anstieg von 1,3 TWh im Jahr 2023 und eine zusätzliche Zunahme von 0,7 TWh im Jahr 2024 belegen. Solarenergie begann ihren Beitrag im Jahr 2020, und auch dort ist mit fortgesetzten Investitionen weiteres Wachstum möglich. Diese Entwicklung weist auf ein wachsendes Potenzial auf dem Weg hin zu einer saubereren Stromerzeugung in Kasachstan hin.